Prächtiges Weltraumabenteuer mit rasantem Kampfsystem, jedoch kleinen Fehlern im Detail.Die PlayStation 2 befindet sich mittlerweile in den letzten Atemzügen, jedoch hindert dies
Sony nicht daran, noch ein vermeintliches RPG-Highlight für den europäischen Markt zu veröffentlichen.
Rogue Galaxy wurde von
Level 5 – bekannt durch
Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs – entwickelt und soll Fans japanischer RPGs für unzählige Stunden an den Bildschirm fesseln. Ob das Weltraumabenteuer diesen hohen Erwartungen gerecht wird oder doch nur ein lahmer Aufguss altbekannter Zutaten ist, soll ein ausführliches
Master-Review klären.
Wer ist wer? In
Rogue Galaxy schlüpft der Spieler in die Rolle von
Jaster Rogue, einem jungen Mann, der seit frühester Kindheit davon träumt, fremde Planeten zu besuchen. Dieser Wunsch blieb ihm jedoch bis
» Kann jemand das Licht einschalten? Danke. |
zur schicksalhaften Begegnung mit zwei skurrilen Weltraumpiraten verwehrt. Die beiden verrückten Vögel verwechseln
Jaster mit dem legendären Abenteurer
Wüstenklaue und ehe er dieses Missverständnis aufklären kann, befindet er sich schon auf dem Schiff von
Dorgengoa. Der berühmte Kapitän versucht die allerbesten Abenteurer des Alls anzuheuern, damit er endlich sein großes Ziel erreicht. Er will den verschwundenen Planeten
Eden finden und dessen Schätze an sich reißen. Es beginnt ein unbarmherziger Wettlauf mit der Zeit, denn auch andere mächtige Personen strecken ihre Finger nach
Eden aus.
Beim Spielprinzip hält sich
Rogue Galaxy die meiste Zeit an die altbewährten Regeln japanischer RPG. So rennt man mit den Helden durch unzählige Orte, spricht alle Bewohner an um Informationen zu sammeln, kauft in den Geschäften neue Gegenstände sowie Ausrüstung und macht sich zum nächsten Zielort auf. Auch Rätsel haben ihren Weg ins Spiel gefunden, allerdings sind sie rar gesät und sehr einfach zu lösen. Gilt es doch zumeist einfach nur ein bestimmtes Item zu finden und an einer markierten Stelle einzusetzen.
I will survive! Der wesentlichste Aspekt eines japanischen RPG stellt nach wie vor das Kampfsystem dar.
Level 5 setzt hierbei auf leicht zu erlernende
Echtzeitkämpfe, welche zu jedem Zeitpunkt pausierbar sind.
» In dieser Situation hilft nur mehr ein Heiltrank. |
X dient zum Aktivieren der jeweiligen Hauptwaffe, während der Vierecksknopf die Sekundärwaffe auslöst. Um zu springen bedarf es nur einen Druck auf die Kreis-Taste, wodurch selbst fliegende Gegner kein gröberes Problem darstellen. Geraten die eigenen Charaktere einmal ins Hintertreffen, sollte sofort mittels der Dreiecks-Taste das Menü mit seinen überlebenswichtigen Funktionen aufgerufen werden. Dort kann man Gegenstände und sofort wirkende Heilmittel auswählen, die Ausrüstung und den Charakter wechseln, Teambefehle ändern oder Spezialattacken aktivieren.
Trotz der rasanten Action auf dem Bildschirm ist es immer ratsam, ein Auge auf die eigene Aktionsleiste zu werfen - diese gleicht quasi der Ausdauer. So müssen die Charaktere nach mehreren Angriffen hintereinander kurzzeitig pausieren und warten, bis der Balken gefüllt ist. Um in dieser Zeit den Gegnern nicht völlig schutzlos ausgeliefert zu sein, gilt es stets R1 gedrückt zu halten. Dadurch blockt der jeweilige Held gegnerische Angriffe ab und mildert so den erlittenen Schaden.
Wo bist du? In den Echtzeitkämpfen, die ein wenig an jene aus
Kingdom Hearts erinnern, hat man lediglich die Kontrolle über einen der drei aktiven Charaktere. Die CPU steuert die restlichen zwei Akteure und befolgt
» Dieser Koloss ist nur mittels einer Sprungattacke verletzbar. |
dabei
ganz genau die angegebenen Teambefehle. Mittels Einblendungen weist die CPU regelmäßig auf den Einsatz von Heiltränken oder Spezialattacken hin, die per Druck auf L1 oder L2 augenblicklich eingesetzt werden. Leider hat
Rogue Galaxy während der Schlachten ständig mit
Kameraproblemen zu kämpfen. Das Geschehen auf dem Bildschirm ändert sich so rasant, dass das menschliche Auge kaum mitkommt, wodurch ständig die Perspektive geändert werden muss. Hierzu dienen entweder der rechte Analog-Stick oder das Betätigen von R2, welche die Kamera hinter dem spielbaren Charakter zentriert.
Um Monotonie in den
unzähligen Zufallsbattles zu vermeiden, erfordern sowohl Bossgegner als auch Standardmonster oftmals besonderer Strategien. Manche Feinde lassen sich nur durch Elementangriffe schädigen, anderen muss auf den Kopf gesprungen werden, um ihre Schwachstelle freizulegen und einige erfordern sogar das Einfrieren mittels eines Blasters. Trotz der Kameraprobleme, die zumeist jedoch kein gröberes Hindernis darstellen, lösen die Kämpfe ein richtiges Suchtpotential aus.
Die Balance halten Leider trüben
Schwierigkeiten beim Balancing zeitweise das Vergnügen. So kann aus heiterem Himmel die stundenlang trainierte Heldentruppe gewöhnlichen Feinden zum Opfer fallen. Dies
» In der Fabrik können neue Items erfunden werden. |
liegt aber nicht nur an den Gegnern, sondern auch an der
fehlenden Verfärbung der Lebenspunkte. Selbst wenn diese sich dem Ende zu neigen, erfolgt kein richtiger Hinweis durch die CPU und im Eifer des Gefechts fällt es schwer, auf die sinkende Körperkraft zu achten.
Diese Mankos gleicht das RPG von
Level 5 mit anderen Spielaspekten wieder aus. Nach ein paar Stunden begegnen die Weltallpiraten dem sprechenden Frosch
Toady. Jener ist in der Lage zwei Waffen des gleichen Typs miteinander zu kombinieren und dadurch eine noch mächtigere zu kreieren. Im weiteren Spielverlauf erhält die Piratencrew die Möglichkeit, in einer
Fabrik Gegenstände herzustellen, welche später in den Shops gekauft werden können. Neue Rezepte für immer wertvollere Items erhält man nur durch Gespräche mit den NPCs. Die gefundenen als auch selbsterstellten Utensilien nehmen in
Rogue Galaxy eine wichtige Stellung ein. Setzt man jene Gegenstände in das
Skillboard, ähnlich dem
Sphärobrett aus
Final Fantasy X, ein, erwerben
Jaster und seine Gefährten Statusverbesserungen und erlernen neue Spezialangriffe.
Atemberaubend In punkto Präsentation hat
Level 5 ein absolutes Meisterwerk auf der PlayStation 2 abgeliefert. Neben
God of War 2 ist
Rogue Galaxy ohne Frage das schönste Spiel, welches je für Sonys
» Diesen Raubvögeln geht es nun an den Kragen. |
Heimkonsole programmiert wurde. Das Game kommt zudem
fast ohne Ladezeiten aus. Einzig vor Zwischensequenzen muss der Spieler maximal drei Sekunden warten. Bedenkt man die
enorme Weitsicht, die
detaillierten Charaktere und die
wunderschönen Lichteffekte, kann man es kaum glauben, was die Entwickler noch aus der Konsole herausgezaubert haben. Die in
Cel-Shading gehaltene Grafik erinnert wahrlich an einen spielbaren Anime von höchster Qualität.
Aber nicht nur die Augen des Spielers werden verwöhnt, sondern auch dessen Ohren. Dies liegt vor allem an den
epischen, teils nachdenklichen Musikstücken, welche die Atmosphäre des Spiels perfekt untermauern. Ein besonderes Lob verdienen die englischen Synchronsprecher, die einen hervorragenden Job gemacht haben. Jeder Charakter zeichnet sich durch seine eigene Aussprache aus, sogar auf den metallischen Nachhall beim Androiden
Steve wurde geachtet. Technisch weiß das Spiel also vollkommen zu überzeugen. Sogar die PAL-Anpassung ist den Entwicklern sehr gut gelungen, wartet es doch mit einem 60Hz-Modus und deutschen Bildschirmtexten auf.