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Kingdom under Fire: Circle of Doom

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 30.01.2008
» Gesamtwertung:
/5
1/5: Kaufwarnung
hat zahlreiche Schwächen.
Wie wir bewerten
Beschämende Fortsetzung der grandiosen Xbox-Vorgänger ohne Tiefgang.

KuF für Blöde
Zwei der größten Geheimtipps der Xbox-Ära waren die Action-Strategie-Kracher Kingdom under Fire: The Crusaders und Kingdom under Fire: Heroes.
» Viel Feind, viel Ehr'? Hier eher nicht.
Höchste Zeit also, auch in der aktuellen Generation an die Großartigkeit der vorangegangenen Spiele anzuschließen. Dumm nur, dass dies nach einer fast kompletten Verwerfung des bekannten Spielprinzips tierisch in die Hose gegangen ist. Statt anspruchsvolle Taktikschlachten, in die man selbst eingreifen kann, bietet Kingdom Under Fire: Circle of Doom nur ödestes Hack'n'Slay.

Statt mit einer Armee zieht man allein in Form eines von sechs Helden in die Schlacht und metzelt sich mit dumpfestem Buttonmashing ans Ende grauenvoll designter Levels. Diese bestehen nämlich fast ausschließlich nur aus einem langen Pfad, auf dem man in regelmäßigen Abständen in Monster-Pulks rennt. Die Action könnte dabei kaum langweiliger sein. Obwohl jeder Held über verschiedene Bewaffnungen und erlernbare Spezialfertigkeiten, die man sogar selbst bestimmen darf, verfügt, kommt keinerlei Metzelspaß auf. Kombos sind nur extrem rudimentär vorhanden, blocken kann man gar nicht und das Ausweichen funktioniert mehr oder minder automatisch. Dies alles führt zusammen mit der suboptimalen Kamera teils sogar zu richtig unfairen Passagen. Erschwerend hinzu kommt die ultralangsame Spielgeschwindigkeit, die alles wie in Zeitlupe wirken lässt.

Bloß nicht einschlafen, der Weg ist lang!
So prügelt man sich also in extremster Monotonie durch immerhin recht abwechslungsreich und optisch schick designte Widersacher, nimmt ab und zu einen Heiltrank ein und sammelt allerei Ausrüstungsgegenstände.
» Hübsch anzusehen aber technisch extrem unsauber.
Echter Sammeltrieb will sich allerdings nicht einstellen, denn die Items sehen fast alle gleich aus und unterscheiden sich meistens nur in ihren Angriffswerten. Bleibt eigentlich nur noch das Charaktersystem, welches dieses Action-RPG vor der Katastrophe retten kann. Doch auch diese Notbremse zieht nicht. Statt vielen Attributen, Talentbäumen und einer komplexen Charakterentwicklung darf man beim Levelup lediglich ganze drei Werte (Lebensenergie, Fertigkeit und Glück) steigern. Bravo, BlueSide!

Übrigens: Das großmundig angekündigte Questsystem beschränkt sich auf Ziele wie "Töte 20 Gegner des Typs X und 30 des Typs Y" - als Belohnung winkt jeweils eine mehr oder weniger nützliche Fertigkeit. Und auch bei der technischen Umsetzung wurde geschlampt. Obwohl der Titel dank gutem Artdesign, Düsterlook und schicken Umgebungsgrafiken zunächst hübsch wirkt, merkt man schnell sämtliche Technikgeißeln: Tearing, Slowdowns, lange und häufige Ladezeiten, zuckelige Animationen, Clipping-Fehler, schwache Zwischensequenzen und Popups. Da rettet auch ein Online-Koop-Modus für bis zu vier Spieler nichts mehr.
Pro
Online-Koop mit vier Leuten
Gutes Artdesign
Contra
Ultralahmes Gameplay
Ödestes Leveldesign
Undynamische Kämpfe
Technisch sehr unsauber
Kaum Charakterentwicklung
Stellenweise unfair
Fazit
Es ist mir ein Rätsel, was man sich bei Blueside dabei gedacht hat, diesen Kingdom Under Fire-Titel so offensichtlich in den Sand zu setzen. Man hat das Spiel quasi sämtlicher herausragender Elemente beraubt und sich auf ein extrem lahmes Kampfsystem, größtenteils uninteressantes Itemsammeln und kaum vorhandene Charakterentwicklung beschränkt. So pflügt man sich in den extrem linearen Levels von einer Gegnergruppe zur nächsten und langweilt sich fast zu Tode. Weder Gameplay noch die schlecht inszenierte, dünne Story wissen hier zu gefallen. Die an sich ansehnliche Grafik wird durch etliche technische Unzulänglichkeiten getrübt. Da hilft leider auch der vorbildliche Vier-Spieler-Online-Koop nicht weiter. Denn ob man sich nun alleine oder in der Gruppe langweilt – besser wird das Spiel dadurch auch nicht. Alles in allem kann sogar ich als großer Fan des Hack'n'Slay-Genres nur stark von Kingdom Under Fire: Circle of Doom abraten. Wer sich dennoch zünftig auf der Xbox 360 kloppen will, der greift besser zu Dynasty/Samurai Warriors oder dem zwar nicht besonders guten, aber immer noch weitaus besseren Ninety-Nine Nights.
Infos
Erhältlich für
Genre
Rollenspiele
   Action-RPG
Publisher
Microsoft Game ...
Entwickler
Blueside
Website
-
Release
01. Februar 2008
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User-Bewertung
48
2 Bewertungen
0 Reviews
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