Kurze Simpel-Action mit einmaliger Kulisse und Star Wars-Lizenz.Bevor die Jedi-Ritter ab dem 19. Mai wieder ihre Lichtschwerter im Kino schwingen, haben sie noch zwei Auftritte in Videospielen zu absolvieren. Neben der obligatorischen Umsetzung zu
Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith handelt es sich bei dem zweiten Titel um eine eher ungewöhnlichen Mischung: Die Rede ist von
Lego Star Wars. Darin werden die beliebten Star Wars-Legofiguren zu virtuellem Leben erweckt und lassen den Spieler Kernereignisse aller drei neuen Episoden der
Krieg der Sterne-Saga verfolgen. Ob die Macht mit diesem Titel ist, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Episode I-IIIDreh- und Angelpunkt sämtlicher Geschehnisse ist
Daxters Bar, die aufmerksamen Kinobesuchern bereits aus dem zweiten neuen Kinoabenteuer der Jedi-Ritter bekannt sein dürfte. Hier kann man sich entscheiden, welche Episode
» Kein Star Wars ohne R2D2 und C3PO! |
man gerne spielen möchte, Extras von zuvor ergatterten Legosteinen kaufen oder bereits erhaltene Boni betrachten. Zu Beginn darf man nur das erste Kapitel von Episode 1 spielen, allerdings werden die Episoden 2 und 3 bereits nach wenigen Missionen frei geschaltet, so dass man nicht gezwungen ist, alle drei Teile in chronologischer Reihenfolge anzugehen. Lediglich die Kapitel innerhalb der drei Episoden müssen zunächst nacheinander frei gespielt werden. Anschließend stehen sie zur freien Anwahl zur Verfügung. Das nochmalige Besuchen bereits erfüllter Missionen lohnt sich aufgrund
vieler versteckter Geheimnisse oder einfach zum Dazuverdienen weiterer Legosteine, von denen anschließend besagte Extras gekauft werden können. Neben freispielbaren Cheats sind hier vor allem die zahllosen kaufbaren Charaktere von Interesse. Mit diesen darf man nämlich bereits abgeschlossene Missionen nach Wunsch nochmals in Angriff nehmen. Wer also schon immer einmal als
Darth Maul gegen
Jango Fett antreten wollte, kann dies nun tun.
Direkt ins Auge sticht der
einmalige Grafikstil des Titels. Sämtliche Umgebungen und Figuren wurden den Lego-Vorlagen detailgetreu nachempfunden und kommen ihren
realen Vorbildern sehr nahe. Auch die putzigen Animationen können sich sehen lassen und passen sehr gut zu den eigentlich starren
Lego-Figuren. Ein echter Augenschmaus für alle Fans der kleinen Plastikfigürchen! Lediglich
einige Slowdowns fallen hier negativ ins Gewicht.
Soundtechnisch ist dank Star Wars Lizenz natürlich alles
im oberen Bereich einzuordnen.
SimpelactionWeniger ausgefallen präsentiert sich hingegen das eigentliche Spiel. Hier kämpft man sich zu Fuß mit minimaler Buttonbelegung durch Horden anstürmender Feinde wie die bekannten Kampfdroiden der Handelsföderation, insektoide Geonosianer
» Qui Gon Jin teilt kräftig aus. |
oder die besonders gefährlichen Superkampfdroiden. Das Ein-Button-Angriffssystem bietet hier kaum Platz für echte Kombos und auch der Einsatz der Macht präsentiert sich als äußerst simpel. Manipulierbare Gegenstände oder Feinde leuchten auf sobald man sich in deren Nähe befindet. Betätigt man nun den kontextsensitiven Macht-Button auf dem Gamepad, wird eine entsprechende Aktion ausgeführt. So baut man beispielsweise Brücken durch das Verbinden von Metallschrott oder schleudert Kontrahenten gegen die Wand. Die Laserschwerter können nicht nur zum Zerteilen von Feinden benutzt werden, sondern dienen auch zum Reflektieren feindlicher Geschosse. In den meisten Missionen zieht man mit mehreren Charakteren gleichzeitig umher, zwischen denen beliebig gewechselt werden darf. Während sich Jedi-Ritter wie
Obi Wan Kenobi oder
Qui Gon Jin in den Kämpfen natürlich auf ihre Lichtschwerter und die Macht verlassen, verfügen andere wie
Königin Amidala oder ihr Leibwächter
Kaptain Panaka über einen Blaster inklusive Seilwinde, mit dem höher gelegene Plateaus erreicht werden können. Einige unbewaffnete Figuren wie der Protokolldroide
C3PO oder der pfiffige
R2D2 werden an bestimmten Stellen für das Öffnen von Türen oder Überbrücken von Schaltkreisen benötigt. In manchen Missionen kommt man nur durch das geschickte Zusammenspiel aller Spezialfähigkeiten voran. Leider unterscheiden sich die vielen spielbaren Charaktere mit gleicher Bewaffnung kaum voneinander, so dass dieses Feature nur optisch für Abwechslung sorgt.
An einigen wenigen Stellen wird der Spielablauf durch gelungene Minispielchen wie das
Pod-Race oder die Schlacht um Geonosis aufgelockert. Hier steigt man in das Cockpit eines Vehikels und muss sich als geschickter Pilot beweisen. Die gelungenen Einlagen spielen sich extrem arcadelastig und machen einen Heidenspaß. Weniger auflockernd wirken die
etwas mageren Bosskämpfe, in denen man gegen die Schurken der Filmvorlagen wie
Count Doku oder
Darth Maul antritt. Die Kniffe in diesen Fights beschränken sich meistens auf das Abwehren von Geschossen oder das Umlenken anfliegender Raketen und Schrottteile mittels Machteinsatz.
Unsterbliche JediDass Jedi-Ritter schwer zu töten sind, dürfte allen Kennern des
Star Wars-Universums bekannt sein. Dass sie über unendlich viele Leben verfügen und zwei Sekunden nach ihrem Tod sofort wiedergeboren werden, ist allerdings eine
» Darth Maul wartet schon auf euch. |
Eigenheit von
Lego Star Wars. So geht dem Titel leider jegliche Herausforderung flöten. Dies hat zwar den Vorteil, dass vor allem die jüngsten Spieler voll auf ihre Kosten kommen, sorgt bei geübten Zockernaturen aber eher für Langeweile. Hier fehlt eindeutig eine Option auf begrenzte Leben. Im Endeffekt bleibt der Verlust von vorher eingesammelten Legosteinen, die zum Einkaufen der Extras benötigt werden, die einzige Strafe für das Sterben.
Der
nicht vorhandene Schwierigkeitsgrad führt unweigerlich zu einem weiteren essenziellen Problem des Titels: Die Spielzeit. Die drei Episoden wurden in gerade einmal
17 Missionen aufgesplittet, von denen, dank unendlich vielen Leben, kaum eine länger als zehn bis 15 Minuten dauert. Lediglich in den wenigen Zwischenspielchen wie dem Podrace muss man nach dem Ableben einige wenige Passagen neu spielen. Dank großzügig verteilter Checkpoints sollte allerdings auch dies kein Problem darstellen.
Glücklicherweise gibt es neben den zahlreichen freispielbaren Extras noch ein weiteres Feature, welches dem Titel
wertvollen Replay Value verschafft: Der
Mehrspielermodus. Hier darf man zusammen mit einem Freund die Missionen in Angriff nehmen und sich gemeinsam durch die Gegnerhorden schlagen und schießen. Dies tröstet zwar nicht ganz über die wenigen Spielstunden hinweg, rechtfertigt aber zumindest für alle, die nicht dem Sammelwahn verfallen sind, ein zweites Durchspielen zusammen mit einem Freund.