Gelungenes Old-School-RPG mit schöner Präsentation, das gleichzeitig allerdings auch viel Raum für Kritik lässt.Fragt man ambitionierte Videospieler danach, welches Genre auf den aktuellen Handhelds besonders kurz kommt, wird wohl das der Rollenspiele am häufigsten genannt werden. Langsam aber sicher kommt der Stein aber ins Rollen und immer mehr portable RPGs erblicken das Licht der Welt. Dass es sich dabei bisher noch meist um Remakes handelt, ist da eher zweitrangig. So auch bei
Astonishia Story für die PSP, welches wir im
Master-Review unter die Lupe genommen haben.
Story, anyone?Wie bereits angedeutet handelt es sich bei
Astonishia Story um keine Neuentwicklung sondern
Remake eines bestehenden Klassikers. Erstmals erschien der Titel 1994 für den PC. Erzählt wird die Geschichte des ehrenwerten
Ritters
Lloyd von Rointhal, der sich aufmacht, die Welt vor dem Bösen zu retten. Dazu muss er einen entwendeten heiligen Stab wiederbeschaffen, welcher in den falschen Händen unglaubliches Unheil anrichten kann. Begleitet wird er dabei von
verschiedensten Gefährten – vom Axt schwingenden Zwerg bis hin zum greisen Magier -, die während des Abenteuers immer wieder wechseln.
Im Klartext:
Astonishia Story bietet
klassische Rollenspielunterhaltung in einem mittelalterlich angehauchten Setting mit einer leider doch recht belanglosen Story und relativ blass bleibenden 08/15-Charakteren. Vor allem der ständige Wechsel der Partymitglieder und die wenigen Dialoge innerhalb der Party lassen hier eine echtes Gemeischafsgefühl vermissen. Lediglich der teils sehr seltsame Humor des Titels - Stichwort:
Warez Fairy, die geklaute Items verkauft - weiß auf der erzählerischen Seite hervorzustechen. Wer also eine epische Story und tiefgründige Persönlichkeiten von einem Rollenspiel erwartet, der ist hier an der falschen Adresse.
RPG der alten Schule Ubisofts neuester Beitrag im noch sehr kleinen Pool der PSP-Rollenspiele richtet sich vielmehr an Verfechter klassischen Japano-RPG-Gameplays, die auf eine umfassende Story verzichten können. So streift man zu eingängigen
» Klassisches Gameplay wie in 16-Bit-Zeiten. |
Melodien durch
schön gezeichnete 2D-Landschaften, führt Gespräche und Handel mit ebenfalls sehr blass bleibenden NPCs, sucht sich neue Quests und gerät dabei in allerlei Kämpfe gegen böse Monster und finstere Schergen. Weniger klassisch ist allerdings die Spielzeit. Sitzt man an den meisten Vertretern des Genres weit jenseits der 20 Stunden-Marke bis hin zu 100 Stunden, lässt sich
Astonishia Story in 15-20 durchspielen.
Der
Spielablauf ist sehr linear gehalten, so dass es nicht schwer fällt, den richtigen Weg zu finden. Dungeons wechseln mit Dörfern, kleinen Städten und dem Marsch über die Weltkarte. Von vielen Spielern gehasste Zufallskämpfe gibt es nur innerhalb von Dungeons oder Wäldern. Zudem ist die Encouter-Rate hierbei sehr begrenzt gehalten worden, so dass die aufgezwungenen
Fights niemals lästig erscheinen. Auf der Weltkarte sind umher wandernde feindliche Gruppierungen durch entsprechende Monster-Figuren gekennzeichnet, so dass man stets versuchen kann, diesen auszuweichen.
Shining FightsDie eigentlichen Kämpfe finden
rundenbasiert auf einem Extra-Bildschirm statt. Hier bewegt man seine Recken über viereckige Kacheln und erteilt mittels einfacher Menüs Angriffs-, Ausrüstungs- und Zauberbefehle. Die Figuren
» Der Feuerzauber sorgt für Ruhe. |
werden dabei abwechselnd bewegt. Sinkt die Energie einer Figur auf Null, wird sie bewusstlos und steht erst im nächsten Kampf wieder zur Verfügung. Solange man genug Heilutensilien und -zauber einsetzt, sollten die Kämpfe allerdings niemanden vor ernsthafte Probleme stellen. Der Schwierigkeitsgrad ist somit eher moderat ausgefallen und für jeden Spielertyp schaffbar.
Insgesamt erinnert die Kampfengine stark an die der
Shining Force-Games, allerdings mit einer kleineren Gruppe. Auch
fehlt es den Auseinandersetzungen mit zunehemender Spieldauer
an Abwechslung. Mehr Gegnertypen mit unterschiedlicheren Vorgehensweisen und Skills hätten hier für Abhilfe sorgen können. Nach einem Kampf gibt es natürlich
Erfahrungspunkte, die in ausreichen Mengen zu einem Stufenanstieg führen und die Werte der Charaktere verbessern. Hier hätte etwas mehr individuelle Charaktergestaltung allerdings nicht geschadet. Statt dessen erhöhen sich lediglich die Werte der Figur und man lernt automatisch neue Fertigkeiten hinzu. Der Spieler hat keinen Einfluss auf die Entwicklung der Recken.