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Blood Rayne 2  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 10.05.2006
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Ordentliche Schlachtplatte für Splatter-Fans.

Metzelspiele gibt es wie Sand am Meer. Doch nur wenige reichen in der Darstellung übertriebener Gewalt und blutiger Effekte an Blood Rayne heran. Die kesse Dampir-Lady wusste bereits vor einigen Jahren durch durch das Vergießen von literweise Blut und sarkastische Sprüche zu überzeugen und baute sich so eine solide Fanbase auf. Kein Wunder also, dass dies einen Nachfolger ins Leben nach sich zog. Wir haben uns Blood Rayne 2 (uncut) näher angeschaut und verraten im folgenden Master-Review, ob der Titel mehr als Blut und abgetrennte Körperteile zu bieten hat.

Von Rache getrieben ...
Metzelte sich Rayne im ersten Teil noch durch Horden von bösen Nazis, macht der zweite Teil einen Zeitsprung in die 90er. 60 Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers ist die sexy Halbvampirin immer noch auf der Suche
» Die neuen Kletterskills können sich sehen lassen.
nach ihren letzten Blutsverwandten
, die den Kult ihres Vaters Kagan fortführen wollen. Diese dunkle Vereinigung strebt nach wie vor die alleinige Herrschaft der Vampire an – Menschen dienen in diesem Weltbild lediglich als Nahrungsquelle und werden wie Schlachtvieh gehalten. Ein guter Grund also die Klingen zu wetzen und sich ins blutige Getümmel zu stürzen.

Stilsicher beginnt der neueste Metzelausflug des bissigen Rotschopfes auf einer feinen Party. Im sexy Lederballkleid, welches dank frei justierter Kamera wahrlich tiefe Einblicke in Raynes brandneuen Polygonkörper gewährt, macht man sich daran, erste Widersacher zu bearbeiten. Dank einfachem Steuerungslayout geht dies auch recht einfach von der Hand und sorgt für unbeschwerte Schlägereien. Zahlreiche Moves, Finisher und Spezialfertigkeiten eröffnen dem Spieler dabei etliche Möglichkeiten, seine Feinde ins Verderben zu stürzen, was das Kampfsystem insgesamt sehr brauchbar macht. Leider fehlt es den Fights an Abwechslung, wie sie beispielsweise Ninja Gaiden Black oder Devil May Cry 3 bieten.

Bloody Rayne
Wie eingangs bereits angedeutet, wird Blood Rayne ihrem Namen wieder einmal mehr als gerecht. So viele abgetrennte Körperteile, Blutfontainen und detaillierte Sterbeanimationen gibt es nur in wenigen anderen Titeln.
» Butterfly Effect
Feinde werden nicht nur mit den Klingen zerstückelt, zerhackt, geköpft oder erstochen, sondern finden ihr Ende unter anderem in Müllpressen, Ventilatoren im Feuer. Unbewaffnete Widersacher können zudem jederzeit angesprungen und ausgesaugt werden, was die eigene Lebensenergie regeneriert.

Neu hinzugekommen ist eine Vampir-Knarre, die als Munition lediglich einen Vorrat Blutreserven voraussetzt. Der waffeninterne Vorrat kann jederzeit durch das Anzapfen unwilliger Opfer erneuert werden. Im Notfall darf man auch mit leeren Reserven ballern, allerdings bedient sich die Waffe dann fleißig am Lebensenergiebalken der Heldin. Neben all der blutigen Action haben die Entwickler auch viele Sprung Sprung- und Kletterpassagen in den Titel eingebaut. Dank neuer akrobatischer Fähigkeiten schwingt Rayne nun elegant an Fahnenstangen, grindet auf Treppengeländern und hangelt flink wie ein Wiesel von Laternenpfosten in den Rücken ihrer Gegner.

Grafisch zwiespältig, Akustisch sehr gut
Grafisch hat der Titel im Vergleich zum Vorgänger gut zugelegt. Die Umgebungen sind weitaus detaillierter, die Heldin mit mehr Polygonen versehen und auch die Feinde wissen besser zu gefallen. Leider hapert es an den Animationen.
» Sowas gibt es in der deutschen Version nicht zu sehen.
Zwar bewegt sich vor allem die Heldin sehr ordentlich, was vor allem beim Klettern toll aussieht, allerdings wollen die Kampfanimationen der Figuren nur bedingt überzeugen beziehungsweise zusammenpassen. Während die Gore-Effekte wirklich gelungen sind, sieht das eigentliche aufeinander Einprügeln sehr hölzern und unrealistisch aus.

Die integrierte Physik-Engine kommt ebenfalls zwiespältig daher. So sieht das Auseinandernehmen eines Bücherregals inklusive herumfliegendem Inhalt beispielsweise sehr schick aus, allerdings gibt es auch die ein oder andere unnatürlich anmutende Bewegung bei herum/umherfliegenden Gegenständen und Feinden zu beanstanden. Akustisch ist hingegen alles im grünen Bereich. Raynes sarkastische Sprüche passen genauso zur blutigen Action wie die Soundeffekte. Die Hintergrundmusik fügt sich ebenfalls treffend ins Gesamtbild ein. So prügelt man sich in einer Kneipe zu Country-Musik, während im Opernhaus klassische Melodien das Ohr entzücken.
Pro
Exzessive Blood- & Gore-Action
Passender Sound
Solides Kampfsystem
Coole Heldin
Contra
Unrealistisch anmutende Kämpfe
Abwechslungsarme Fights
Deutsche Version aufgrund erheblicher Cuts unbrauchbar
Fazit
Blood Rayne 2 ist wie der Vorgänger ein durchaus solides Metzelabenteuer, welches vor allem Fans extrem blutiger Spiele anspricht. Was hier an Körperteilen, Blutfontainen und kreativen Ablebensarten dargeboten wird, trotzt jeglicher Beschreibung. Nur wenige andere Titel weisen einen derart hohen Blutgehalt auf. Neben all der Gewalt wird ordentliche Actionkost geboten. Das Kampfsystem überzeugt ohne wirklich herauszuragen, die Klettereinlagen sorgen für genügend Abwechslung und die gut erzählte Geschichte hält bei der Stange. Die Grafik betrachtet man allerdings mit gemischten Gefühlen. An sich sieht der Titel ganz ordentlich aus, allerdings wirkt das eigentliche Gekloppe unbeholfen und unrealistisch. Wirklich sehr passend hingegen sind die zahllosen Soundeffekte sowie die Musikuntermalung. Hier haben die Entwickler auf die Details geachtet und schaffen somit stets die richtige Atmosphäre während der Metzelorgien. Festzuhalten bleibt also, dass es zwar viele bessere Genre-Vertreter wie beispielsweise God of War oder Devil May Cry 3 gibt, Fans der sexy Dampir-Lady und extrem blutiger Action dürfen allerdings dennoch bedenkenlos zugreifen. Doch Vorsicht! Unbedingt zur ungeschnittenen UK-Fassung greifen. Die deutsche Version ist extrem verstümmelt.