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Tomb Raider Legend  
» Autor: Christian Krammer
» Datum: 05.07.2006
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Trotz technischer Einschränkungen macht Miss Croft auch auf der PSP eine gute Figur.

Im Oktober 1996 feierte mit Tomb Raider ein Computerspiel Premiere, das nicht nur aufgrund seines neuartigen Spielprinzips, sondern auch wegen seiner weiblichen Protagonistin für Aufsehen sorgte. Fast zehn Jahre später ist Lara Croft wohl nahezu jedem ein Begriff, auch wenn er nichts mit dem Metier anzufangen weiß. Nachdem die schöne Britin mit Tomb Raider: Legend auf den Konsolen bereits eindrucksvoll gezeigt hat, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehört, steht dieser Beweis für die PSP-Version erst an. Unser Master-Review gibt Aufschluss darüber.

Fit wie ein Turnschuh
Bereits das rasant geschnittene Intro von Tomb Raider: Legend macht klar, dass man sich auf äußerst actionreiche Spielstunden einstellen darf. Nach einer waghalsigen Freeclimbing-Tour in den südamerikanischen Anden erlangt der Spieler
» Was für ein Anblick.
erstmals Kontrolle über die Archäologin. In alter Tradition blickt man ihr dabei von hinten über die Schulter. Für die Bewegung ist der Analogstick zuständig, ein zusätzlicher Druck auf die Viereckstaste dreht die Kamera.

Sobald man sich mit den Eigenheiten der PSP-Version vertraut gemacht hat, geht es auch gleich daran, die Umgebung und nicht zuletzt das vielfältige Bewegungsrepertoire von Frau Croft zu erkunden. Sprünge zählen dabei zu den leichtesten Aufgaben, auch das Festhalten an Kanten beherrscht die schöne Britin ohne Probleme. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, beim "Herumhängen" nach oben oder seitlich weg springen zu können. Um die bolivianische Gegend zu erforschen, benötigt es jedoch weit mehr. Mittels Seilen überwindet Lara lässig Abgründe, Lianen und Leitern sorgen für einen Gewinn an Höhe. Auch beim Schwingen um horizontal angebrachte Stangen darf sie ihre vorbildliche Fitness unter Beweis stellen.

Jeder Schuss ein Treffer
Somit hat Frau Croft einiges seit ihrem ersten Abenteuer dazu gelernt, kann es mit dem Prinz von Persien aber noch immer nicht ganz aufnehmen. Nichtsdestotrotz findet man den Weg meist ohne lästiges Suchen,
» Leise rieselt der Schnee …
was unnötigen Frust vermeidet. Da die Welt selbst in altertümlichen Ruinen nicht immer eine heile ist, kommt es öfters zu Schießereien mit den ewig gleichen Gegnern, bei denen die Archäologin selten als Verliererin hervor geht.

Dafür sorgen einerseits durchschlagskräftige Waffen, von denen neben den doppelhändigen Pistolen jeweils eine weitere aufgenommen werden darf. Andererseits sind die Auseinandersetzungen weder sonderlich anspruchsvoll noch schwer, da man die Widersacher lediglich auf Knopfdruck einlocken und dann feste draufhalten muss. Eine Abwechslung stellen diese Auseinandersetzungen aber allemal dar, denn von Zeit zu Zeit gilt es auch Bossgegnern das Lebenslicht auszublasen. Neben den äußerst gelungenen Zwischensequenzen in Ingame-Grafik warten immer wieder "Quick Time Events" (auch bekannt aus Resident Evil 4) auf den Spieler, welche das rechtzeitige Drücken von Tasten voraussetzen.

Schön wie nie zuvor
Es wurde so weit wie möglich versucht, die Konsolenversion von Tomb Raider: Legend 1:1 auf die PSP zu übertragen. Über weite Teile hinweg ist dies Crystal Dynamics auch gelungen. Speziell bei der Grafik haben die Entwickler sehr gute
» Lara in athletischer Höchstform.
Arbeit geleistet. Das Niveau von PS2 & Co. erreichte man natürlich nicht, Lara Croft ist aber auch auf dem Handheld eine wahre Augenweide. Nicht ganz mithalten können hier die grob aufgelösten Umgebungstexturen, auch Ruckler trüben das Bild immer wieder.

Die Soundkulisse wurden hingegen praktisch ohne Einschränkungen übernommen: Sämtliche Effekte schallen klar aus den Boxen, die Hintergrundmusik untermalt das Geschehen perfekt. Die größte Schwäche leistet sich die PSP-Version bei der Steuerung, unterliegt diese doch gewissen Einschränkungen, welche speziell im fehlenden zweiten Analogstick begründet sind. Deshalb kommt es immer wieder zu Situationen, in denen die Übersicht leidet. Besonders schlimm hat es die Fahrmissionen auf dem Motorrad erwischt. Waren diese schon auf den Konsolen nicht gerade das Gelbe vom Ei, so wünscht man sich auf dem Handheld ob der schwammigen Steuerung den kompletten Wegfall. Ansonsten arbeitet die Steuerung, bis auf wenige Ausnahmen, aber durchaus zufrieden stellend.

Around the world
Im Laufe des Abenteuers führt es Lara um die ganze Welt: Neben Hochhausfassaden in Japan warten auch verschneite Militärbasen im Kasachstan oder peruanische Ruinen auf eine Erkundung. Ebenso abwechslungsreich wie die
» Eine der zahlreichen Kopfnüsse.
Schauplätze sind auch die vorhandenen Rätsel, welche nicht selten Gebrauch vom hervorragenden Physik-System des Titels machen. Oftmals kommen hier auch die beiden neuen Gadgets von Lara zum Einsatz: Einerseits das Fernglas mit seinem Analysemodus, andererseits der Magnethaken, mit dem Objekte herangezogen werden können.

Letzterer leistet auch abseits der Denksportaufgaben gute Dienste, überwindet Frau Croft damit an vorgegebenen Stellen doch Abgründe. Fair verteilte Rücksetzpunkte sowie ein moderater Schwierigkeitsgrad sorgen nicht zuletzt dafür, dass der Spaß nach etwa zehn Stunden auch schon wieder vorbei ist. Um die Lebenszeit des Titels zu erhöhen, darf einerseits das Croft Manor frei erkundet werden, andererseits stehen insgesamt 14 so genannte Prüfungen bereit. Dabei muss man möglichst schnell den Ausgang erreichen oder eine bestimmte Anzahl an Statuen finden. Wahlweise treten hier auch mehrere Spieler gegeneinander an.
Pro
Gelungene Umsetzung
Fordernde Kletterpartien
Knackige Rätselkost
Hübsche Grafik
Tolle Präsentation
Contra
Etwas zu kurz
Öde Fahrmissionen
Teils fehlende Übersicht durch fehlenden zweiten Analogstick
Technik-Mängel
Fazit
Als ich das erste Mal von einer Umsetzung von Tomb Raider: Legend für die PSP las, stellten sich berechtige Zweifel ein. Wie schon so oft in der Vergangenheit von Multiplattform-Titeln rechnete ich mit einer lieblos erstellten, abgespeckten Fassung. Aber weit gefehlt: Im Prinzip gleichen sich die Versionen für Handheld und Konsolen wie ein Ei dem anderen, erstere bietet sogar zusätzlichen Content. Leider holt den Titel die Vergangenheit dann doch ein, treten auch hier altbekannte Probleme auf: Der fehlende zweite Analogstick und die im Vergleich schwache Hardware. Doch beides sind Makel, die im Gesamtbild zwar unschöne Spuren hinterlassen, im Endeffekt aus einem guten Spiel aber sicher kein schlechtes machen. Die Grafik ist trotz Rucklern nach wie vor äußerst gelungen, die Steuerung zwar etwas träge, aber dennoch so gut, dass der Spielspaß nie ins Bodenlose fällt. Tomb Raider: Legend hat bereits auf den Konsolen seine Qualitäten bewiesen – und das spiegelt sich auch auf der PSP wider. Die Kletterpartien machen eine Menge Spaß und auch in Sachen Präsentation wird alles richtig gemacht. Wer den Titel somit bereits besitzt, muss nicht noch einmal 50 Euro ausgeben, alle anderen sollten sich das neueste Abenteuer von Lara Croft aber trotz der Mängel nicht entgehen lassen.