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Master-Review:   » drucken    » versenden

Tekken: Dark Resurrection

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 01.09.2006
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Tadellose Portierung der Prügelspiel-Reihe ins Hosentaschenformat.

Mit der Tekken-Reihe hat Sony dank Entwickler Bandai Namco seit langer Zeit einen Stein bei allen Prügelspiel-Fans im Brett. Die Schlägereien erfreuen sich nunmehr über zehn Jahren höchster Beliebtheit und bringen es samt Spin-Offs und Portierungen auf mittlerweile neun Titel. Nun hat der erste PSP-Ableger der Reihe seine Fertigstellung erreicht und fordert die Krone der Handheld-Beat'em Ups für sich. Ob Tekken: Dark Resurrection wirklich der neue Genreprimus auf mobilen Plattformen wird, verrät unser Master-Review.

Tekken 5 + Content = Tekken: Dark Resurrection
Prinzipiell handelt es sich bei Tekken: Dark Ressurection um eine veränderte Fassung des Playstation 2-Titels Tekken 5. So gibt es allerhand neuen Content wie die zwei Charaktere Lili
» Jin gehört zu den bekanntesten Fightern.
und Dragunov, weitere Stages, neue Moves oder die interessanten Ghost-Profile, welche im ebenfalls neuen Dojo-Modus zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu Tekken 5 sind sämtliche Charaktere von Beginn an anwählbar und müssen nicht erst freigespielt werden. Außerdem bietet man angeberisch veranlagten Zockern die Möglichkeit, ihre Bestleistungen mittels Internetverbindung online zu stellen.

Abrundend gibt es ein brandneues Intro sowie zwei weitere Render-Endsequenzen für die neu eingeführten Charaktere. Komplett weggefallen sind leider die Arcade-Versionen älterer Tekken-Spiele sowie der mäßige Devil Within-Modus des Originals. Der Umfang ist mit seinen zahllosen Modi sowie der beachtlichen Riege von 34 Kämpfern, die optisch durch freispielbaren Content individuell mofizierbar sind, bekannt enorm und bietet somit viel Spiel fürs Geld.

Vom Noob zum King of the Iron Fist
Solisten haben gleich zu Beginn Zugriff auf neun verschiedene Arten, das Game zu bestreiten. Neulinge üben im Training erste Kombos, während der Schnellkampf mit Solo- und Teamfights perfekt für die kurze
» Frauenpower gibt es nicht nur in Dead or Alive.
Runde zwischendurch geeignet ist. Im Arcade- und Story-Mode tritt man gegen eine Reihe von Opponenten an. Wer alle sehr schicken Render-Endsequenzen freispielen möchte, der muss sich mit jedem Charakter durch die Story kämpfen. Der Angriffs-Modus wiederum birgt Fights nach unterschiedlichen Regeln. Am umfangreichsten ist schließlich der neue Dojo-Modus. In diesem kämpft man auf einer Insel in verschiedenen Dojos um Ränge und Titel.

Dabei kommen die anfangs erwähnten Ghost-Profile zum Einsatz. Diese speichern den Kampfstil von menschlichen Spielern und übertragen ihn auf die KI. Neue Ghost-Dateien können über das Internet heruntergeladen oder mit Freunden via Wi-Fi getauscht werden. Natürlich ist es auch möglich, von seinem eigenen Kampfstil einen Geist zu erstellen. Abgerundet wird das breite Angebot durch das beliebte Tekken-Bowl und den Befehls-Modus. In letzterem gilt es, auf dem Schirm erscheinende Kommandos möglichst schnell auszuführen, während Tekken-Bowl ein Bowling-Minigame ist, welches abwechselnd oder alleine an einer PSP spielbar ist.

Typisch Tekken
Wer bereits einen Vertreter der Tekken-Reihe gespielt hat, der weiß, was ihn beim Kampfsystem erwartet. Für das Spielen werden lediglich die vier Buttons sowie wahlweise der Analogstick oder das Digital-Kreuz benötigt.
» Hoher Kick mitten ins hübsche Gesicht.
Jeder der vier Knöpfe ist einem Bein oder Arm des gespielten Charakters zugeordnet. So vollführt man beim Betätigen des X-Buttons beispielsweise einen Kick mit dem linken Bein vollführt, während die Dreieck-Taste einen Punch mit der rechten Hand nach sich zieht. Der Spielablauf zeigt sich sehr kombolastig. Die richtigen Tastenkombinationen vorausgesetzt, kann man den Gegner mit wenigen Kombinationen in die Knie zwingen.

Aufgrund des prinzipiell simplen Kampfsystems führt auch blindes Buttonsmashing nicht selten zum Sieg, was den Titel für Einsteiger attraktiver macht als beispielsweise Konkurrenzprodukte wie Dead or Alive 4. Profis freuen sich dennoch über zahllose Manöver und Schlagmöglichkeiten, die es für das professionelle Spielen zu beherrschen gilt. Bitter nötig sind diese vor allem gegen geübte Spieler im Wi-Fi-fähigen Versus-Modus oder die CPU auf den höheren der insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade. Schade nur, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, sich online mit Spielern aus aller Welt zu messen. Der Titel unterstützt lediglich Ad-Hoc-Matches – diese allerdings so vorbildlich, dass nur eine UMD benötigt wird, um gegeneinander anzutreten.

Kräftig Eins aufs Auge
Visuell erwartet den Käufer mit Tekken Dark Ressurection eine weitere Grafikbombe für die Playstation Portable. Die tolle Optik muss sich vor der Playstation 2-Vorlage nicht verstecken und ist trotz
» Die Charaktermodelle sind sehr detailliert.
superdetaillierten Charaktermodellen, abwechslungsreichen Stages, hervorragenden Effekten, gelungenen Animationen und kurzen Ladezeiten stets absolut flüssig. Ruckler oder Slowdowns sucht man vergebens, was einen ungehinderten Spielablauf garantiert.

Der sehr positive Eindruck der Grafik setzt sich beim fetzigen Soundtrack, welcher im Hauptmenü nach zweimaligem Durchspielen des Storymodes jederzeit komplett angehört werden kann, fort. Auch die Sprachausgabe trägt sehr viel zur Atmosphäre bei. Lediglich einige der Tekken-typischen Soundeffekte hören sich nach wie vor etwas seltsam an, trüben das Gesamtbild aber kaum. Alles in allem zeigt Bandai Namco somit eindrucksvoll, dass man die Playstation Portable-Hardware beherrscht, was auf weitere audiovisuell berauschende mobile Titel des Entwicklers hoffen lässt.
Pro
1A erweiterte Portierung von Tekken 5
Viele spielbare, optisch anpassbare Charaktere und Kostüme
Tekken-Gameplay
Etliche Spielmodi
Audiovisuelle Granate
Hervorragende Rendersequenzen
Wi-Fi-Modus
Contra
"Nur" eine erweiterte Portierung von Tekken 5
Kein Onlinemodus
Gestrichener Content (Devil Within Modus, alte Tekken-Spiele)
Fazit
Dieses Spiel kann einfach nur top sein! Wenn sogar ein Tekken-Muffel wie ich stundenlang auf seine PSP einhämmert, nur um noch eine weitere grandiose Endesequenz freizuspielen oder neue Moves zu lernen, dann kann es sich nur um einen Hit handeln! Bisher konnte ich der Serie nur wenig abgewinnen, doch mittlerweile fange ich an zu verstehen, warum sie sich solch einer großen Beliebtheit erfreut. Das prinzipiell einfache Kampfsystem erfreut sowohl Buttonmashing-betreibende Einsteiger wie auch versierte, Kombo-beherrschende Profis. Dank 34 spielbaren Charakteren, etlichen Spielmodi, fünf Schwierigkeitsgraden und einem vorbildlichem Versus-Modus bereitet der Titel viele, viele vergnügte Stunden. Sogar Besitzern von Tekken 5 bietet dieser Quasi-Port dank des Dojo-Modus, den Ghost-Profilen sowie den zwei neuen Charakteren einen echten Kaufanreiz. Im Verbund mit der hammermäßigen Präsentation, Top-Technik und einem sehr fetzigen Soundtrack schafft es dieser Titel somit zum echten Pflichtkauf für alle PSP-Besitzer. Lediglich das Fehlen eines richtigen Internet-Modus ist ein echter Wermutstropfen, der aufgrund des überragenden Gesamtwerkes aber problemlos geschluckt werden kann.
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
PlayStation Network
Publisher
SCEE
Entwickler
Bandai Namco
Website
www.namco.com/g...
Release
22. September 2006
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