Die Lemminge haben die Jahre überdauert und überzeugen auch auf der PSP.Es gibt Serien, die wahrscheinlich jeder, der jemals auch nur irgendwie in Kontakt mit Computer- oder Videospielen gekommen ist, kennt. Eine davon stellt mit ziemlicher Sicherheit
Lemmings dar. Nach unglaublichen 15 Jahren seit deren Debüt auf dem PC und unzähligen Ablegern sollte die Chance groß sein, dass man zumindest jemandem beim Zocken über die Schulter geschaut hat. Auf der langen Liste der Umsetzungen für nahezu alle Systeme dieser Welt findet sich nun auch die PSP wieder. Was das Revival der potenziellen Selbstmörder so alles bietet, klärt unser Master-Review.
Buddeln, bauen, bomben Allen, die sich erfolgreich gegen die Invasion der Lemminge gewehrt haben oder wirklich noch nie damit in Berührung gekommen sind, sei zuerst einmal das zugrunde liegende Spielprinzip erklärt: Auf ein Spielfeld, das in der Breite über
» Walking like an agyptian ... |
mehrere Bildschirme reichen kann,
prasseln unaufhörlich Lemminge herein. Je nach Level bis zu 100 dieser niedlichen, nur einige Pixel großen Tierchen, manchmal aber auch weniger als eine Handvoll. Ebenso wie die Anzahl variiert auch die Rate, mit der die kleinen Selbstmörder aus einer oder mehreren Luken herausfallen und nach rechts losmarschieren.
Ziel eines jeden Abschnittes ist es, eine vorgegebene Anzahl an Lemmingen
sicher zum Ausgang zu geleiten. Diesem Vorhaben steht vor allem die unterschiedliche Topographie der Levels im Weg: Abgründe, Seen, Stege, Berge und weitere, künstlich geschaffene Hindernisse wie beispielsweise Säulen. Das Besondere am Titel ist nun, dass die Lemmings diesen feindseligen Umgebungen nicht auf Gedeih und Verderb ausgesetzt sind. Mithilfe von Fertigkeiten, die der Spieler den einzelnen Tierchen zuweisen kann, werden diese
durch die Abschnitte gelotst.
Oh No! More Lemmings Insgesamt acht dieser Fähigkeiten stehen zur Auswahl. Angefangen bei Gräbern, die vertikal, horizontal oder schräg nach unten buddeln können über Kletter-Lemminge, welche mühelos jede senkrechte Wand erklimmen bis hin zu Krater
hinterlassenden Bombern. Den Reigen schließen Brückenbauer, Stopper sowie Fallschirmspringer, denn der Fall aus großer Höhe tötet die kleinen Kerlchen. Trotz all dieser Fertigkeiten machen die Lemmings ihren Vorbildern aus dem Tierreich
alle Ehre und stürzen sich nur allzu gerne in die Tiefe. Dies passiert jedoch nicht aus reiner Freude am Suizid sondern weil man schlicht zu langsam war, die richtige Aktion auszuführen oder - ganz einfach - aus Unachtsamkeit.
Neben dem Spieler, der somit die
größte Bedrohung darstellt, warten auch noch andere
zahlreiche Gemeinheiten auf die Lemminge: Flammenwerfer sorgen für ein Barbecue der etwas andere Art, Stampfer zermatschen die Tierchen und auch weitere Fallen führen zu einem vorzeitigen Ableben. Die Herausforderung in den Levels besteht meist darin, dass nur eine begrenzte Anzahl der Fertigkeiten, oder umgekehrt alle im Überfluss, zur Verfügung stehen und man gut überlegen muss, wo welche einzusetzen sind. Hinzu kommt ein Zeitlimit, das einem nicht selten beinhart im Nacken sitzt.
Hirnschmalz und eine gute Beobachtungsgabe stellen also die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss dar.
Alt aber noch immer gut Soweit also nichts neues, was man nicht schon vom Ur-
Lemmings her kennen würde. Selbst dessen Originallevels, unterteilt in die Kategorien mit den klingenden Namen
Spaßig,
Knifflig,
Stressig und
Chaos zu je 30 Stück, sind mit an Bord. Daneben
» Eine von zahlreichen Todesarten. |
hat Entwickler
Team 17 dem Titel aber noch
36 neue Herausforderungen spendiert, welche den Vorbildern in nichts nachstehen.
Auch wenn man zu Beginn noch keine Probleme damit hat, die Levels abzuschließen, kommt für jeden irgendwann der Punkt, an dem einfach
nichts mehr geht und man nur durch intensives Überlegen und zahlreiche Neustarts ans Ziel kommt. Glücklicherweise lässt der Titel das Überspringen von unlösbaren Abschnitten bis zu einem gewissen Grad zu. Selbst die eigene Kreativität ist gefordert, da ein
integrierter Leveleditor zu hemmungslosem Bauen eigener Kreationen einlädt. Diese können anschließend online mit anderen Benutzern getauscht werden.
Never change a winning team Wie zu erwarten sind das nicht die einzigen Änderungen, welche
Team 17 der Neuauflage spendiert hat. Der Entwickler ließ sich nicht lumpen und spendierten dem Titel
ein neues Gesicht, ohne dabei des Flair des Urvaters zu zerstören.
Neben schicken 3D-Hintergründen und aufpolierten, detaillierteren Grafiksets bekamen selbst die Lemminge eine Frischzellenkur verpasst und stellen nun mehr als nur schlichte Pixelhäufchen dar. Auch die Akustik erhielt einen
zeitgemäßen Schliff: sämtliche typische Sounds wie "Let's go", "Oh no" oder "Yippee" sind wie auch die Hintergrundmelodien, welche nach wie vor Ohrwurmqualität besitzen, in einer aufpolierten Fassung vorhanden.
Die Steuerung bedurfte natürlich einer Anpassung an die PSP, wobei dieser Job wirklich
vorbildlich erledigt wurde. Mittels Schultertasten schaltet man durch die verschiedenen Fähigkeiten, X und das Digikreuz weisen diese den Lemmings zu. Zur besseren Übersicht sind alle zu rettenden Tierchen sowie deren Gesamtanzahl am Bildschirm ersichtlich. Neuerdings darf der Blick auf das Geschehen auch um das Doppelte vergrößert werden, Pause zum Grübeln und ein Knopf fürs Vorspulen standen ja schon immer zur Verfügung. An die Genauigkeit einer Steuerung mit der Maus kommt die Handheld-Version freilich nicht heran, dennoch hat man die Lemminge fast zu jeder Zeit
sehr gut unter Kontrolle.