Überraschend guter Strategietitel mit rundenbasiertem Kampfsystem und Mittelalter-Setting.Seit Jahren erfreuen sich Echtzeitstrategen auf dem PC an den Spielen der
Age of Empires-Serie. Auch Konsolenableger der hochkarätigen Titel hat es immer wieder mal gegeben. Jetzt wurde der zweite Teil für Nintendos Handheld umgesetzt und stellt dabei das erste rundenbasierte Spiel der Franchise dar. Ob diese Gameplayveränderung eine Verbesserung darstellt und welche Features
Age of Empires: The Age of Kings für den DS sonst noch bietet, erläutert euch unser Master-Review aufs Genaueste.
Zu den Waffen, Mylord! Sieben Jahre sind bereits vergangen, seit
Age of Empires 2 auf dem PC das Licht der Welt erblickt hatte. Das Remake für den DS orientiert sich dabei an den Kampagnen und am Setting des großen Vorgängers, so dass ihr Franken, Briten, Sarazenen,
» Die Schlachten sind super inszeniert. |
Mongolen und Japaner durch verschiedene historische Schlachten steuert. Dabei wurde aber das Echtzeit-Gameplay gegen ein
Advance Wars-ähnliches Rundensystem eingetauscht. Im Klartext bedeutet dies, dass ihr eure Spielfiguren Befehle gebt, Einstellungen vornehmt und dann die Runde beendet. Danach ist eurer Gegner am Zug und ihr müsst warten, bis er alle seine Aktionen durchgeführt hat. Hierbei läßt sich das Spiel grob in zwei Kategorien aufteilen: Aufbauen und Krieg führen.
Beim Aufbauteil gilt es, wie in den
Age of Empires-Spielen üblich, erstmal ein Dorfzentrum zu errichten. Nur dann sind erst weitere Konstruktionen, wie eine Kaserne oder Mühle, möglich. Letztere wird zur Nahrungsbeschaffung benötigt – eine der beiden Rohstoffe im Spiel. Nur wenn ihr genug Gold und Nahrung habt, könnt ihr
neue Truppen oder Technologien kaufen. Wie beim Original gibt es
vier Zeitalter, in denen sich euer Volk weiterentwickeln kann. Vom
Dark Age bis zum
Imperial Age bringt jedes Zeitalter neue Entwicklungen und Verbesserungen von Waffen, Rüstungen oder dem Handelssystem mit sich.
Für den König! Kommt es dann zum Kampfe, müsst ihr mit den taktischen Finessen des rundenbasierten Systems und der Einheiten vertraut sein: Bogenschützen haben im Gebirge deutliche Reichweitenvorteile, Armbrustschützen und schwere
» Die Grafik ist charmant und ansehnlich. |
Geschütze können nicht ziehen und gleichzeitig schießen sondern müssen erst eine Runde aussetzen, Pikeniere sind stark gegen berittene Einheiten aber schwächer gegen Fußtruppen usw. Dabei spielt zudem, wie in
Advance Wars Dual Strike, das Gelände eine wichtige Rolle. Je nach Bodentyp kommt eine Einheit langsam oder gar nicht voran oder erhält einen
Sonderbonus. Diese Boni sind wiederrum von Truppe zu Truppe verschieden: Reiter bekommen in der Ebene einen Sturmvorteil, die Kamelreiter ängstigen die Pferde der Ritter.
Das geschickte Einsetzen solcher Vor- und Nachteile entscheidet oft über Sieg oder Niederlage, so dass Taktik großgeschrieben wird. Um euch langsam an die Materie heranzubringen, verfügt das Spiel übrigens über ein
gut gemachtes Tutorial. Allerdings ist der Titel
Advance Wars Dual Strike in Sachen Umfang und Komplexität doch unterlegen: Man kann nicht auf dem Wasser oder in der Luft kämpfen, zudem gibt es weniger Einheiten und Spielmodi. Auch werden nicht beide Bildschirme zum Kämpfen benutzt. Auf dem oberen werden lediglich Informationen sowie
toll animierte Kampfsequenzen dargestellt, während die Aktionen sich alle auf dem Touchscreen befinden. Auch gibt es
viel weniger Freizuspielen als in der Genrereferenz.
Multiplayerfreuden und grafische Feinheiten Gesteuert wird
Age of Empires: The Age of Kings übrigens via Touchscreen: Bequem könnt ihr so die Einheiten auswählen und ihnen Befehle erteilen. Befinden sich eure Truppen allerdings in einem größeren Pulk, so ist die Chance groß, dass ihr euch
» Runde um Runde kämpft ihr um den Sieg. |
verklickt. In dem Fall läßt es sich aber einfach auf's D-Pad ausweichen. Wollt ihr gegen Freunde spielen, gibt es zwei Möglichkeiten: Ein "Hot Seat"-Modus, bei dem ihr den DS nach jeder Runde herumreicht, oder Multiplayer via WiFi. Bei letzterem benötigt allerdings jeder Mitspieler sein eigenes Modul. Auch gilt es oft, lange zu warten, bis eure Kontrahenten ihre Züge durchgeführt haben – während der Zeit könnt ihr selbst gar nichts machen. Um die Mehrspielerpartien auszugleichen, können auch Computergegner dazugeschaltet werden. Auch Siegesbedingungen und Rundenvorgaben lassen sich einstellen.
Grafisch fängt der Titel das mittelalterliche Flair des PC-Originals gekonnt ein. Gepaart mit lieblichen Melodien,
englischer Sprachausgabe, je nach Volk unterschiedlichen Angriffsschreien sowie kleinen Feinheiten wie animierten Portraits der Einheiten gibt es an der Präsentation des Spiels nichts zu meckern. Vor allem die
Kampfanimationen stecken das, was man von
Advance Wars: Dual Strike kennt, locker in die Tasche.