Solide Portierung der beiden Xbox-Versionen – aber leider nicht viel mehr.Türkisblaues Meer, schneeweißer Sand und eine Armee von Bösewichtern – es ist ein pervertiertes Paradies, mit dem unser Protagonist Jack Carver in den beiden Xbox-Versionen
Far Cry Instincts und
Far Cry Instincts: Evolution konfrontiert wird. Konnte ersteres Ende September letzten Jahres mit toller Grafik und abwechslungsreichem Gameplay überzeugen, erwartet uns mit
Far Cry Instincts: Predator nun ein Kompendium sowohl des Hauptprogramms als auch der Missiondisk. Ob die Portierung des Inselabenteuers gelungen ist, soll einmal mehr unser
Master-Review klären.
Schiff ahoiVöllig unbedarft gerät unser Protagonist in der Story von
Far Cry Instincts in einen
Strudel von Gewalt. Als er dann auch noch mit einem Mutagen infiziert wird, beginnen sich seine physischen Fähigkeiten
zu verändern – weite Sprünge und unglaublich schnelle Sprints durch das Dickicht stellen kein Problem mehr dar, vor seinen Klauen fürchtet sich die gesamte versammelte Feindesschar. Während man diese
Kräfte in
Far Cry Instincts erst
schrittweise kennenlernt, stehen sie in
Far Cry Instintcs: Evolution hingegen gleich von Beginn an zur freien Verfügung.
Daneben nutzt Carver selbstverständlich auch
klassische Waffen, um der Gegnerschaft Herr zu werden: Neben diversen Pistolen und SMGs gesellen sich im Laufe der Zeit Scharfschützengewehr und Raketenwerfer zum Repertoire hinzu. Und wem das ständige Laufen zu langweilig wird, schnappt sich kurzerhand
herumstehende – sowie bewaffnete –
Fahrzeuge wie Jeeps und Boote oder stürzt mit einem Flugdrachen in die virtuelle Tiefe. Darüber hinaus dürfen nach wie vor Fallen gelegt und Gegner durch gezielte Steinwürfe in eine bestimmte Richtung gelockt werden.
Im Dickicht des DschungelsZum Starten der Missiondisk muss jedoch – sehr zum Leidwesen aller Fans der Xbox-Version –
erst einmal das ursprüngliche Far Cry Instincts in Angriff genommen und auch
» Verlassen ist dieses Dorf sicher nicht. |
beendet werden. Kennt man diese Version somit, gilt es erneut die Zähne zusammenzubeißen, um in den Genuss des zusätzlichen Kapitels zu kommen. Neuerungen darf man hier jedoch mit der Lupe suchen,
lediglich eine zusätzliche Fähigkeit hat es ins Spiel geschafft und ermöglicht euch nun Kletterpassagen an Steilhängen.
Auch technisch greift man auf Altbewährtes zurück, von Ausnutzung der leistungsfähigen Xbox 360-Hardware kann größtenteils keine Rede sein. So dürfen als einzige visuelle Fortschritte die
enorme Weitsicht sowie die sehr
gelungenen Wassereffekte genannt werden, welche wahres Karibikfeeling auf den Bildschirm zaubern. Fakt ist jedoch, dass
Far Cry Instincts: Predator auf einem handelsüblichen PAL-Gerät nicht viel besser aussieht, als das Xbox-Pendant. Selbst hochauflösend ist der Titel optisch weit von Next-Generation-Higlights wie
Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter entfernt, was dem ansonsten stimmigen Gesamteindruck natürlich einen kleinen Dämpfer versetzt.
Lemminge im FeindesgewandAuch inhaltlich hat sich nicht allzu viel seit der ursprünglichen Fassung getan: Die Künstliche Intelligenz darf bestenfalls als "solide mit latentem Hang zur Selbstaufopferung" bezeichnet werden
» Sonnenuntergang im Sperrfeuer. |
und mit Ausnahme der leicht erhöhten Zahl an Gegenspielern blieb auch das
Spielgeschehen sowie Missionsdesign unangetastet. Bei den anderen beiden großen Eckpfeilern des Titels, dem Mapeditor und dem Multiplayermodus, liegen die Dinge naturgemäß ein wenig anders.
So darf ersterer nach wie vor nicht nur als einer der
besten und intuitivsten Editoren im Konsolenbereich bezeichnet werden, sondern auch gleich auf einige neue Bauelemente, Fahrzeuge sowie Umgebungen und Features zurückgreifen. Erforderte zum Beispiel früher das richtige Positionieren einer Leiter an einen Wachturm einiges an Fingerspitzengefühl und Frustresistenz, so darf man sich nun über automatisch zuordenbare Steigbehelfnisse freuen. Auch die neuen Bauelemente gefallen und lockern die Maps, welche nach wie vor freigegeben und sowohl über Xbox Live als auch offline gespielt werden können, nun zusätzlich auf. Ein
Import alter Maps ist im Gegensatz zu
Far Cry Instincts: Evolution allerdings
leider nicht möglich.
Multiplayer MadnessSchon in
Far Cry Instincts waren die Möglichkeiten des Mapeditors im Zusammenspiel mit dem umfangreichen Multiplayermodus ein wahrer Quell der Freude – so auch in
Far Cry Instincts: Predator.
» Ein etwas starkes Narkotikum. |
Neben den altbekannten Modi "Steal the Sample", "Predator" und dem klassischen Deathmatch hat es mit "Seek and Secure" (eine Abart von King of the Hill) auch eine
neue Variante ins Spiel geschafft. Daneben warten zahlreiche bekannte und neue Maps auf intensive Offline- und Onlinegefechte. Nach wie vor garantieren vor allem letztere mit bis zu 15 Gleichgesinnten stundenlangen Spielspaß, im Splitscreen dürfen immerhin noch vier Personen gegeneinander antreten. Lags und Verbindungsabbrüche waren dabei kaum zu bemerken.
Auch auf die Ohren gibt es nach wie vor einiges: Die
stimmungsvolle Soundkulisse erzeugt wohlige Dschungelatmosphäre und die Synchronisierung gehört nach wie vor mit zum Besten auf dem Markt eingedeutschter Spiele. Lediglich die Waffeneffekte klingen ein wenig kraftlos, hier hätte man eventuell noch ein wenig Nachbesserungsarbeit leisten können.