Party-Spiele gibt es viele. Das weiß auch Microsoft (respektive Entwickler Just Add Monsters), die nun mit einer frischen Idee den Markt der Party-Games sprichwörtlich aufmischen wollen: Kung Fu Chaos war es geheißen, und der Kampf im Stile von Hong-Kong-Kung-Fu-B-Movies soll sein Geschäft sein.
Ihr übernehmt die Rolle eines aufstrebenden Kung-Fu Darstellers (bzw. Affen) und müsst der Welt und eurem Regisseur in zahllosen Filmeinstellungen beweisen, dass ihr das Zeug zum internationalen Superstar habt. Zur Klassifizierung dient euch ein einfaches Punkt-System: Pro Einstellung („Level“) gilt es das jeweilige Missionsziel möglichst schnell, möglichst effektiv oder möglichst heil zu überstehen. Werden euch 3 Sterne verliehen, so habt ihr es gerade noch so geschafft, das nächste Level frei zu schalten. Bei 4 oder 5 Sternen winken euch hingegen Belohnungen, wie neue Levels, neue Charaktere, neue Minispiele oder Spieleinstellungen. Zusätzlich darf sich das Prozentpunkte Konto (das jederzeit über das Hauptmenü abrufbar ist und den aktuellen Stand eurer Bemühungen festhält) über einige neue Zähler freuen.
Die Palette an Filmszenen ist vielfältig: So gilt es in diversen Hauptfilmen einem „Handlungsstrang“ zu folgen und z.B. eine Prinzessin aus den Klauen eines Schurken zu befreien. In diesen Einstellungen wird das Spielfeld meist gescrollt, es gilt Hüpfeinlagen zu bewältigen und möglichst viele Gegner Bruce-Lee-mäßig zu verdreschen. Am Ende wartet dann immer ein Obermotz auf euch, für den ihr noch mal ein paar Pünktchen in eure Kampfkutte einsacken könnt. In den Kurzfilmen (im dekadenten Westen auch „Minispiele“ genannt), werdet ihr mit abstürzenden Stuntmännern, Rettungsring-bereiften Eisschollen-Ninjas und verrückten Prinzessin konfrontiert, die es jeweils zu retten bzw. zu besiegen gilt. Zu guter Letzt dürft ihr euch zwischendurch auch mal an Puppen abreagieren, um eure Kampfeskünste stilgemäß aufzupolieren.
Steuern tut sich das ganze recht einfach: Jedem Button ist eine bestimmte Aktion zugeordnet, mit einfachen Tastenkombinationen (z.B. X X Y) führt ihr schlagkräftige Kombinationen durch. Habt ihr euren Gegner außer Gefecht gesetzt (erkennbar an den kreisenden Sternen über seinem Haupt) dürft ihr euch mithilfe der L Taste auch über ihn lustig machen. Habt ihr das dreimal erfolgreich geschafft wird es Zeit für einen „Super-Move“, der alles ausradiert, was zu dumm war, euch zu nahe zu kommen.
Absolutes Highlight ist natürlich der Multiplayer Part: Habt ihr den Singleplayer Modus erfolgreich in Angriff genommen, stehen euch je nach Einspielergebnissen die Singleplayer Level im Multiplayer Modus zur Verfügung. Hier darf zu viert gedroschen werden, was die Bambusstöcke (bzw. die Controller) aushalten. Sollte euch einmal der dritte oder vierte Spieler fehlen, dürfen Bots dazugeschalten werden.
Den jeweiligen Ausgang der Schlachten dürft ihr euch dann in stylishen Replays ansehen, die vom Regisseur persönlich geschnitten wurden und sofort Erinnerungen an die guten alten Kung Fu Movies wecken.
GrafikNichts außergewöhnliches: Die Grafik ist nett, süß und flüssig aber nicht mehr. Die coolen Replays können aber auf ganzer Linie überzeugen.
Sound„Everybody was Kung Fu Fighting, tralalalalala“. Der namensgebende Song ist auch hier vertreten, daneben gibts Standard Hong Kong Geduddel, was im Kampfesrausch aber nicht weiter auffällt. Die Kommentare des Regisseurs und der Akteure sind vor allem zu Anfang sehr witzig, durch ständige Wiederholung nervt das ganze aber schon nach kurzer Zeit (dürfen aber zum Glück auch abgeschalten werden :) )
Spielspaß SoloDie einzige Motivation den Singleplayer Modus durchzuspielen beschränkt sich leider darauf, alles Mögliche frei zu schalten. Dass es zeitweise sehr schwer ist (vor allem in späteren Levels) wirklich 4 bzw. 5 Sterne für seine Bemühungen verliehen zu bekommen, soll aber trotzdem nicht weiter stören: Es macht auch im Singleplayer Modus sehr viel Spass. Trotzdem werden die meisten den Singleplayer Modus nur als Türöffner für den Multiplayer Modus ansehen und auch nur deswegen spielen. Der Sinn und Zweck eines Party-Games ist nun mal der, mehrere Leute vor der Konsole zu versammeln.
Spielspaß MultiDas Highlight. Ich konnte das Spiel schon damals (gemeinsam mit vielen anderen) auf der myxbox.at-User Convention in der Wiener Remise antesten. Wir waren vollständig überzeugt, dass dies ein Spiel mit Hit-Potential werden wird. Auch vor dem heimischen Fernseher macht es einiges her, ihr werdet tagelang beschäftigt sein, euch gegenseitig richtig schön zu vermöbeln. Der Fun-Faktor ist extrem hoch! Thumbs up!