Knackiger Action-Titel in düsterem Kriegsszenario, der einiges an Taktik vom Spieler abverlangt.Die Playstation 2 ist nicht unbedingt für ihre große Auswahl an exklusiven Ego-Shootern bekannt. Befindet man sich dennoch auf der Suche nach einem gelungenen Vertreter dieses Genres, ist
Killzone von Entwicklier
Guerilla eine der ersten Anlaufstationen. Neben einer Fortsetzung für die Playstation 3 werkeln die Jungs derzeit auch noch am PSP-Ableger
Killzone Liberation, den wir in folgendem
Master-Review unter die Lupe genommen haben.
Kriegszone Killzone Liberation führt die Geschichte des Playstation 2-Originals fort und erzählt abermals vom Krieg zwischen den
ISA-Truppen und den bösen, genveränderten
Helghast. Die umkämpfen Planeten
» Stationäre Geschütze sind sehr stark. |
sind nichts weiter als riesige, vom Krieg geprägte Trümmerruinen, was abermals für die entsprechende Atmosphäre sorgt. Dieses Mal geht es allerdings nicht in der Ego-Perspektive in die Schlacht, sondern aus einer
isometrischen Ansicht – wahlweise auch kooperativ mit einem Freund. Das Spiel bietet 16 Mission verteilt auf vier Kampagnen in denen man als ISA-Soldat ins Feld zieht.
Dabei stehen einem natürlich wieder allerlei Ballermänner zur Verfügung, die aus der PS2-Version übernommen und angepasst wurden. Wer nun allerdings einen hirnlosen Shooter erwartet, in dem man seine Spielfigur durch die Levels scheucht und hunderte
Helghast über den Haufen ballert, der wird enttäuscht. Obwohl zunächst alles auf ein simples Actiongame hinweist, entpuppt sich
Killzone Liberation als
gnadenlose Herausfoderung, in der weitaus mehr als ein nervöser Zeigefinger gefragt ist. Statt gegen etliche Feinde gleichzeitig anzutreten, hat man es meistens nur mit wenigen Widersachern zu tun.
Klasse statt MasseDiese können allerdings massiv Paroli bieten und aufgrund sehr begrenzter Lebensenergie-Reserven wird bereits ein richtig ausgerüsteter Feind zur tödlichen Gefahr. Um dennoch gegen die Übermacht bestehen zu können, ist nicht
» Die Grafik kann sich sehen lassen. |
nur die richtige Waffenwahl, sondern auch das Ausnutzen der Umgebung entscheidend. Das A und O sind
gute Deckung und schnelle Stellungswechsel. Für den Nahkampf eignen sich neben einfachen Fausthieben vor allem Schrotflinten sehr gut. Diese sind auf mittlere und weite Entfernung allerdings nur wenig hilfreich, was das Anpirschen an den Feind oder Wechseln der Bewaffnung von Nöten macht. Gut verschanzte oder nah beieinander stehende Gegner lassen sich am effektivsten mit Granaten ausschalten.
Ebenfalls zu beachten sind
Feuerrate, Durchschlagskraft, Genauigkeit und Magazingröße der einzelnen Waffen. So ist ein Scharfschützengewehr zwar extrem genau und stark, muss allerdings nach jedem Schuss nachladen. In einigen Abschnitten geht es sogar hinter das Steuer eines Panzers, mit dem in aller Ruhe aufgeräumt werden kann. Hin und wieder bekommt man darüber hinaus einen Verbündeten zur Seite gestellt, dem man mit einem einfachen
Befehlssystem Anweisungen geben kann. So ist es beispielsweise möglich, einen feindlichen Geschützturm mit Hilfe des Verbündeten abzulenken, während der Spieler selbst über die Flanke mit Granaten angreift.
Macken im Detail und tolle OptikDie Steuerung des Titels ist vor allem in Bezug aufs Zielen etwas gewöhnungsbedürftig, geht nach einer mehr oder weniger kurzen Einspielzeit allerdings gut von der Hand. Etwas
» Panzer machen alles platt. |
nervig sind einige unfaire Stellen an denen Gegner plötzlich mit übertriebener Bewaffnung auftauchen.
Fair gesetzte Checkpoints fangen hier all zu schlechte Laune zwar gut ab, dennoch hätte man mit etwas mehr Feintuning solche Trial and Error-Passagen vermeiden können. Für gehörig Extramotivation sorgen versteckte Vektra-Dollar, welche durch das Einsammeln neue Waffen und Upgrades für selbige freischalten. Außerdem warten am Ende jeden Kapitels optionale Herausforderungen auf den Spieler, welche diverse Charaktereigenschaften (Lebensenergie, Tragekapazität, etc.) verbessern.
Grafisch bietet der Titel sehr gute Kost und verzaubert die Spieleraugen mit detaillierten Umgebungen, sauberen Effekten und dem gewohnt brachialen Design. Lediglich einige Grafikfehler wie sich bewegende Leichen trüben den Gesamteindruck. Der Sound bietet spärliche, aber gut eingestreute Hintergrundmusik und wuchtige Soundeffekte. Wer nach der mit rund sechs bis acht Stunden etwas kurzen Kampagne Lust auf mehr verspührt darf sich auf sechs Maps mit bis zu fünf Freunden im kurzweiligen Wi-Fi-Modus messen.