Neue Ideen sowie ein innovativer Online-Modus sorgen für frischen Wind im Genre.Rennspiele gibt es wie Sand am Meer. Eine der ersten Perlen war das vor knapp 20 Jahren von Accolade veröffentlichte Test Drive II: The Duel. Dank forderndem Konzept, für damalige Verhältnisse sensationeller Grafik inkl. Cockpit-Ansicht sowie einem Flair des Verbotenen entwickelte sich daraus eine der bekanntesten Serien. Die letzten Jahren dominierten jedoch klar die Need For Speed- oder Burnout-Reihen. Ob es
Atari mit
Test Drive Unlimited gelingt, erneut in den Olymp der Rennspiele aufzusteigen, lest ihr in unserem
Master-Review.
Die große Freiheit Wer
Test Drive Unlimited zum ersten Mal einlegt, bemerkt sofort die außergewöhnliche Präsentation. Anstatt durch Menüs abzulenken, versetzt einen das Spiel direkt ins
exotische Hawaii.
» Notiz an PGR3: So sehen schöne Bäume aus! |
Auf der, dank Satellitenvermessung,
realitätsgetreu nachgebildeten Insel Oahu wird der automobile Traum von der unendlichen Freiheit Realität. Die Daten sind eindrucksvoll: Ein mehr als
1600 km langes Straßennetz lädt zum fröhlichen Erkunden ein. Darüber hinaus gibt es unzählige Nebenmissionen, die ein GTA-artiges Feeling aufkommen lassen. Sogar ein eigener Charakter kann erstellt und an die eigenen Wünsche (Gesicht, Kleidung sowie Accessoires) angepasst werden.
Ausgehend vom eigenen Domizil gilt es, die Insel nach und nach zu erforschen. Jeder entdeckte Ort wird als Hotspot in der
komfortablen Übersichtskarte eingefügt. Das Repertoire der Missionen reicht von Straßen- und Zeitrennen bis hin zum Mitnehmen von Anhaltern. Lukrative Überstellungsfahrten, in denen es kein Zeitlimit gibt, jedoch jeder Kratzer im Lack weniger Geld am Konto bedeutet, runden die attraktiven Aufträge ab. Die Idee, freies Erkunden mit zahlreichen Locations für ereignisreiche Rennen und Missionen anzureichern gehört zu den wohl größten Innovationen im Rennspiel-Genre der letzten Jahre.
Der automobile Traum Hat man erst einmal genug Geld verdient, so darf bei den
zahlreichen Fahrzeughändlern (inkl. Motorrädern) ein Boxenstop eingelegt werden. Neben den weltweit bekannten Marken wie
» Platz da! Hier kommt Kurt! |
Ferrari, Lamborghini oder McLaren kommen aber auch zahlreiche Independent-Hersteller aus UK (Caterham, TVR, Lotus), Italien (Pagani), USA (Saleen) oder Deutschland (Wiesmann) zum Zug. Bei den rund
115 Boliden des Spiels ist für jeden Geschmack genau das Richtige dabei. Wem der Garagenplatz ausgeht, sollte sich rasch beim Immobilienmakler eine größere Residenz aussuchen.
Die Fahrzeuge steuern sich in Bezug auf Beschleunigungsverhalten und Kurvenlage durchaus vielfältig, richtig abwechslungsreich wirkt das Ganze jedoch nicht. Zumindest kommt nie ein realitätsgetreues Gefühl wie bei vergleichbaren Rennsimulationen auf, was zu Beginn je nach Spielernatur zu Irritationenen führen kann. Erst wenn man die
standardmäßig eingestellten Fahrhilfen im üppigen Optionsmenü zurückschraubt, kommt mehr Fahrvergnügen auf. Trotzdem sitzt einem immer ein etwas zwiespältiges Gefühl im Nacken, denn die Physik von
Test Drive Unlimited bleibt etwas gewöhnungsbedürftig - tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch.
Online Racing Lifestyle Das Konzept des offenen Spielprinzips beeindruckt bereits im Solo-Modus, umso mehr überzeugt der
gelungene Xbox Live-Modus. In Clubs können Fahrergilden gegründet, eigene Rennen kreiert oder
» Macht auch auf zwei Rädern eine gute Figur. |
per Lichthupe zum Quick-Match aufgefordert werden.
Test Drive Unlimited bietet somit sowohl für Einzel- als auch Mehrspieler ein großes Betätigungsfeld. Innovativ stechen die selbst definierten Herausforderungen hervor, bei denen im Online-Modus auch richtig viel Kohle winkt. So definiert man z.B. einen Parcour und ein Gewinner sackt das Geld im Pot ein, falls er den Rundenrekord verbessert. Schafft er dieses Ziel nicht, so wandert das Eintrittsgeld (ein geringer Betrag) in den Pot. So manche Challenge ist im Netz schon
einige 100.000 Dollar schwer, wobei der Schwierigkeitsgrad nicht zu unterschätzen ist.
Grafisch kommen die
atmosphärisch schöne Landschaft als auch die Autos hervorragend zur Geltung. Akustisch bietet sich eher ein gemischtes Bild: Während man über die Songauswahl des Soundtracks geteilter Meinung sein mag, wirkt die Sprachausgabe sehr monoton. Die Motorengeräusche gehen dafür wieder voll in Ordnung. Die
wunderbare Cockpit-Perspektive, die voll animiert auch die innere Schönheit der Karossen zur Geltung bringt, entschädigt dafür aber umso mehr.