Abwechslungsreiches Puzzlespiel mit großem Umfang einerseits, unausgewogenem Schwierigkeitsgrad andererseits.Wenn man regelmäßig die Neuerscheinungen verfolgt, dann kommen einem immer wieder Titel unter die Augen, von welchen man noch nie etwas gehört hat. Entweder hielten sich die Publisher im Vorfeld mit Infos zurück oder das Spiel wurde von der Presse, aus welchem Grund auch immer, einfach links liegen gelassen. In vielen Fällen durchaus berechtigt, in manchen jedoch unbegründet. Welches Lager dabei
Frantix von Entwickler
KillerGame vertritt, soll unser Master-Review klären.
Einsam und verlassen Optionsfetischisten würde es die Haare aufstellen:
Frantix bietet nicht mehr als einen Bildschirm, in dem sämtliche Einstellungen das Spiel betreffend zu tätigen sind. Verschiedene Modi oder gar einen für Multiplayer-Partien bietet der Titel erst gar nicht.
» Nicht selten bedeutet ein falscher Schritt den Tod. |
Dafür kann das Spiel mit
über 180 Levels um so mehr punkten - unterteilt in verschiedene Themengebiete. Neben fernöstlich anmutenden Abschnitten wandert man unter anderem auch in Schneelandschaften oder Wüstenszenarien umher.
Zu Beginn steht jedoch nur der "Tutorial-Land" genannte Bereich zur Verfügung, in dem eine handvoll Abschnitte
die Grundlagen erklären. Nach und nach schaltet man auch Levels anderer Gebiete frei. Die Reihenfolge ist zwar nicht frei wählbar, es stehen aber immer mehrere gleichzeitig zur Auswahl, um eventuell auftretenden Frust in Grenzen zu halten. Insgesamt gibt es vier verschiedene Charaktere, die sich aber in keinster Weise unterscheiden und lediglich Abwechslung in das Erscheinungsbild bringen.
It's all about gems Die Grundlage aller Levels stellt das
Sammeln einer bestimmten Anzahl
von Edelsteinen dar, zu sehen in der rechten oberen Bildschirmecke. Dazu läuft man in 3D-Umgebungen umher, die in nicht sichtbare Quadrate eingeteilt sind und
schrittweise Bewegungen entsprechend der vier Himmelsrichtungen erlauben. Erst wenn man alle Steine gefunden hat, öffnet sich der Ausgang.
Dem stehen jedoch
allerlei Hindernisse im Weg. Neben tödlichen Wasser-, Lava und Treibsandfeldern will dem Helden zahlreiches Getier ans Leder. Auch Bomben und Raketen sind der Gesundheit des Charakters nicht gerade zuträglich. Fallen wiederum nehmen den Spieler für kurze Zeit gefangen oder sperren ihn bei Unachtsamkeit gar ganz ein. Ein Neustart des Levels -
jederzeit und beliebig oft möglich - ist dann der letzte Ausweg. Glücklicherweise sind die Ladezeiten eher kurz ausgefallen, sodass man dadurch nicht auf eine Nervenprobe gestellt wird.
Schlüsselerlebnisse Den Schlüssel zum Erfolg stellen meist verschiebbare Kisten dar. Mit deren Hilfe überbrückt man nicht nur das kühle Nass, sondern sorgt auch dafür, dass Schalter gedrückt bleiben. Diese wiederum öffnen Durchgänge oder lösen Explosionen sowie
» Kisten, Kisten, überall nur Kisten! |
verschiedene Ereignisse aus. Weiters gestatten einige Türen den Zugang nur in eine Richtung oder nachdem man eine bestimmte Anzahl an Edelsteinen gesammelt hat.
Zusammen ergibt all das
anspruchsvolle Rätsel, die gute Kombinationsgabe voraussetzen, aber leider
sehr unausgewogen sind. Manche stellen einen vor schier unlösbare Probleme, spätere Levels empfindet man dagegen als wahren Klacks. Oft ist auch eine gewisse Portion Glück sowie Schnelligkeit vonnöten, wenn man Gegner geschickt umgehen muss oder das Zeitlimit knapp bemessen ist. Dies stellt neben dem
stark schwankenden Schwierigkeitsgrad das größte Problem von
Frantix dar, da die Abschnitte durch diese Geschicklichkeitseinlagen oft unfair werden. Durchschnittlich beschäftigt den Spieler ein Level lediglich ein paar Minuten, aufgrund der zahlreichen unfreiwilligen Wiederholungsversuche kann aber schnell
eine halbe Stunde oder mehr daraus werden.
Bilderbuchlandschaften Das Geschehen präsentiert sich in einer isometrischen Ansicht, die man auf Knopfdruck um jeweils 90 Grad drehen, heran zoomen sowie in eine Draufsicht schalten kann. Verdecken Levelteile den Helden, so wird ein kleiner Bereich um ihn
» Unter den Schwingen der Engel. |
transparent. Eine zufrieden stellende Übersicht ist trotz alledem
nicht immer gewährleistet und man fühlt sich manchmal ein wenig verloren, was nicht zuletzt an teils ausgedehnten Abschnitten liegt.
In optischer Hinsicht hat Entwickler
KillerGame ganze Arbeit geleistet. Speziell in der Nahansicht erkennt man sehr gut die
detailverliebte Grafik: hier schwirren Schmetterlinge umher, dort lodern Fackeln. Auch die Figuren sind durchaus schön anzusehen. Jedes Themengebiet hat darüber hinaus seinen individuellen Stil und sorgt somit für Abwechslung in den unzähligen Levels. Akustisch kann
Frantix da nicht ganz mithalten, hinterlässt aber
einen soliden Eindruck. Alle Sounds passen zum Geschehen, die unterschiedlichen Hintergrund-Melodien fügen sich gut ein.