Quirliger Echtzeitstrategie-Titel, der auf dem Gamecube neue Akzente setzt.Mit
Battalion Wars (ehemals
Advance Wars: Under Fire) versucht
Nintendo an die Erfolge der äußerst beliebten
Advance Wars-Serie anzuknüpfen. Im Gegensatz zum Handheld kommt aber Echtzeitstrategie zum Einsatz. Da es keine Maus gibt, musste sich Entwickler
Kuju Entertainment neue Steuerungsformen einfallen lassen. Heraus kam eine kunterbunte Mischung aus Taktik- und Action-Gameplay. Ob dieser Mix auch in der Praxis gut spielbar ist, klärt unser Master-Review.
Witzig, absurd und bunt Advance Wars-Spiele haben stets durch ihren Anspruch und nie aufgrund von realistischer Gewaltdarstellung überzeugt -bei
Battalion Wars schlug man den gleichen Weg ein. Die witzig erzählte Story
» Colonel Trautman wäre stolz. |
dreht sich um einen schwelenden Grenzkonflikt zwischen der Western Frontier und den Tundran Territories, der schließlich in einen Krieg ausartet. Über
20 Missionen (+4 freispielbare) hinweg begleitet den Spieler ein wagemutiges Trio, bestehend aus General Herman, Colonel Austin und Brigadier Betty, im Dienste der Western Frontier. Das Ziel des Spiels ist es, den fiesen Diktator aus Tundran zu vertreiben.
Selten nimmt sich dabei das Spiel besonders ernst und so kommt es oftmals zu sehr
cartoon-haften Zwischensequenzen. Doch das stört kaum, denn die gelungene Präsentation mit guter Grafik und stimmigem Soundtrack macht von Anfang an klar, dass hier Kriegsspiele auf die Schippe genommen werden. Wer eine realistische Kriegssimulation sucht, wird also mit
Battalion Wars wenig Glück haben - wer dagegen einen
anspruchsvollen Strategietitel sucht, kommt auf seine Kosten.
Action und Strategie ist kein Widerspruch Das Gameplay ist im Wesentlichen zweigeteilt: Einerseits gibt es einen
großen Anteil an schneller Action, wo man Soldaten direkt über das Schlachtfeld steuert. Andererseits zeigt eine taktische Übersichtskarte
verschiedene Haupt- und Nebenziele an, von der aus Einheiten kommandiert werden können. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht dieser Gameplay-Mix erfreulicherweise recht gut von der Hand. In
Battalion Wars lenkt man also das Schicksal einer ganzen Armee und darf gleichzeitig mit einzelnen Truppen seine Baller-Gelüste ausleben.
Mittels Third-Person-Perspektive kann man den eigenen Charakter wie in jedem anderen Actiontitel fortbewegen und Aktionen wie Schießen, Robben, Springen und Ausweichen ausführen. Den Rest der Truppe steuert die KI: Durch
simple Kommandos - Angriff, Verteidigung oder Marschbefehl - gibt man aber die Grundtaktik vor. Die echte Qualität des Titels ist die
völlige Gameplay-Freiheit. Es gibt meist multiple Lösungsweg für einen Level und dank des Startmenüs kann man sich auch einmal eine Verschnaufpause für das Feilen an der eigenen Strategie verschaffen.
Real Time Strategy Zusätzlich zur actionlastigen Direktsteuerung wird per C-Stick ein spezielles Menü aufgerufen, welches
Mikromanagement sämtlicher Truppen erlaubt. Die zahlreichen Boden- und Fahrzeugeinheiten steuern sich dadurch recht angenehm.
» Hier kommt die Kavallerie. |
Der Widerspruch zwischen Invidiual- und Kollektivsteuerung wird somit recht intuitiv gelöst. Für den totalen Überblick soll die per Steuerkreuz aufrufbare
Landkarte sorgen. In größeren Schlachten kann hier die Übersicht jedoch etwas verloren gehen. Es ist also sinnvoll, die Schnell-Komandos per C-Stick zu erlernen sich nicht allzu viel auf die Menüs zu verlassen.
Die zum Glück
brauchbare KI von
Battalion Wars verhindert aber meist, dass man im Eifer eines heißen Gefechts den Überblick verliert. Erfreulicherweise muss für die eigenen Einheiten nur selten der Babysitter gespielt werden. Meistens suchen sich die putzig animierten Kameraden selbst genug Action ohne aber Kamikaze-Aktionen abzuliefern. Darüber hinaus sorgt die Spiellogik für reibungslosen Ablauf - Soldaten bleiben kaum irgendwo "hängen".
Cartoon Wars Am Gamecube präsentiert sich
Battalion Wars ziemlich bunt und beeindruckt durch eine sehr
detaillierte und flüssige Grafik-Engine. Dass die Einheiten sehr lustig anzusehen sind (unproportional große Füße, hüpfende Fortbewegung, etc...)
tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, sondern verstärkt noch mehr den humorvollen Grundton des Titels. Verschiedenste, liebevoll animierten Soldaten mit Gewehren, Bazookas oder Flammenwerfern kombiniert mit einem umfangreichen Kontingent an Einheiten inklusive Panzern, Aufklärungsfahrzeugen, Fluggeräten, Schiffen und Artillerie ergeben eine tolle Optik.
Die aufgezählten Einheiten darf man alle
wie die Warthogs in Halo selbst steuern, was ungeahnte Möglichkeiten zur spaßigen Kampfgestaltung auftut. Untermalt wird das Geschehen durch einen stimmigen Soundtrack. Einzig die etwas zu viel (eigentlich ständig) plappernde Betty kann etwas auf die Nerven gehen - obwohl die Sprachausgabe an sich gelungen ist.