Das eingängige Spielprinzip wird dank Spezialcontroller zum Spielspaßgarant.Die Entwickler bei
Harmonix haben schon mit
Frequency und
Amplitude bewiesen, dass sie gute Musikspiele machen können.
Guitar Hero setzt diese Reihe jetzt mit dem
Schwerpunkt auf Rock fort und will dabei ganz klar durch den
Spezialcontroller, welcher mitgeliefert wird, punkten. Ob der Titel mit dem Hype sowie den starken US-Verkaufszahlen mithalten kann und wie die Peripherie in der Praxis funktioniert, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Bekanntes Spielprinzip neu definiert Guitar Hero spielt sich grundsätzlich sehr ähnlich wie der inoffizielle Vorgänger
Amplitude. Das Ganze präsentiert sich als Reaktionstest, der dem Spieler gutes Rhythmusgefühl und Timing abverlangt. Was den Titel so sehr vom Vorgänger
» Das Laufband stellt den Hals der Gitarre dar. |
abhebt und auch einen Großteil des neuartigen Spielgefühls ausmacht, ist die
mitgelieferte Peripherie. Der Hersteller des Controllers,
Red Octane, hat ihn einer echten E-Gitarre, der
Gibson SG, nachempfunden und verstärkt somit das Gefühl,
Lead-Gitarrist einer Rockband zu sein. Die Gitarre sieht nicht nur nett aus, sondern wurde auch sehr gut verarbeitet und liegt angenehm in der Hand.
An ihrem Hals befinden sich fünf farbige Buttons, die jeweils eine Note im Spiel darstellen. Zusätzlich gibt es einen Kippschalter, der sich nach oben sowie unten bewegen lässt und mit dem man den
Saitenanschlag simuliert. Abgerundet wird das Ganze durch ein Tremolo, einen Start- sowie Select-Knopf.
Harmonix liefert dem Spiel noch weiteres Zubehör mit. Wer seiner Gitarre einen individuellen Look verpassen möchte, findet Sticker in der Schachtel. Und damit man sie nicht ständig halten muss, ist auch ein stilechter Umhängegurt dabei.
Wie wird man zum Guitar Hero?Während des Spiels ist der Bildschirm zweigeteilt. Auf der oberen Hälfte sieht man die Live-Show der fiktiven Band in der man virtueller Gitarrist ist, während auf der unteren die Anzeigen und das
Notenlaufband dargestellt werden.
» Auf schwer kommen alle 5 Tasten zum Einsatz. |
Hier bewegen sich die Noten in einer Leiste, auf der die fünf farbigen Tasten des Controllers dargestellt sind. Drückt man einen Button auf dem Instrument, leuchtet dieser am Bildschirm auf. Um
diese Note zu spielen, muss man den Kippschalter betätigen, sobald sie
die Leiste erreicht. Damit das Ganze abwechslungsreicher wird, hat
Harmonix auch lange Töne in das Spiel integriert, die einem durch eine Linie angezeigt werden.
Bei solchen Noten muss man den jeweiligen Knopf einfach
gedrückt halten. Mit dem Tremolo kann dabei die Tonlage verändern werden. Passiert einem dabei ein Fehler setzt die Gitarrentonspur solange aus, bis wieder fehlerfrei gespielt wird. Die restlichen Tonspuren der Band spielen übrigens automatisch, der Spieler kümmert sich also nur um die Lead-Gitarre.
Guitar Hero bietet eine sehr gute Lernkurve. Während im leichten Schwierigkeitsgrad nur
drei Tasten zum Einsatz kommen und fast nur einfache Noten gespielt werden müssen, braucht man auf normal schon
vier und der Einsatz von Doppelnoten, wo man zwei Knöpfe gleichzeitig drücken muss, erhöht sich. Auf der schwersten Stufe kommt dann auch der
fünfte Button zum Einsatz und am
regelmäßigen Umgreifen führt kein Weg vorbei.
Hard-Rock PunktejagdDer Karrieremodus des Titels ist eigentlich nur dazu da, um
neue Songs freizuschalten. Echte Langzeitmotivation bietet die
Highscore-Jagd. Links unten gibt es eine Anzeige, die den aktuellen Punktestand
» Mit Hilfe der Star Power zum Highscore. |
und Multiplikator-Status anzeigt, welcher sich jedes Mal nach zehn fehlerfrei gespielten Noten erhöht. Maximal bekommt man so die vierfache Punkteanzahl pro richtigem Ton gutgeschrieben. Rechts unten ist die
Star Power-Leiste, kombiniert mit einer Anzeige, die dem Spieler zeigt, wie sehr er beim Publikum ankommt. Bei einer guten Leistung jubelt die Menge ihm zu, passieren aber zu häufig Fehler, fällt der Zeiger in den
roten Bereich und die Band wird von der Bühne gebuht, wodurch der Song zu wiederholen ist.
Spielt man Abschnitte mit
sternförmigen Noten ohne Fehler, lädt sich die
Star Power-Leiste auf. Ist diese gefüllt, kann die
Star Power durch hochreißen der Gitarre aktiviert werden. Dadurch verdoppelt sich der Multiplikator solange bis die Leiste wieder leer ist. Während man am Anfang noch mit den 50.000 Punkten kämpft, kann, nach etwas Übungszeit und geschicktem Einsatz der
Star Power, sogar die
100.000-Punkte-Hürde geknackt werden.
Genialer Sound mit zweckmäßiger GrafikDa der Schwerpunkt bei
Guitar Hero klar auf Hard Rock liegt, ist die
Interpretenliste dementsprechend
beeindruckend ausgefallen. Von
Deep Purple, ZZ Top und
Black Sabbath über
» Im Verlauf des Spiels tretet ihr in großen Arenen auf. |
Motörhead bis hin zu
Megadeth sind viele bekannte Bands und Songs vorhanden. Zusätzlich gibt es einige Beiträge von Independent Bands, so dass man auf ca.
50 Lieder kommt. Alle Songs wurden übrigens von einer
Coverband eingespielt, klingen den Originalen aber meist zum Verwechseln ähnlich. Einzig an den Stimmen der Sänger hört man ab und zu einen Unterschied.
Damit die Lieder nicht untergehen, hat sich
Harmonix vor allem bei der
Soundqualität bemüht. Ist eine gute Anlage vorhanden, bringt der Titel die
Rock-Atmosphäre gekonnt ins heimische Wohnzimmer. Die grafische Darstellung hinkt dem Ganzen zwar etwas hinterher, erfüllt allerdings ihren Zweck. Auf ein Effektfeuerwerk und hochauflösende Texturen, welche die PS2 zum Schwitzen bringen würden, muss man allerdings verzichten. Die Band und das Publikum sind aber gut animiert und vom kleinen Clubkeller bis hin zum riesigen Stadion wurden die Orte auch glaubwürdig umgesetzt.