Beschämende Fortsetzung der grandiosen Xbox-Vorgänger ohne Tiefgang.
KuF für BlödeZwei der größten Geheimtipps der Xbox-Ära waren die Action-Strategie-Kracher
Kingdom under Fire: The Crusaders und
Kingdom under Fire: Heroes.
» Viel Feind, viel Ehr'? Hier eher nicht. |
Höchste Zeit also, auch in der aktuellen Generation an die Großartigkeit der vorangegangenen Spiele anzuschließen. Dumm nur, dass dies nach einer fast kompletten Verwerfung des bekannten Spielprinzips
tierisch in die Hose gegangen ist. Statt anspruchsvolle Taktikschlachten, in die man selbst eingreifen kann, bietet
Kingdom Under Fire: Circle of Doom nur ödestes Hack'n'Slay.
Statt mit einer Armee zieht man allein in Form eines von sechs Helden in die Schlacht und metzelt sich mit
dumpfestem Buttonmashing ans Ende grauenvoll designter Levels. Diese bestehen nämlich fast ausschließlich nur aus einem langen Pfad, auf dem man in regelmäßigen Abständen in Monster-Pulks rennt. Die Action könnte dabei kaum langweiliger sein. Obwohl jeder Held über verschiedene Bewaffnungen und erlernbare Spezialfertigkeiten, die man sogar selbst bestimmen darf, verfügt,
kommt keinerlei Metzelspaß auf. Kombos sind nur extrem rudimentär vorhanden, blocken kann man gar nicht und das Ausweichen funktioniert mehr oder minder automatisch. Dies alles führt zusammen mit der suboptimalen Kamera teils sogar zu richtig unfairen Passagen. Erschwerend hinzu kommt die ultralangsame Spielgeschwindigkeit, die alles wie in Zeitlupe wirken lässt.
Bloß nicht einschlafen, der Weg ist lang!So prügelt man sich also in extremster Monotonie durch immerhin recht abwechslungsreich und optisch schick designte Widersacher, nimmt ab und zu einen Heiltrank ein und sammelt allerei Ausrüstungsgegenstände.
» Hübsch anzusehen aber technisch extrem unsauber. |
Echter Sammeltrieb will sich allerdings nicht einstellen, denn die Items sehen fast alle gleich aus und unterscheiden sich meistens nur in ihren Angriffswerten. Bleibt eigentlich nur noch das Charaktersystem, welches dieses Action-RPG vor der Katastrophe retten kann. Doch auch diese Notbremse zieht nicht. Statt vielen Attributen, Talentbäumen und einer komplexen Charakterentwicklung darf man beim Levelup lediglich ganze drei Werte (Lebensenergie, Fertigkeit und Glück) steigern. Bravo, BlueSide!
Übrigens: Das großmundig angekündigte
Questsystem beschränkt sich auf Ziele wie "Töte 20 Gegner des Typs X und 30 des Typs Y" - als Belohnung winkt jeweils eine mehr oder weniger nützliche Fertigkeit. Und auch bei der technischen Umsetzung wurde geschlampt. Obwohl der Titel dank gutem Artdesign, Düsterlook und schicken Umgebungsgrafiken zunächst hübsch wirkt, merkt man schnell
sämtliche Technikgeißeln: Tearing, Slowdowns, lange und häufige Ladezeiten, zuckelige Animationen, Clipping-Fehler, schwache Zwischensequenzen und Popups. Da rettet auch ein
Online-Koop-Modus für bis zu vier Spieler nichts mehr.