Auch der dritte Ableger der Weltkriegsreihe überzeugt mit gescripteten Ereignissen und furiosen Massenschlachten.Frankreich 1944, am – nach Stalingrad – zweiten großen Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges: Alliierte Soldaten drängen die Wehrmacht schrittweise zurück. Amerikaner, Kanadier, Briten und Polen unternehmen gemeinsame Anstrengungen und rücken Richtung deutscher Grenze vor. Ganz im Gegensatz zu
Call of Duty 2 wird im neuesten Ableger der Serie
Call of Duty 3 lediglich in Frankreich Blut vergossen. Ob der Titel dennoch einmal mehr abwechslungsreiche Gefechte in Prachtoptik garantiert, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Kehrt, marsch!Wie auch schon aus den Vorgängern bekannt, gilt es in
Call of Duty 3, einzelne, mehr oder weniger miteinander verwobene Missionen an den unterschiedlichsten Schauplätzen in Frankreich zu erfüllen. Insgesamt
zwölf mal rückt ihr aus, um schlussendlich in die alles entscheidende Schlacht um das Städtchen Cambois zu ziehen. Auf dem Weg dorthin werden wie gewohnt Geschütze gesprengt, feindliche Bunker gestürmt, improvisierte Festungen gegen Scharen von Angreifern verteidigt sowie Gefangene befreit.
Die
gelungene Steuerung gibt beim Scharmützel glücklicherweise keine großen Rätsel auf. Nach einem kleinen einführenden Tutorial im Basiscamp darf man sich bestens gewappnet ins Getümmel stürzen. Ganz besonders überzeugt einmal mehr die genaue Controllerabfrage sowie Sensitivität – wobei diese im höchsten der
vier Schwierigkeitsgrade aufgrund der schieren Ausweglosigkeit in manchen Situationen auch dringend benötigt wird.
NahkampfmonsterNeben den klassischen Infanterieabschnitten dürfen in
Call of Duty 3 auch
Fahrzeuge sowie Geschütze und Mörser nicht fehlen. Selbst das polnische Panzerbataillon ist in einer äußerst
» Auf Panzerunterstützung darf man zählen. |
gelungenen Tigerjagd vertreten. Für einen Shooter einigermaßen unüblich müssen jetzt allerdings auch Standardaktionen wie das Anbringen von Sprengsätzen oder Drehen von Geschützen
kompliziert per Tastenkombinationen und Drehen der Analogsticks durchgeführt werden. Wirkt dies am Anfang noch authentisch, wird es spätestens beim Anbringen des zehnten Sprengsatzes langweilig, weil sich am Ablauf der rund zehnsekündigen Aktion nichts Grundlegendes ändert.
Aber auch die Deutschen haben dazugelernt: Während flankierende Ausfälle und gewitzte Granatenwürfe nach wie vor zum Standardrepertoire gehören, werdet ihr in einigen Sequenzen von Feinden im
Nahkampf angegriffen. Durch abwechselndes Ziehen der linken und rechten Trigger sowie abschließendem Gewehrkolbenschlag setzt ihr dem Treiben jedoch schnell ein Ende.
Der Krieg in seiner ganzen "Pracht"Abgesehen von den interaktiven
Minigames herrscht jedoch grundsätzlich Altbekanntes auf dem Schlachtfeld vor: Die
stark gescripteten Missionen lassen selten
» Immer schön in Deckung bleiben! |
bis nie Langeweile aufkommen und die Vielzahl der intelligenten Gegner fordert euch bisweilen bereits auf dem zweiten Schwierigkeitsgrad. Auch Abwechslung wird groß geschrieben: So dürft ihr zuweilen
alternative Routen ins Feindesland wählen, welche in weiterer Folge unterschiedliche Herangehensweisen verlangen.
Habt ihr euer kümmerliches Soldatenleben ausgehaucht, dürft ihr jederzeit an einem der
Checkpoints fortsetzen. Diese sind größtenteils fair gesetzt und vermeiden besonders frustrierende Wiederholungsversuche. Ein großes Manko stellt jedoch die Tatsache dar, dass die zum Teil
ausufernd langen Zwischensequenzen nicht abgebrochen werden können. Zu mäkeln gibt es auch an der
Kollisionsabfrage: Von Zeit zu Zeit drängt sich einer eurer Kameraden mit solcher Vehemenz zwischen euch und ein Hindernis, dass ihr aller Bewegungsfreiheiten beraubt werdet. Abwarten und Tee trinken lautet in solchen Fällen – leider – die Devise.
Action x 24Habt ihr die
abwechslungsreiche Kampagne in etwa zehn bis zwölf Stunden beendet, wartet noch ein umfangreicher
Multiplayermodus auf willige Spieler: Über System Link und Xbox Live dürfen maximal
» Traumhafte Partikeleffekte. |
24 Shooterfreunde gegeneinander antreten, im Splitscreen immerhin zwei – wobei auf die Implementierung einer kooperativen Absolvierung der Kampagne leider verzichtet wurde. Mehrere Spielmodi stehen hier zur Verfügung, wobei der Titel online noch mit einigen Problemen zu kämpfen hat: Ranglisten- und Spaßspiele werden zum Teil erst nach zwanzigminütiger Wartezeit gefunden.
Technisch gibt sich das Programm hingegen keine Blöße: Die
akustische Untermalung hat im Gegensatz zum Vorgänger einen Zahn zugelegt – so klingen die Waffen nun noch wuchtiger – während die Grafik in etwa das Niveau halten kann. Als richtig spektakulär dürfen einmal mehr die Partikeleffekte bezeichnet werden, welche im Zusammenspiel mit der beständigen Dauerbefeuerung des Subwoofers
intensive Spielstunden garantieren. Auch über zerstörbare Umgebungen dürft ihr euch in
Call of Duty 3 freuen: Stiegengeländer geben der Wucht von Explosionen ebenso nach wie hölzerne Wände und – zum Teil – Inventargegenstände. Destruktive Persönlichkeiten dürfen sich somit austoben – zumindest so lange, wie der Vorrat an
Explosives reicht.