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Master-Review:   » drucken    » versenden

Driver: Parallel Lines

» Autor: Stefan Stateff
» Datum: 12.07.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Solide Fortsetzung mit einigen Detailverbesserungen und genial inszenierter Rache-Story.

Nachdem Reflections für den Vorgänger einiges an Kritik kassiert hat, wurde der vierte Teil der Driver-Serie einer Frischzellenkur unterzogen und vermehrt auf alte Stärken gesetzt. Tanner wurde ausgemustert, die Anzahl der Fußmissionen deutlich reduziert, man hat mehr Freiheiten und die Story ist diesmal auch ganz anders, als von der Reihe gewohnt. Ob diese Änderungen das Spiel wieder zurück zu altem Glanz führen, könnt ihr wie immer in unserem Master-Review nachlesen.

Wer war noch mal Tanner?
Die Änderung, welche jedem Spieler der Vorgänger sofort auffallen wird, ist dass der Undercover-Cop Tanner dem jungen Ganoven The Kid, kurz TK, weichen musste. In der ersten Hälfte des Titels versucht man sich also im
» TK will ganz nach oben.
New York der siebziger Jahre einen Namen als Fahrer zu machen. Dabei stößt man schnell auf eine Gruppe von Gangstern, die sehr hohe Ziele verfolgen. Genau das wird einem aber zum Verhängnis, denn was als eine Geiselnahme anfing, war in Wirklichkeit eine Hinrichtung, für die TK gerade stehen muss. Der Anführer der Gruppe, ein korrupter Polizist, hinterging ihn und stellte The Kid als Täter hin. Somit muss er für ein Verbrechen, das er nie begangen hat, 25 Jahre ins Gefängnis.

Die zweite Hälfte des Spiels verbringt man dann damit, im New York des Jahres 2006 seine Peiniger aufzuspüren und Rache an ihnen auszuüben. Natürlich ändert sich nicht nur die Jahreszahl, sondern auch die komplette Stadt. Gebäude sehen anders aus, im Radio wird aktuelle Musik gespielt, die Autos sind moderner und der Hauptprotagonist ist sichtlich gealtert. Wichtige Storyelemente werden meist in sehr gut inszenierten Rendervideos erzählt. Die deutsche Sprachausgabe kann da allerdings nicht mithalten, zum Glück befindet sich aber auch die hervorragend gelungene englische Synchronisation auf der DVD.

Zurück zu alter Stärke
Nachdem die Fußmissionen in DRIV3R (Driver 3) unter einigen Kinderkrankheiten gelitten haben, wurden diese nun auf ein Minimum reduziert. Falls dann doch mal eine gespielt vorkommt, funktioniert die Steuerung um einiges besser,
» Im virtuellen New York gibt es viel zu erkunden.
vor allem dank des neuen Zielsystems. Die meiste Zeit des Spiels verbringt man allerdings hinter dem Steuer. In Driver: Parallel Lines wird die Abwechslung wirklich groß geschrieben. Vom einfachen „Fahr von A nach B“, über Verfolgungsjagden, bis hin zu sehr komplexen Missionen, gibt es wirklich sehr viel zu tun. Bei letzteren kann es schon mal vorkommen, dass man vor der eigentlichen Mission viele kleine Arbeiten erledigen muss.

So gibt es beispielsweise eine Gefängnisbefreiung im Spiel. Bis es aber zu dieser kommen kann, muss erst mal ein Wärter auf "unsere Seite" gezogen werden, indem man sein Opfer mit auf eine Spritztour nimmt und ihm dort mit gewagten Fahrmanövern ordentlich Angst einjagt. Danach muss noch ein Sträflingstransporter besorgt werden - dazu bearbeitet man einen Polizei-Konvoi so lange, bis das Team Reißaus nimmt und fährt mit dem Transporter anschließend in sein Versteck. Erst dann ist es Möglich mit dem Gefährt, dank seinem neuen Kumpel beim Wachdienst, problemlos ins Gefängnis einzudringen und die Befreiungsaktion durchzuziehen.

New York, New York
Neu ist die freie Erkundung von New York zwischen den Missionen und dass man die eroberten Autos zu den drei Werkstätten von Kids Kumpel Ray fahren kann. Dort gibt es die Möglichkeit, das Gefährt zu tunen, umzulackieren,
» Den Cops ist TK ein Dorn im Auge.
ein Bodykit anzubringen oder einen Turbo einzubauen
. Anschließend ist es Möglich sein Werk abzuspeichern und immer wieder in der Werkstatt abzuholen. Da die Karte recht groß ist und somit manche Missionen weit auseinander liegen, kann man sich zwischen den drei Standorten per Schnellreisefeature hin- und hertransportieren. Allerdings sind die Anfahrtszeiten trotzdem oft noch relativ lang, was zusammen mit der relativ kurzen Spielzeit die Hauptkritikpunkte des Spiels darstellt.

Konzentriert man sich nur auf die Hauptmissionen von Driver: Parallel Lines, dauert der Spaß nämlich nur zirka 14 Stunden. Deutlich länger wird die Spielzeit allerdings durch die Zahlreichen Extra-Missionen, bei denen man Geld verdienen kann, welches für das Tuning der Autos benötigt wird. Zusätzlich sind 100 Sterne über ganz New York verteilt für die, ähnlich wie in GTA, nützliche Goodies wie mehr Energie oder doppelte Munition als Belohnung winken.

Verbesserte Technik
Bei der Grafik hat sich Reflections sichtlich Mühe gegeben. Trotz der Tatsache, dass die ganze Stadt gestreamt wird, läuft das Spiel fast immer flüssig. Nur in seltenen Ausnahmefällen gibt es wirkliche Framerateeinbrüche.
» Unfälle stehen in New York auf der Tagesordnung.
Kleine Details wie Einschusslöcher in Autos und Schatten, die sich mit der Tageszeit in Echtzeit verändern, runden das Gesamtbild ab. Das Schadensmodell der fahrbaren Untersätze sieht ebenfalls sehr gut aus. Man erkennt Deformierungen sofort, was auch das Fahrverhalten direkt beeinflusst. So wird das Gefährt zunächst langsamer oder zieht in eine bestimmte Richtung, bis es schlussendlich überhaupt nicht mehr fahrtüchtig ist.

Auch beim Sound haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen, einiges zu verbessern. Die lizenzierten Lieder wurden, vor allem in den Siebzigern, hervorragend ausgewählt und passen perfekt zum Spielgeschehen. Bei den Soundeffekten sind vor allem die Motorengeräusche hervorzuheben, der Rest ist guter Durchschnitt. Leider wurde der beliebte Regisseur-Modus aus den Vorgängern gestrichen, was vor allem Fans der Serie etwas enttäuschen dürfte. Dafür wird man aber mit einem gelungenen Spiel entschädigt, wo man dank der gelungenen Fahrphysik seine Fahrzeuge immer unter Kontrolle hat.
Pro
Tolle Fahrphysik
Gelungener Soundtrack
Stimmige Atmosphäre
Packende Story
Große Stadt
Gute englische Sprecher
Contra
Schlechte deutsche Sprecher
Lange Anfahrtswege
Kein Regisseur-Modus
Recht kurze Spieldauer
Fazit
Genretypisch kommt Driver: Parallel Lines zuerst ziemlich langsam in Fahrt. Aber sobald die ersten Missionen mit etwas intensiverer Story verfügbar sind, zieht das Spiel unglaublich an und macht eine Menge Spaß. Der Soundtrack ist toll, die Grafik für dieses Genre sehr ansehnlich und die Steuerung bei den Fahrmissionen über jeden Zweifel erhaben - da stören nicht einmal die paar Fußmissionen. Vor allem wegen der toll inszenierten Story hält einen das Spiel vor der Konsole. Der Wechsel von den Siebzigern ins Jahr 2006 ist dabei ziemlich genau bei der Hälfte des Spieles, das leider schon nach etwa 14 Stunden beendet ist. Allerdings gibt es abseits der Story auch einige Nebenmissionen und versteckte Sterne in New York zu erkunden, sodass man noch mehr Zeit in New York verbringen kann. Die langen Anfahrtszeiten zu einigen Missionen und das Fehlen des Regisseur-Modus fallen zwar etwas negativ auf, trotzdem kann man den Titel jedem Driver-Fan ohne Bedenken empfehlen. Vor allem dank der gelungenen Fahrmissionen, werden selbige jede Menge Spaß in New York haben.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Free Roaming
Publisher
Atari
Entwickler
Reflections
Website
www.atari.com/d...
Release
24. März 2006
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User-Bewertung
81
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