Grandioses Samurai-Spektakel mit massivem Umfang.Eigentlich sollte die
Onimusha-Reihe nach dem dritten Teil ja ihr Ende finden. Doch jeder, der sich den Abspann zu
Samanosukes und
Jaques Abenteuer bis zum Ende angesehen hat, wusste, dass es eine Fortsetzung der beliebten Samurai-Action geben wird. Nun, mit dem Erscheinen von
Onimusha: Dawn of Dreams, ist es soweit. Wir haben den Titel durchgespielt und erklären im folgenden
Master-Review, warum sich ein Kauf mehr als lohnt.
Nobunaga ist tot, es lebe Hideyoshi!Nach dem Fall des bösen Fürsten
Nobunaga durch
Samanosukes Hand blühte das zerstörte Japan auf. Unter der Führung des neuen Herrschers
Hideyoshi bekamen die Bewohner endlich den Frieden, der so
» Im Regen gegen die Zombies. |
lange herbeigesehnt wurde. Doch die Freude war nicht von langer Dauer. Der Fürst veränderte sich, führte blutige Kriege und unterdrückte sein Volk. Gleichzeitig kehrten die
grausamen Genma-Dämonen zurück in die Welt der Lebenden, die offensichtlich mit dem neuen Herrscher Japans zusammenarbeiten.
Höchste Zeit also für einen weiteren
Onimusha - einen Superkrieger, der es mit den finsteren Höllenwesen aufzunehmen vermag. Da die Helden der Vorgänger jedoch in den Ruhestand geschickt wurden, muss ein neuer Krieger dieser Rolle gerecht werden. In unserer Geschichte handelt es sich dabei um den jungen
Soki.
Cooler Jungspund gegen ehrwürdigen SamuraiWährend die Helden
Samanosuke und
Jubei noch eher am klassischen Bild eines ehrwürdigen Samurais angelehnt waren, präsentiert
Capcom mit
Soki einen
jungen Draufgänger, der mehr
» Bereits der erst Boss ist genial inszeniert. |
durch coole Sprüche und ein überdimensionales Schwert auffällt. Im Verlaufe des
satte 20 Stunden umfassenden Abenteuers stößt er auf
vier weitere Kameraden, welche ebenfalls die Fähigkeit besitzen, Dämonen zu vernichten. In den meisten Missionen ist man zu zweit unterwegs. Während in den Vorgängern fest vorgegeben war, welchen Charakter man wann spielen konnte, ist es in
Dawn of Dreams möglich jederzeit zwischen den Kämpfern zu wechseln.
Die nicht direkt kontrollierte Spielfigur wird von der KI übernommen, der man mittels Richtungstasten grundlegende Verhaltensmuster befehlen darf. Allerdings agiert die
künstliche Intelligenz recht unbeholfen und geht somit sehr oft zu Boden. Glücklicherweise regenerieren sich die computergesteuerten Charaktere stets von selbst, so dass man keinen echten Nachteil durch deren Knock Outs davon trägt. Zusätzlichen Content abseits der Storypfade bieten versteckte Gegenstände und Waffen, zahllose Rätselkisten, an denen Steine in x Zügen richtig angeordnet werden müssen, sowie der aus den Vorgängern bekannte
Dark Realm, in dem auf zig Stockwerken immer stärker werdende Monster auf den Spieler warten.
Gewohnte QualitätWesentlich wichtiger sind die Mitstreiter für diverse Rätsel während der gut designten Levels. Jeder Verbündete verfügt über
Spezialfertigkeiten, die oft eingesetzt werden müssen, um voran zu kommen. So öffnet der
superstarke Spanier
Roberto zuverlässige schwere Eisentüren und verschiebt Blöcke, während der Mönch
Tenkei mit Toten kommuniziert, die wichtige Informationen liefern. Die flinke Ninja
Jubei wiederum kriecht auch durch engste Ritzen und balanciert über dünne Bretter, wodurch sie an Orte gelangt, welche für andere Charaktere unerreichbar sind. Schützin
Ohatsu hingegen verwendet dafür einen Enterhaken, mit dem sie sich geschickt über Abgrund schwingt. Zudem verfügt diese über mächtige Sprengladungen, die verschlossene Türen gewaltsam öffnen.
Bei solchen
gelungenen Teameinlagen schöpft der Titel die Möglichkeiten der verschiedenen Fertigkeiten voll aus und sorgt dank des damit verbundenen
guten Leveldesigns für Abwechslung zwischen den Fights. Ärgerlich ist hierbei lediglich die Tatsache, dass gerade der komplizierteste und anstrengenste Rätsellevel quasi zwei Mal durchlaufen werden muss - natürlich mit einem anderen Lösungsweg. Auch einige andere Levels besucht man mehr als nur einmal, was aber nicht wirklich stört. Sehr schönes Detail am Rande: Zwischen den Missionen laden die Verbündeten zum optionalen
ausgiebigen Plausch per Textfenster ein, wodurch man einiges über deren deren Beweggründe im Kampf gegen die Dämonen erfährt. Dadurch bleiben die Figuren nicht leblos, sondern entwickeln im Verlauf des Spiels ihren ganz eigenen Charakter.
Schneller, härter, coolerHerzstück des Geschehens sind natürlich abermals die erbitterten Fights gegen die vielseitigen und abwechslungsreichen Genma-Widersacher. Besonders die
zahlreichen Bosse wurden wieder perfekt in Szene gesetzt und verlangen
» Deine Seele gehört mir! |
dem Spieler einiges ab. Lediglich die Tatsache, dass man auf einige Endgegner mehrmals trifft, könnte einige Spieler stören - doch für Boss-Recycling ist
Capcom ja bekannt. Das Kampfsystem baut auf bekannte Tugenden, wurde aber insgesamt
etwas schneller und actionreicher gestaltet. Nach wie vor muss man durch geschickte Hiebe, Spezialattacken, Blocks und Ausweichmanöver Überlegenheit demonstrieren und anschließend von toten Feinden
freigesetzte Seelen absorbieren.
Diese füllen den eigenen Lebens- und Zaubervorrat auf oder lassen sich an Speicherpunkten in Waffen und Rüstungen integrieren, um diese zu verstärken. Die Schwerter, Panzerhandschuhe, Gewehre, Speere und Katanas - also eine Waffenkategorie für jeden spielbaren Krieger - können nun in zehn Stufen ausgebaut werden, was nicht nur deren Angriffswert erhöht, sondern zusätzliche Attribute wie "+1000 Lebenspunkte" oder "+100% Erfahrung" freisetzt. Letztere sind übrigens ebenfalls neu. Durch das Töten von Genmasoldaten erhalten die Charaktere wie in einem Rollenspiel Punkte, welche bei einem
Stufenanstieg das Verbessern von Fertigkeiten ermöglichen.
Don't fear the Reaper!Im Verlaufe des Abenteuers ziehen die Widersacher in Sachen Härte und Anzahl natürlich deutlich an. Insgesamt ist der vierte Teil der wohl
schwerste Vertreter der Reihe, was blutige Anfänger vor einige Probleme stellen dürfte.
» ZACK! Der hat gesessen. |
Glücklicherweise kann man einen beachtlichen Vorrat an Heilutensilien ansammeln, was die mitunter sehr schweren Bossfights deutlich entschärft. Außerdem hat man die
Continue-Funktion humaner gestaltet. Ab sofort darf man das Spiel nach dem Ableben vom aktuellen Abschnitt beziehungsweise Bossgegner aus beliebig oft fortsetzen. Einen Rückschritt macht der Titel allerdings bei der nun frei drehbaren Kamera. War die Perspektive schon in den Vorgängern nicht immer optimal gewählt, bringt sie den Spieler in
Onimusha: Dawn of Dreams noch öfter in arge Bedrängnis.
Durchwegs sehr gut ist wiederum die technische Präsentation des Games. Die Grafik kann mit dem vergleichbaren
God of War zwar nicht mithalten, dennoch ist alles sehr detailliert und liebevoll eingefangen worden. Vor allem die vielen Spezialeffekte überzeugen auf ganzer Linie. Lediglich das Playstation 2-typische Kantenflimmern ist auch beim vierten
Onimusha-Teil zu beklagen. Die coole Story wird mit nachbearbeiten Ingame- und einigen wirklich
spektakulären Rendersequenzen sehr gut inszeniert und lässt keine Wünsche offen. Auch beim Sound gibt es wie gewohnt einiges auf die Ohren. Satte Effekte, professionelle englische Sprecher und klassisch japanische bis technolastige Musikuntermalungen unterstreichen das Geschehen stets perfekt.