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Master-Review:   » drucken    » versenden

Mortal Kombat: Unchained

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 30.01.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
PSP-Portierung von Mortal Kombat: Deception, die mit den üblichen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat.

Neben zahlreichen, sehr gut gelungenen Exklusiventwicklungen bietet die PlayStation Portable auch einen beachtlichen Fundus an PlayStation 2-Portierungen, die ihren großen Vorbildern allerdings oft nicht das Wasser reichen können. In den meisten Fällen wirken diese Ports sogar richtig billig und nur wenig optimiert, was die PSP schon einiges an Ruf gekostet hat. Nichtsdestotrotz setzen zahlreiche Entwickler immer noch auf den schnellen Reibach mit bereits fertigen Spielen und portieren munter weiter. Ein aktuelles Beispiel ist Mortal Kombat: Unchained, welches auf Mortal Kombat: Deception basiert. Was der Port taugt, verrät unser Master-Review.

Unchained Deception
Kennern von Mortal Kombat: Deception wird alles sofort bekannt vorkommen. Das fängt beim bekannten, aber immer noch recht spektakulären Intro an, setzt sich bei den vertretenen Spielmodi fort und hört
» Mitten ins Gesicht!
bei im schick designten Menüs noch lange nicht auf. Kaum ein Prügelspiel bietet dermaßen unterschiedliche und teils genrefremde Spielmodi wie Mortal Kombat: Unchained. Angefangen beim klassischen Versus-Modus, in dem sich zwei Kontrahenten ordentlich auf die Mütze geben, über Puzzle-Kombat (eine Abart von Tetris) und Kombat-Schach (erst auf einem Schachbrett ziehen, dann kämpfen) bis hin zum Konquest-Modus. Letzterer ist eine Art Action-Adventure, in dem man über eine Oberwelt läuft, mit Leuten spricht, Quests annimmt und zwischendurch gegen unterschiedliche Feinde antritt.

Wie bereits im Konsolen-Original und im Vorgänger Mortal Kombat: Deadly Alliance bleibt dieser allerdings weit hinter seinem Potenzial zurück und bietet kaum mehr als „Laufe von A nach B und kloppe dich mit C“. Des Weiteren ist natürlich auch die Krypta wieder mit von der Partie. In dieser lassen sich durch in den verschiedenen Modi erspielte Münzen Gräber öffnen, welche allerlei Bonus-Content wie neue Stages, Artworks, Bildergalerien, Kostüme und Videos beinhalten. Freispielbare Charaktere wird man allerdings vergebens suchen. Im Gegensatz zur stationären Fassung sind in der mobilen Variante bereits alle Charaktere freigeschaltet. Auch hat man nicht darauf verzichtet, die Gamecube-exklsiven Charaktere Shao Khan und Goro zu implementieren, was die Kämpferzahl auf stolze 30 Kombatanten anwachsen lässt.

Get ready for kombat!
Die Kampfengine zeigt sich bekannt arcadig. Jeder Charakter verfügt über drei Kampfstile zwischen denen er durch Tastendruck jederzeit wechseln kann. Einer dieser Stile inkludiert das Benutzen einer Waffe. So wird
» Uppercut!!
also nicht nur mit Fäusten und Tritten attackiert sondern auch mit Schwertern, Speeren, Wurfklingen und allerlei sonstigen stählernen Unheilbringern. Darüber hinaus verfügt jede Figur über Special Moves wie das Schießen von Feuerbällen und Teleportieren sowie diverse fiese Griffe und Würfe oder das Spucken von Säure. Dass es dabei extrem blutig zugeht, muss bei einem Spiel dieser Reihe eigentlich gar nicht extra erwähnt werden. Jeder Schlag setzt literweise Blut frei. Besonders makaber zeigen sich die zahlreichen Finishing Moves, welche nach dem Besiegen zur endgültigen Vernichtung des Feindes einsetzbar sind. Hierbei werden Körperteile abgetrennt, Innereien auf dem Boden verteilt oder Widersacher bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, zerhackt, geshreddert oder verätzt.

Wer einem Finishing Move entgehen möchte, der kann seine Spielfigur mittels Hara Kiri-Move selbst spektakulär ins Jenseits befördern – vorrausgesetzt er ist schnell genug. Ebenfalls fies: Stage Fatalities. Die meisten Arenen bieten bestimmte Triggerstellen, an denen Spielfiguren sofort sterben. Gelingt es einem Kampfteilnehmer beispielsweise seinen Gegner in einen riesigen Fleischwolf zu treten oder boxen, wird dieser augenblicklich zermatscht, was den sicheren Rundensieg für den Überlebenden nach sich zieht. So können auch aussichtslose Kämpfe noch umgedreht werden. Außerdem verleiht dieses Feature dem Game zusätzliche Tiefe, da man beim Prügeln nicht nur auf sein Gegenüber sondern auch die Umgebungen achten muss.

Mortal Portierung
Leider ist es den Programmierern nicht gelungen, den Titel gut auf die PlayStation Portable-Hardware abzustimmen. Besonders die zu lang geratenen Ladezeiten stören den Spielfluss erheblich und nerven. Auch bei
» Scorpion in Bedrängnis.
der Grafik musste man etwas abspecken, was vor allem zu Lasten der Texturen ging. Tekken: Dark Resurrection zeigte bereits vor einigen Monaten, wie ein Beat'em Up auf der PSP aussehen kann, was Mortal Kombat: Unchained optisch recht unbeholfen wirken lässt. Alles im grünen Bereich hingegen beim Sound: Die trashigen Kampfgeräusche, Schreie und Sprüche der Fighter passen ebenso zur comicmäßig überzogenen, ultrabrutalen Atmosphäre wie der kultige Mortal Kombat-Ansager.

Einen weiteren Wermutstropfen im direkten Vergleich zu Mortal Kombat: Deception auf PlayStation 2 und Xbox gilt es allerdings im Mehrspieler-Modus zu schlucken. Zwar punktet dieser durch die verschiedenen Spielmodi Kombat, Puzzle-Kombat und Kombat-Schach, allerdings lässt sich der Titel nur per Wi-Fi-Verbindung zocken. Einen vorbildlichen Internet-Modus wie der große Konsolenbruder bietet Mortal Kombat: Unchained nicht – obwohl dies mit etwas Mehraufwand bei der Programmierung durchaus möglich gewesen wäre, wie zahlreiche andere PSP-Titel zeigen.
Pro
30 Kämpfer
Mortal Kombat-Atmosphäre
Kultiger Sound
Zahlreiche Spielmodi
Contra
Lange Ladezeiten
Kein Online-Spielen
Abgespeckte Grafik
Fazit
Obwohl Mortal Kombat: Unchained ein durchaus gutes Prügelspiel mit einem sehr großen Umfang ist, fällt das Fazit ernüchternd aus: Wer bereits Mortal Kombat: Deception besitzt, kann um diesen Titel einen großen Bogen machen. Alle Anderen greifen – vorausgesetzt sie wollen nicht unbedingt unterwegs spielen – ebenso lieber zur Konsolenversion, oder noch viel besser, zum vor kurzem erschienenen Mortal Kombat: Armageddon. Bis auf die Tatsache, dass sich Mortal Kombat: Unchained jederzeit unterwegs aus der Hosentasche zaubern lässt, gibt es leider kaum Vorteile gegenüber der Konsolenfassung. Lediglich die Tatsache, dass auch die exklusiven Charaktere der Gamecube-Version enthalten und diese (auch die sehr schwer freispielbaren Bonus-Fighter) bereits zu Beginn freigeschaltet sind, fallen hier positiv ins Gewicht. Dem gegenüber stehen eine abgespeckte Grafik und deutlich längere Ladezeiten. Was bleibt ist zwar kein schlechtes Spiel, allerdings eine enttäuschende Portierung eines sehr guten Konsolen-Prüglers.
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
Publisher
Midway
Entwickler
Midway
Website
www.midway.com
Release
24. November 2006
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