PSP-Portierung von Mortal Kombat: Deception, die mit den üblichen Unzulänglichkeiten zu kämpfen hat.Neben zahlreichen, sehr gut gelungenen Exklusiventwicklungen bietet die PlayStation Portable auch einen beachtlichen Fundus an PlayStation 2-Portierungen, die ihren großen Vorbildern allerdings oft nicht das Wasser reichen können. In den meisten Fällen wirken diese Ports sogar richtig billig und nur wenig optimiert, was die PSP schon einiges an Ruf gekostet hat. Nichtsdestotrotz setzen zahlreiche Entwickler immer noch auf den schnellen Reibach mit bereits fertigen Spielen und portieren munter weiter. Ein aktuelles Beispiel ist
Mortal Kombat: Unchained, welches auf
Mortal Kombat: Deception basiert. Was der Port taugt, verrät unser
Master-Review.
Unchained DeceptionKennern von
Mortal Kombat: Deception wird alles sofort bekannt vorkommen. Das fängt beim bekannten, aber immer noch recht spektakulären Intro an, setzt sich bei den vertretenen Spielmodi fort und hört
bei im schick designten Menüs noch lange nicht auf. Kaum ein Prügelspiel bietet dermaßen
unterschiedliche und teils genrefremde Spielmodi wie
Mortal Kombat: Unchained. Angefangen beim klassischen Versus-Modus, in dem sich zwei Kontrahenten ordentlich auf die Mütze geben, über Puzzle-Kombat (eine Abart von Tetris) und Kombat-Schach (erst auf einem Schachbrett ziehen, dann kämpfen) bis hin zum Konquest-Modus. Letzterer ist eine Art Action-Adventure, in dem man über eine Oberwelt läuft, mit Leuten spricht, Quests annimmt und zwischendurch gegen unterschiedliche Feinde antritt.
Wie bereits im Konsolen-Original und im Vorgänger
Mortal Kombat: Deadly Alliance bleibt dieser allerdings weit hinter seinem Potenzial zurück und bietet kaum mehr als „Laufe von A nach B und kloppe dich mit C“. Des Weiteren ist natürlich auch die
Krypta wieder mit von der Partie. In dieser lassen sich durch in den verschiedenen Modi erspielte Münzen Gräber öffnen, welche allerlei
Bonus-Content wie neue Stages, Artworks, Bildergalerien, Kostüme und Videos beinhalten. Freispielbare Charaktere wird man allerdings vergebens suchen. Im Gegensatz zur stationären Fassung sind in der mobilen Variante bereits
alle Charaktere freigeschaltet. Auch hat man nicht darauf verzichtet, die Gamecube-exklsiven Charaktere
Shao Khan und
Goro zu implementieren, was die Kämpferzahl auf stolze
30 Kombatanten anwachsen lässt.
Get ready for kombat!Die Kampfengine zeigt sich bekannt arcadig. Jeder Charakter verfügt über
drei Kampfstile zwischen denen er durch Tastendruck jederzeit wechseln kann. Einer dieser Stile inkludiert das Benutzen einer
Waffe. So wird
also nicht nur mit Fäusten und Tritten attackiert sondern auch mit Schwertern, Speeren, Wurfklingen und allerlei sonstigen stählernen Unheilbringern. Darüber hinaus verfügt jede Figur über
Special Moves wie das Schießen von Feuerbällen und Teleportieren sowie diverse fiese Griffe und Würfe oder das Spucken von Säure. Dass es dabei
extrem blutig zugeht, muss bei einem Spiel dieser Reihe eigentlich gar nicht extra erwähnt werden. Jeder Schlag setzt literweise Blut frei. Besonders makaber zeigen sich die zahlreichen
Finishing Moves, welche nach dem Besiegen zur endgültigen Vernichtung des Feindes einsetzbar sind. Hierbei werden Körperteile abgetrennt, Innereien auf dem Boden verteilt oder Widersacher bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, zerhackt, geshreddert oder verätzt.
Wer einem Finishing Move entgehen möchte, der kann seine Spielfigur mittels
Hara Kiri-Move selbst spektakulär ins Jenseits befördern – vorrausgesetzt er ist schnell genug. Ebenfalls fies:
Stage Fatalities. Die meisten Arenen bieten bestimmte Triggerstellen, an denen Spielfiguren sofort sterben. Gelingt es einem Kampfteilnehmer beispielsweise seinen Gegner in einen riesigen Fleischwolf zu treten oder boxen, wird dieser augenblicklich zermatscht, was den sicheren Rundensieg für den Überlebenden nach sich zieht. So können auch aussichtslose Kämpfe noch umgedreht werden. Außerdem verleiht dieses Feature dem Game zusätzliche Tiefe, da man beim Prügeln nicht nur auf sein Gegenüber sondern auch die Umgebungen achten muss.
Mortal PortierungLeider ist es den Programmierern nicht gelungen, den Titel gut auf die PlayStation Portable-Hardware abzustimmen. Besonders die
zu lang geratenen Ladezeiten stören den Spielfluss erheblich und nerven. Auch bei
» Scorpion in Bedrängnis. |
der Grafik musste man etwas abspecken, was vor allem zu Lasten der Texturen ging.
Tekken: Dark Resurrection zeigte bereits vor einigen Monaten, wie ein Beat'em Up auf der PSP aussehen kann, was
Mortal Kombat: Unchained optisch recht unbeholfen wirken lässt. Alles im grünen Bereich hingegen beim Sound: Die trashigen Kampfgeräusche, Schreie und Sprüche der Fighter passen ebenso zur comicmäßig überzogenen, ultrabrutalen Atmosphäre wie der kultige
Mortal Kombat-Ansager.
Einen weiteren Wermutstropfen im direkten Vergleich zu
Mortal Kombat: Deception auf PlayStation 2 und Xbox gilt es allerdings im
Mehrspieler-Modus zu schlucken. Zwar punktet dieser durch die verschiedenen Spielmodi Kombat, Puzzle-Kombat und Kombat-Schach, allerdings lässt sich der Titel nur per Wi-Fi-Verbindung zocken. Einen vorbildlichen Internet-Modus wie der große Konsolenbruder bietet
Mortal Kombat: Unchained nicht – obwohl dies mit etwas Mehraufwand bei der Programmierung durchaus möglich gewesen wäre, wie zahlreiche andere PSP-Titel zeigen.