Spaßiges Multiplayerspektakel – Solisten halten jedoch lieber Abstand.Letztes Jahr noch auf
PlayStation 2 und
Xbox, heute bereits auf der
Xbox 360:
Battlefield 2: Modern Combat verdreht die Köpfe schlachtenhungriger Fans und ist seit kurzem nun auch für
Microsofts jüngsten Hardwarenachwuchs erhältlich. Da es sich jedoch im Prinzip um ein und dasselbe Spiel handelt ist die Skepsis groß – und angebracht: Was die Xbox 360-Fassung nun tatsächlich von seinen Namensvettern unterscheidet, soll unser
Master-Review zeigen.
KanonenfutterAugenscheinlich erhält man für sein Erspartes gleich zwei Spiele in einem: Auf der einen Seite einen
umfangreichen Kampagnenmodus, auf der anderen Seite das
Militär-Multiplayerspektakel schlechthin
» Gut getarnt ist halb gewonnen. |
– nicht ohne Grund schmückt sich
Battlefield 2 mit einer der größten Fangemeinden auf dem plattformübergreifenden Onlinesektor. Die Realität sieht freilich ein wenig anders aus.
So gestaltet sich die Solo-Kampagne von Beginn an leider recht zäh. Eigentlich verwunderlich, sparte man für die Konsolenfassungen doch nicht mit
guten Ideen: Am herausstechendsten darf zweifellos das so genannte
Hot-Swap-Feature bezeichnet werden, mit dessen Hilfe man innerhalb der Mission jederzeit den gespielten Charakter wechseln kann. In der Praxis genügt somit ein Druck auf die
X-Taste, um – geisterhaft – von einem in der Nähe stehenden, verbündeten Soldaten Besitz zu ergreifen – inklusive dessen Repertoire an Waffen versteht sich. Auch die
Abwechslung kommt nicht zu kurz: Von typischen "Verteidige die Basis"- bis hin zu klassischen Infiltrations- und Frontalangriff-Missionen wird jedes nur erdenkliche Szenario durchexerziert.
Humvee, Apache & Co.Der Hund liegt somit im Detail begraben: Während die Einsätze zu Beginn durchaus für den einen oder anderen Adrenalinschub sorgen – immerhin ist man tatsächlich im militärischen Pulk unterwegs, was auch einen entsprechenden Massenschlachten-Bonus mit sich bringt
– macht sich aufgrund diverser Mängel schnell Unmut breit. Neben der nicht weiter erwähnenswerten Hintergrundgeschichte wären hier vor allem die
schwache KI, welche mit Vorliebe angeschlagene Soldaten weit ins Feld hinein schickt, sowie nervenaufreibende
Trial and Error-Situationen anzuführen. Besonders letztere wiegen im Zusammenspiel mit den teilweise ausufernd langen Missionen sowie dem
Fehlen jeglicher Speichermöglichkeiten schwer.
Beißt man dennoch die Zähne zusammen, erwarten einen immerhin
zahlreiche freischaltbare Waffen-Kits, Medaillen und Achievements, die nach besonders erfolgreichen Operationen freigeschalten werden. Diese bestimmen in weiterer Folge nicht nur den Rang sondern auch die Vergabe von Boni in Form zusätzlicher Lebensenergie oder beispielsweise Schutzwesten.
24 unersättliche JägerDas wahre Kernstück bleibt dennoch – wie in jedem
Battlefield – der
hervorragende Multiplayermodus, der auch auf der
Xbox 360 in jeder Hinsicht überzeugen kann. Mit bis zu 23
» Bei vieren gibt's ein Achievement! |
Mitspielern geht – auf gut deutsch – die Post ab. Nicht nur die
ausgewogenen und schön gestalteten Karten springen ins Auge, sondern vor allem das
gelungene Balancing der einzelnen Spielerklassen und Fahrzeuge. Stein, Schere, Papier – diesem Motto hat Entwickler
DICE die Treue gehalten und so findet sich für alle benutzbaren Waffen das passende tödliche Gegenstück.
Besonderes Augenmerk hat man auch auf die Spielermotivation gelegt: So darf man sich bei entsprechend effektivem Vorgehen über Rangaufstiege und Medaillen erfreuen,
Leaderboards führen dabei Buch über alle möglichen und unmöglichen Statistiken. Auch
Clans lassen sich einfach und mühelos erstellen, per Klick lädt man besonders herausragende Spieler auch gleich zum nächsten Clan-Treffen ein.
Rechts um!Gespielt wird grundsätzlich auf so genannten "ranked" Servern, welche die Ergebnisse festhalten und in eure Gesamtwertung einfließen lassen. Mithilfe von Panzern, Humvees und Helikoptern erobert ihr
» Die Optik kann sich sehen lassen. |
Flaggen im
Capture the Flag- oder
Conquest-Modus, welcher im Prinzip dem klassischen
King of the Hill entspricht. "Just for fun" bieten sich "unranked" Spiele an, die ein wenig mehr Spielraum in Bezug auf die Spieleranzahl lassen, ansonsten dem "großen" Bruder mit Ausnahme der fehlenden Ergebnis-Aufzeichnung aber in nichts nachstehen.
Technisch gibt es an
Battlefield 2: Modern Combat nichts zu beanstanden: Die Optik besticht durch scharfe Texturen sowie imposante Hitze- und Explosionseffekte. Der gelungene "dirty look" trägt sein übriges zur stimmungsvollen visuellen Komponente bei. Auch der Sound muss sich vor der zahlreichen Konkurrenz nicht in einem Erdloch verstecken – das direktionale Gewitter animiert zum Aufdrehen der Dolby-Anlage. Von zentraler Bedeutung für einen derart auf "Multiplayer" ausgelegten Titel ist selbstverständlich die
Steuerung, welche
leicht und intuitiv von der Hand geht. Selbst die Fahrzeuge lassen sich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit gekonnt um die Kurven und ins Feindesland hinein manövrieren. Zur Meisterung des Helikopters bedarf es freilich ein wenig mehr Zeit. Das Erfreulichste zum Schluss: Lags im Onlinematch darf man mit der Lupe suchen, die Server von EA leisten auch bei 24 Spielern ganze Arbeit. Lediglich einige selten auftretende Verbindungsabbrüche gilt es zu beklagen, diese halten sich jedoch in eng gesteckten Grenzen.