Solide Fortsetzung mit einigen Detailverbesserungen und genial inszenierter Rache-Story.Nachdem
Reflections für den Vorgänger einiges an Kritik kassiert hat, wurde der vierte Teil der
Driver-Serie einer
Frischzellenkur unterzogen und vermehrt auf
alte Stärken gesetzt. Tanner wurde ausgemustert, die Anzahl der Fußmissionen deutlich reduziert, man hat mehr Freiheiten und die Story ist diesmal auch ganz anders, als von der Reihe gewohnt. Ob diese Änderungen das Spiel wieder zurück zu altem Glanz führen, könnt ihr wie immer in unserem
Master-Review nachlesen.
Wer war noch mal Tanner? Die Änderung, welche jedem Spieler der Vorgänger sofort auffallen wird, ist dass der Undercover-Cop Tanner dem jungen Ganoven
The Kid, kurz TK, weichen musste. In der ersten Hälfte des Titels versucht man sich also im
» TK will ganz nach oben. |
New York der siebziger Jahre einen Namen als
Fahrer zu machen. Dabei stößt man schnell auf eine Gruppe von Gangstern, die sehr hohe Ziele verfolgen. Genau das wird einem aber zum Verhängnis, denn was als eine Geiselnahme anfing, war in Wirklichkeit eine Hinrichtung, für die TK gerade stehen muss. Der Anführer der Gruppe, ein korrupter Polizist, hinterging ihn und stellte The Kid als Täter hin. Somit muss er für ein
Verbrechen, das er nie begangen hat,
25 Jahre ins Gefängnis.
Die zweite Hälfte des Spiels verbringt man dann damit, im New York des Jahres
2006 seine Peiniger aufzuspüren und
Rache an ihnen auszuüben. Natürlich ändert sich nicht nur die Jahreszahl, sondern auch die komplette Stadt. Gebäude sehen anders aus, im Radio wird aktuelle Musik gespielt, die Autos sind moderner und der Hauptprotagonist ist sichtlich gealtert. Wichtige Storyelemente werden meist in sehr
gut inszenierten Rendervideos erzählt. Die deutsche Sprachausgabe kann da allerdings nicht mithalten, zum Glück befindet sich aber auch die hervorragend gelungene englische Synchronisation auf der DVD.
Zurück zu alter Stärke Nachdem die
Fußmissionen in
DRIV3R (Driver 3) unter einigen Kinderkrankheiten gelitten haben, wurden diese nun auf ein
Minimum reduziert. Falls dann doch mal eine gespielt vorkommt, funktioniert die Steuerung um einiges besser,
» Im virtuellen New York gibt es viel zu erkunden. |
vor allem dank des neuen Zielsystems. Die meiste Zeit des Spiels verbringt man allerdings hinter dem Steuer. In
Driver: Parallel Lines wird die Abwechslung wirklich groß geschrieben. Vom einfachen „Fahr von A nach B“, über Verfolgungsjagden, bis hin zu sehr
komplexen Missionen, gibt es wirklich sehr viel zu tun. Bei letzteren kann es schon mal vorkommen, dass man vor der eigentlichen Mission viele kleine Arbeiten erledigen muss.
So gibt es beispielsweise eine
Gefängnisbefreiung im Spiel. Bis es aber zu dieser kommen kann, muss erst mal ein Wärter auf "unsere Seite" gezogen werden, indem man sein Opfer mit auf eine Spritztour nimmt und ihm dort mit
gewagten Fahrmanövern ordentlich Angst einjagt. Danach muss noch ein
Sträflingstransporter besorgt werden - dazu bearbeitet man einen Polizei-Konvoi so lange, bis das Team Reißaus nimmt und fährt mit dem Transporter anschließend in sein Versteck. Erst dann ist es Möglich mit dem Gefährt, dank seinem neuen Kumpel beim Wachdienst,
problemlos ins Gefängnis einzudringen und die Befreiungsaktion durchzuziehen.
New York, New YorkNeu ist die
freie Erkundung von New York zwischen den Missionen und dass man die eroberten Autos zu den drei Werkstätten von Kids Kumpel Ray fahren kann. Dort gibt es die Möglichkeit, das Gefährt zu
tunen, umzulackieren, » Den Cops ist TK ein Dorn im Auge. |
ein Bodykit anzubringen oder einen Turbo einzubauen. Anschließend ist es Möglich sein Werk
abzuspeichern und immer wieder in der Werkstatt
abzuholen. Da die Karte recht groß ist und somit manche Missionen weit auseinander liegen, kann man sich zwischen den drei Standorten per
Schnellreisefeature hin- und hertransportieren. Allerdings sind die Anfahrtszeiten trotzdem oft noch
relativ lang, was zusammen mit der relativ
kurzen Spielzeit die Hauptkritikpunkte des Spiels darstellt.
Konzentriert man sich nur auf die Hauptmissionen von
Driver: Parallel Lines, dauert der Spaß nämlich nur zirka
14 Stunden. Deutlich länger wird die Spielzeit allerdings durch die Zahlreichen
Extra-Missionen, bei denen man Geld verdienen kann, welches für das Tuning der Autos benötigt wird. Zusätzlich sind
100 Sterne über ganz New York
verteilt für die, ähnlich wie in
GTA, nützliche Goodies wie mehr Energie oder doppelte Munition als Belohnung winken.
Verbesserte TechnikBei der Grafik hat sich
Reflections sichtlich Mühe gegeben. Trotz der Tatsache, dass die ganze Stadt gestreamt wird, läuft das Spiel
fast immer flüssig. Nur in seltenen Ausnahmefällen gibt es wirkliche Framerateeinbrüche.
» Unfälle stehen in New York auf der Tagesordnung. |
Kleine Details wie Einschusslöcher in Autos und Schatten, die sich mit der Tageszeit in Echtzeit verändern,
runden das Gesamtbild ab. Das Schadensmodell der fahrbaren Untersätze sieht ebenfalls sehr gut aus. Man erkennt Deformierungen sofort, was auch das
Fahrverhalten direkt
beeinflusst. So wird das Gefährt zunächst langsamer oder zieht in eine bestimmte Richtung, bis es schlussendlich überhaupt nicht mehr fahrtüchtig ist.
Auch beim Sound haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen, einiges zu verbessern. Die
lizenzierten Lieder wurden, vor allem in den Siebzigern, hervorragend ausgewählt und passen perfekt zum Spielgeschehen. Bei den Soundeffekten sind vor allem die Motorengeräusche hervorzuheben, der Rest ist guter Durchschnitt. Leider wurde der beliebte
Regisseur-Modus aus den Vorgängern gestrichen, was vor allem Fans der Serie etwas enttäuschen dürfte. Dafür wird man aber mit einem gelungenen Spiel entschädigt, wo man dank der gelungenen Fahrphysik seine Fahrzeuge
immer unter Kontrolle hat.