Simpel gestricktes Beat'em Up, das nur kurzfristig zu gefallen weiß.Dass
Namco das klassische Prügelgenre gekonnt bedient, hat der japanische Entwickler sowohl mit den
Tekken-Titeln als auch der
Soul Calibur-Reihe mehrfach eindrucksvoll bewiesen. Der Erfolg bei herkömmlichen Brawling-Spielen im Stile eines
Streets of Rage oder
Final Fight ließ bisher jedoch zu wünschen übrig, wie man anhand des durchwachsenen
Death by Degrees sehen kann. Ob
Urban Reign diese Scharte auswetzen kann oder dieses Beat'em Up ebenfalls im Mittelmaß versinkt, klärt folgendes Master-Review.
Big trouble in little ChinaSein Name lautet Hawk, Brad Hawk. Sein Beruf ist der eines professionellen Prügelknaben, sprich er verpasst anderen Personen gegen entsprechendes Entgelt ein blaues Auge. Hawks jüngste Mission führt ihn in die Stadt Green Harbor,
in der ein Konflikt zwischen den vorherrschenden Straßengangs zu eskalieren droht. Shun Ying Lee, die attraktive Auftraggeberin und ganz nebenbei noch graue Eminenz von Chinatown, heuert den käuflichen Raufbold an, da sie von einer rivalisierenden Bande irrtümlicher Weise für eine Entführung verantwortlich gemacht wird und sich ihrer Haut nicht mehr sicher wähnt.
Ab nun liegt es an euch, in der Rolle von Brad Hawk der hübschen Chinesin Schutz zu bieten, das Missverständnis aufzuklären und schließlich Recht und Ordnung in Green Harbor wiederherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, prügelt ihr euch durch
100 Missionen, von denen jede in einem räumlich eng begrenzten Areal spielt und bis zu fünf ruppige Gesellen nach eurem Leben trachten. Um die zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen, wird euch in manchen Levels ein Partner zur Seite gestellt, den ihr aus einer Liste von bis zu
zehn Haudegen rekrutieren dürft. Jeder der Kumpanen verfügt über individuelle Stärken sowie Schwächen und greift zudem auf einen anderen Kampfstil zurück.
Einfach draufhauenDas Steuerungskonzept von
Urban Reign wurde bewusst simpel gehalten. Mit bloß einem Schlagknopf und einem Button für Würfe könnt ihr in Kombination mit den Richtungstasten dennoch
» Die bezaubernde Chefin von Chinatown. |
ohne große Mühe
beeindruckende Combos zaubern, welche die Kontrahenten regelrecht durch die Luft wirbeln. Im Laufe des
Missions-Modus steht es euch darüber hinaus frei, die Fähigkeiten von Brad Hawk aufzuleveln. In diesem Zuge erlernt der Protagonist überaus wirksame Spezialattacken, welche die Gegnerschaft geradezu platt walzen. Reichen auch diese Argumente nicht, um eure Gegenüber zu überzeugen, so kommen schließlich auch Waffen zum Zuge: von Baseballschlägern über Samuraischwerter bis hin zu Kettensägen finden dabei allerhand üble Utensilien Verwendung.
Namco bleibt jedoch seiner Tradition treu und lässt auch beim Einsatz der gefährlichen Kampfhilfen keinen Tropfen Blut fließen. Stattdessen werden wuchtige Treffer durch die aus der
Tekken-Serie bekannten blitzähnlichen Lichteffekte signalisiert. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten wie
The Warriors bleibt der Titel damit frei von exzessiver Gewaltdarstellung.
Überraschungsgäste angekündigt!Sucht ihr schließlich abseits der Missionen nach Abwechslung, so dürfen die einzelnen Levels nach erstmaligem Durchspielen im
Freien Spiel erneut besucht werden. Das Ziel liegt darin,
» Van Damme hätte seine Freude. |
durch schnelles Beenden und möglichst lange Combos eine hohe Punktzahl zu erzielen. Neben der vergleichsweise kleinen Schar an Protagonisten aus dem
Missions-Modus kann man hierzu auch die Bösewichte zurück greifen, was die Zahl der spielbaren Charaktere auf
bis zu 60 Prügelknaben erhöht. Gute Resultate werden mit dem Freischalten ebendieser belohnt und so geben sich gar die aus
Tekken bekannten Martial Arts-Experten
Marshall Law und Paul Phoenix ein Stelldichein.
All die angeführten Pluspunkte täuschen jedoch keineswegs über die Mängel von
Urban Reign hinweg. Unterm Strich betrachtet bleibt nämlich ein ziemlich simpel gestricktes Beat'em Up zurück, das keine frei begehbaren Areale sondern verhältnismäßig kleine Schauplätze bietet. Die einzelnen Missionen sind innerhalb weniger Minuten meisterbar und spielen sich zumeist alle sehr ähnlich. Auch die
Hintergrundgeschichte besitzt bloß Alibi-Charakter und verhilft den relativ uncharismatischen Protagonisten zu keiner Zeit zum Aufblühen. Zudem wird im dichten Getümmel
oftmals Button Mashing mehr als gezielter Einsatz des Schlagarsenals belohnt. Eine etwas störrische Kamera-Steuerung bessert den Gesamteindruck hier natürlich in keinem Maße. Technisch bietet der Titel gerade mal Durchschnittskost. Ein direkter Vergleich mit der optisch und akustisch gelungenen Genrekonkurrenz
Def Jam Fight For NY lässt die Mängel wie verwaschene Texturen und langweilige Begleitmusik deutlich zu Tage treten.