Frustrierende Massenmetzelei vor ansprechender Kulisse, der jede Menge Feinschliff fehlt.In Ninety-Nine Nights, das im Vorfeld sehnsüchtig erwartet wurde, schlüpft der metzelsüchtige Spieler in die Rolle von verschiedenen Helden und wütet sich durch anstürmende Armeen nie dagewesener Größenordnung. Der Xbox 360-Exklusivtitel ist in Japan schon lange erhältlich und konnte dort sogar für einen leichten Anstieg des Konsolenverkaufs sorgen. Warum
Ninety-Nine Nights dennoch nicht gerade ein gelungener Fantasy-Metzel-Spaß ist , verrät wie immer unser
Master-Review.
Humans vs. OrksWie in fast jedem anständigen Fantasy-Reich liegen
Menschen und Orks im Krieg miteinander. Neben der bekannten Antipathie zwischen den beiden Völkern und dem Streit um Ländereien ist in
Ninety-Nine Nights » Massenschlachten sind angesagt. |
noch der Kampf um zwei Hälften eines zersplitterten Kristalles ausschlaggebend für diesen Zwist. Der Spieler schlüpft hierbei in die Rolle von einem von sieben spielbaren Charakteren. Um zu zeigen, dass die Orks auch nur Menschen mit Gefühlen sind, darf man in zwei Kampagnen sogar auf deren Seite in die Schlacht ziehen. Geboten wird dabei
Buttonmash-intensive Massenschlachtenkost ohne jeglichen Anspruch auf Taktik oder unterschiedliche Vorgehensweisen.
Mittels X- und Y-Button entfesselt man je nach gewähltem Charakter verschiedene Schlagkombinationen und lädt einen Energiebalken auf. Ist dieser voll, kann für kurze Zeit in einen Art Rauschmodus gewechselt werden, in dem die Spielfigur besonders starke Attacken vollführt. Gleichzeitig wird in diesem ein zweiter Energiebalken aufgefüllt, welcher voll aufgeladen alles vernichtende Superattacken ermöglicht. Wie in vergleichbaren Titeln sammelt man durch das Töten von Feinden
Erfahrungspunkte, die wiederum zu Stufenanstiegen führen und die Spielfigur stärken. Außerdem lassen sich gefundene Gegenstände und Waffen ausrüsten, was ebenfalls die Werte der Helden verbessert.
Ruckeliger FrustLeider hat die prinzipiell unterhaltsame Schlachtplatte mit etlichen Problemen zu kämpfen. Am schwerwiegendsten sind die
fehlenden Checkpoints, die den Spieler nach dem Ableben zwingen, den Level komplett
» Auch als Goblin darf man in den Krieg ziehen. |
von vorne zu beginnen. Nicht einmal gesammelte Erfahrungspunkte dürfen hier übernommen werden. In Verbund mit einigen
unfairen Passagen, vor allem bei End- und Zwischengegnern, entsteht ein
hohes Frustpotenzial. Immer wieder auftretende Bugs wie unereichbare Powerups oder heftige Clipping-Fehler zeugen von unzureichendem Beta-Testing.
Die an sich hübsche Grafik-Engine, welche etliche Truppen gleichzeitig auf dem Bildschirm ermöglicht, geht zudem extrem oft in die Knie, was zu ständigen heftigen Slowdowns und Rucklern führt. Außerdem werden weiter entfernte Objekte nur unscharf und wenig detailliert dargestellt, was den optischen Gesamteindruck zusätzlich trübt.
Akustisch wird Durchschnittsware geboten. Die spärliche Sprachausgabe wirkt nicht sonderlich professionell, die Musik zu monoton, die Soundeffekte sind solide. Das Fehlen eines Mehrspielermodus sowie die wenigen, sich in den sieben Kampagnen ständig wiederholenden Schlachtfelder sind zwei weitere Kritikpunkte.