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TimeShift  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 05.11.2007
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Grundsolider Ego-Shooter mit spaßigem Zeitmanipulations-Feature.

Verdrehte Zeit
Ego-Shooter gehören nach wie vor zu einem der beliebtesten Genres im westlichen Spielemarkt. Dementsprechend stark ist auch der Nachschub an Spielen in diesem Sektor. Nachdem vor etwas über einem Monat das
» Finstere Gesellen warten auf euch.
heiß ersehnte Halo 3 die Ladenregale erreichte und aktuell The Orange Box für Begeisterung im Genre sorgt, steht mit Call of Duty 4 schon der nächste sichere Hit voraus. Bei soviel wohlbekannter und hochwertiger Konkurrenz ist es für eher unbekannte Titel wie das vorliegende Timeshift natürlich schwer, Fuß zu fassen.

Allerdings ist Entwickler Saber Interactive nicht auf den Kopf gefallen und hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mit Hilfe des Beta-Anzugs kann der Spieler nämlich die Zeit kontrollieren und somit für allerlei Verwirrung unter seinen Feinden sorgen. Doch beginnen wir von vorne: Die Wurzel allen Übels in Timeshift ist wie in so vielen Sci-Fi-Geschichten ein wissenschaftlicher Zwischenfall. Durch die Manipulation der Zeit durch den Beta-Suit kollidierte unsere Zeitlinie mit einer paralellen. Das Resultat: Ein gemeiner Diktator namens Krone herrscht im Jahre 1939 mit einer Hightech-Armee über die Welt. Ehrensache natürlich, dass sich der Spieler mitsamt seinen zeitmanipulativen Fähigkeiten dem Widerstand anschließt, um dem Regenten den Garaus zu machen.

Action satt
Nach einem gelungenen Intro und einer spektakulären Flucht aus einem unter Belagerung stehenden Gebäude gibt es in den folgenden acht bis zehn Stunden fast dauerhaft eines: Wüste Balleraction. Die
» Hilflos gegen einen übermächtigen Feind.
Steuerung orientiert sich dabei an bekannten Genre-Standards, wirkt auf den Standard-Einstellungen allerdings etwas übersensibel – ein Besuch im Optionsmenü sorgt hier für Abhilfe. Zum Besiegen der leider strohdoof agierenden Feinde steht dem Spieler ein solides, wenn auch wenig einfallsreiches Waffenarsenal zur Verfügung: Pistole, Sturm- und Scharfschützengewehr, Schrotflinte, Raketenwerfer, Energiestrahler, Armbrust, Brandgeschosse sowie eine Blitzkanone.

Jede Waffe verfügt dabei über zwei Feuermodi. Außerdem kann der Protagonist auf diverse Granaten zurückgreifen. Im Vergleich zu Half-Life² oder Resistance: Fall of Man ist das Tragelimit für Waffen auf drei Schießprügel beschränkt. Interessanter sind an dieser Stelle die Fähigkeiten des Beta-Suit. Mit dieser kann man die Zeit zurückdrehen, verlangsamen oder gleich ganz stoppen. Möglich ist dies immer dann, wenn die Energie der Beta-Suit aufgeladen ist, welche sich automatisch wiederauflädt. So kann man ganze Feindschaaren ohne Gegenwehr ausschalten. Es ist sogar möglich Feinden während eines Zeitstopps die Waffen zu klauen – sehr cool!

Grundsolide Ego-Shooter-Kost
Die Möglichkeiten, welche einem durch die Beta-Suit gegeben werden, zeigen sich allerdings nicht nur im Kampf als äußerst praktisch. Auch beim Passieren gefährlicher Stellen wie Laserbarrieren oder einstürzende
» Treffer!
Gebäude ist das Manipulieren der Zeit unabdingbar. Somit gibt es im streng linearen aber abwechslungsreichen Leveldesign auch kleinere Rätsel zu lösen, die aber nur selten echtes Nachdenken erfordern. Schwieriger gestaltet sich die Action. Obwohl die Gegner wenig intelligent vorgehen, ist vor allem deren Übermacht selbst auf dem niedrigsten Schwiergkeitsgrad oft eine ernstzunehemende Gefahr. Der geschickte Einsatz der Waffen und Zeitfähigkeiten ist somit ein Muss.

Technisch zeigt sich Timeshift von einer sehr ordentlichen Seite. Die Grafik weiß durch schick modellierte Figuren, detaillierte Umgebungen und satte Effekte zu überzeugen. Lediglich überzogene Unschärfe-Effekte trüben den ansonsten sehr guten Eindruck im wahrsten Sinne des Wortes. Auch der Sound gefällt: Gute Effekte, solide deutsche Sprecher und passable Musik. Neben der Kampagne bietet Timeshift noch einen Mehrspieler-Modus mit allem was dazu gehört: Sechs verschiedene Spiel-Modi inklusive Deathmatch, Capture the Flag und Zerstörung warten auf Multiplayer-Freunde. Dank Chrono-Granaten spielt auch hier die Zeit eine entscheidende Rolle. Wer in den Explosionsradius einer solchen Wurfwaffe gerät, muss damit rechnen, verlangsamt oder gestoppt zu werden. Spaßig!
Pro
Action satt
Umfangreiches Waffen-Arsenal
Gutes Leveldesign
Coole Zeitfähigkeit
Tolle Grafik ...
Contra
... mit leider übertriebenen Unschärfe-Effekten
Dämliche Gegner-KI
Wenig einfallsreiche Waffen
Fazit
Timeshift ist ein durchwegs gelungener Ego-Shooter mit einem sehr coolen Zeitmanipulations-Feature, welches sowohl in kleineren Rätseleinlagen als auch den hitzigen Gefechten sehr gute Dienste leistet. Obwohl diese Features prinzipiell schon in anderen Spielen ähnlich zum Einsatz kamen, hebt sich Timeshift im Ego-Shooter-Sektor so wohltuend von der Konkurrenz ab und bietet neben der austauschbaren Ballereien wirklich coole Möglichkeiten. Die Grafik ist dabei auf hohen Niveau, auch wenn mich die übertriebenen Unschärfe-Effekte gestört haben. Trotz dämlich agierender KI sind die Fights spannend und dank des breiten Waffenarsenals auch taktisch unterschiedlich lösbar. Alles in allem ein empfehlenswerter Shooter, den man sich aber unbedingt in einer ungeschnittenen Fassung zulegen sollte. Die deutsche Version leidet nämlich nicht nur unter typischen Schnitten sondern ist im gelungenen Mehrspieler-Part nicht zu internationalen Versionen kompatibel. Wer also neben all den derzeitigen Hochkarätern im Genre noch Zeit, Geld und Lust auf einen weiteren gelungenen Vertreter hat, der darf hier bedenkenlos zugreifen.