» userrankings.com Master-Review «
Link: http://userrankings.com/spiel/2456/masterreview.html
Grand Theft Auto: Liberty City Stories  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 09.07.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Solide Portierung des PSP-Hits ohne Verbesserungen sowie eingespartem Mehrspielermodus.

Toni, der Protagonist aus Grand Theft Auto III , ist zurück! Das Gorillagesicht beweist sich abermals als knallharter Kerl, dem kein Job zu schmutzig und kein Verbrechen zu unmoralisch ist. In Grand Theft Auto: Liberty City Stories erfahren wir einiges über seine Vergangenheit, in der es ebenso hart und blutig zuging, wie im Original aus dem Jahre 2001. Ob die Konvertierung des von Verbrechen verseuchten Liberty City auf die Playstation 2 gelang, steht wie immer im nachfolgenden Master-Review.

Back in Town
Nach dem Mord an einem Mafiaboss war der grobschlächtige Toni Cipriani gezwungen, das Weite zu suchen und unterzutauchen. Doch jetzt ist es an der Zeit, wieder kräftig in der Unterwelt von Liberty City mitzumischen.
» Toni is back in action!
Viel geändert hat sich in seiner alten Heimat jedoch nicht. Immer noch toben die Mafiakriege, Gewerkschaftler proben den Aufstand und der Drogenhandel boomt. So verwundert es kaum, dass Tonis erster Tag in Liberty City einen Besuch bei seinem alten Brötchengeber Salvatore Leone bereit hält.

Dieser ist niemand geringeres als der Boss der berüchtigten Leone-Familie - ein Mafia-Clan, wie er im Buche steht; inklusive protziger Villa, schwarzen Designeranzügen, aufmüpfigen Nachkömmlingen und italienischem Akzent. Auch alte Kontakte wie beispielsweise die zum perversen JD lässt Toni wieder aufleben, was ihm das erneute Eintauchen in die Unterwelt der Millionenmetropole erleichtern soll. Zahllose, wie immer mit genialen Charakteren inszenierte, Ingamesequenzen treiben die Story voran und sorgen dank des bekannten ironischen Stils mit viel schwarzem Humor für zahlreiche Lacher.

Free-Roaming
Serientypisch einfach gestalten sich die ersten Missionen, welche man von genannten Kontaktpersonen erhält: Dealer verkloppen, Schulden eintreiben und leichte Mädchen abkassieren steht zunächst auf dem Plan, um
» Das riecht nach Ärger...
mit den grundlegenden Spielmechanismen vertraut gemacht zu werden. Die bekannte Minimap am unteren rechten Bildschirmrand zeigt wie immer Auftraggeber und Missionsziele an, damit man auf seinen Touren durch die riesige Metropole nicht den Überblick verliert. Wahlweise kann man auch auf eine große Übersichtskarte wechseln, welche die Stadt in ihrer Ganzheit zeigt.

Die Bedienung haben die Entwickler dabei natürlich wieder an das bekannte Playstation 2-Pad-Layout angepasst. So bewegt man sein virtuelles Alter Ego mit Hilfe des Analogsticks durch die Straßen, während sich mit selbigem Autos geschickt über Kreuzungen und Passanten jagen lassen. Alles in allem hat die Rückübertragung der Steuerung sehr gut wie nicht anders zu erwarten funktioniert, wenn auch das automatische Zielsystem für das Erschießen von Gegnern immer noch nicht optimal arbeitet.

Umfangreiches Abenteuer
Wie von GTA seit dem ersten Teil an gewohnt, darf man sich frei in der aus drei Abschnitten bestehenden Stadt bewegen und dabei nicht nur den Hauptmissionen folgen. Neben den bekannten Taxi-, Polizei-, Feuerwehr-
» Schwer bewaffnet.
und Krankenwagenmissionen hält die Metropole vor allem für suchwütige Zockernaturen allerlei Überraschungen, Eastereggs, Nebenbeschäftigungen und Boni bereit. Entdecker kommen also wieder voll auf ihre Kosten.

Je nachdem, wie viel Zeit man sich mit Erkundungstouren und Nebenmissionen lässt, fällt logischerweise die Spielzeit aus. Wer stur den Hauptmissionen folgt, dürfte rund 20 Stunden in Liberty City beschäftigt sein, während neugierige Gamer deutlich länger Spaß an dem gelungenen Programm haben. Im Gegensatz zur Playstation Portable-Version wurde der Mehrspielermodus ersatzlos gestrichen. Somit bleibt Grand Theft Auto: Liberty City Stories auf der Playstation 2 ein reiner Solotitel, ohne jegliche Mehrspieleroptionen.

Grafisch nur PSP-Niveau
Grafisch wurde das Game Eins zu Eins von der PSP übernommen. Im Vergleich zu den anderen Konsolenversion der GTA-Reihe sieht der neueste Teil also am schlechtesten aus. Zocker sollten
» Mit ihm sollte man sich nicht anlegen.
sich also auf Kantenflimmern, schwächere Texturen und bekannte Probleme wie Slowdowns und Popups gefasst machen. Gerade hier hätte man sich bei der Konvertierung mindestens GTA: San Andreas-Niveau gewünscht. Über den Sound muss man bei einem GTA schon fast keine Worte mehr verlieren: Zahlreiche Radiosender mit lizensierter Musik und genialen Moderatoren wissen genauso zu begeistern wie die filmreifen Sprecher in den Zwischensequenzen sowie passenden Soundeffekte.

Eigene Musiktracks können im Gegensatz zur PSP-Variante allerdings nicht eingebunden werden, da die Playstation 2 über keinerlei entsprechende Speichermöglichkeiten verfügt. Ein bekanntes Übel der Reihe bleibt allerdings bestehend: Leider haben es die Entwickler abermals nicht für nötig befunden, Checkpoints am Anfang von Missionen oder während längerer Aufträge einzubauen. So muss nach dem Scheitern eines Auftrages immer wieder erneut die Kontaktperson aufgesucht und die Herausforderung komplett neu gespielt werden.
Pro
Gewohnt geniales Gameplay
Abwechslungsreiche Missionen
Großer Umfang
Rundum perfekter Sound
GTA-Humor
Viele Waffen und Fahrzeuge
Mehrspielermodus
Contra
Grafik nicht aufgebohrt
Fehlende Checkpoints
Bekannte Grafikfehler
Deutsche Version leicht geschnitten
Mehrspielermodus ersatzlos gestrichen
Fazit
Klar, die etwas schwache Konvertierung und beibehaltene Grafik der PSP von Grand Theft Auto: Liberty City Stories wird einige Spieler enttäuschen. Auch kann es der Titel zu keiner Zeit mit dem gigantischen, überragenden Grand Theft Auto: San Andreas aufnehmen. Allerdings sollte man sich von diesen Fakten nicht beirren lassen. Wer die Playstation Portable-Version des Spiels bisher nicht sein Eigen nennt und ein Freund der der megaerfolgreichen Reihe ist, der sollte sich umgehend zum nächsten Händler aufmachen und den Titel für schlappe 30 Euro erstehen. Abseits der etwas schwachen Technik hat Liberty City Stories nämlich alles, was die Serie so groß machte: Abgefahrene Charaktere und Dialoge, tiefschwarzen Humor, hervorragendes Missionsdesign, eine frei befahr- und begehbare Stadt, ordentlichen Umfang und jede Menge Spielspaß. Schade nur, dass man den Mehrspielermodus einfach gecancelt hat. Besonders online wäre dieser mit Sicherheit sehr interessant und spaßig gewesen.