Brachiales Metzelwerk, das sich hemmungslos an der Dynasty Warriors-Reihe bedient.Massenprügler erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, was der vermehrte Nachschub an selbigen beweist. Verantwortlich dafür ist eindeutig die kultige
Dynasty Warriors-Reihe, welche allerdings etwas unter Fortschrittstagnation leidet. Titel wie
Drakengard,
Kingdom under Fire: The Crusaders sowie
Spartan: Total Warrior brachten bereits erfolgreich frischen Wind ins Genre. Nun will
Capcoms Devil Kings die Konkurrenz aufmischen und für ordentlich Furore sorgen. Ob dies gelingt, steht im passenden
Master-Review.
Krieg, Krieg, KriegEigentlich ist der japanische Entwickler
Capcom für Ideenreichtum und durchdachte Spiele wie
Resident Evil 4 oder
Devil May Cry 3 bekannt. Bei
Devil Kings bedient man sich aber hemmungslos
beim großen Vorbild
Dynasty Warriors, welches fast bis ins letzte Detail kopiert und anschließend mit ein paar eigenen Ideen verfeinert wurde. Dementsprechend einfach ist auch die Hintergrundgeschichte gestrickt: Zwölf Feldherren befinden sich im Clinch miteinander und wollen jeweils die Herrschaft über ein fiktives, natürlich an ein mittelalterliches Japan angelehntes, Reich. Dass hier die Diplomatie klar hinter kämpferischen Auseinandersetzungen zurückstecken muss, zeigt bereits das
sehr schicke Renderintro, in dem einige der Protagonisten wild kämpfend in Szene gesetzt werden. Anschließend ist der Spieler dazu aufgefordert sich für einen von sechs Kriegern (sechs weitere können freigeschaltet werden) zu entscheiden und sein Bestes geben, gegen die harte Konkurrenz zu bestehen.
Slash them down!Auf dem Schlachtfeld angekommen präsentiert sich ein für
Dynasty Warriors-Veteranen vertrautes Bild. Während am oberen rechten Bildschirmrand eine
Minimap über Standorte feindlicher Einheiten aufklärt und den
» Achtung Wortspiel: Effektgewitter. |
Grundriss des umliegenden Gebietes zeigt, steuert man sein virtuelles Ich aus der
Third-Person-Perspektive durch die Pampa. Die Maps sind dabei kompakter, aber dichter besiedelt als beim Konkurrenten. Dies sorgt für
intensivere Dauergemetzel und kürzere Laufwege, was hin und wieder benutzbare Pferde fast unnötig macht. Das Hauptziel beschränkt sich immer darauf, den feindlichen Feldherren niederzustrecken. Doch bis zu diesem ist es ein langer, von nach Blut dürstenden Feinden gespickter, Weg. Riesige Pulks von Gegnermassen wollen der Spielfigur ans Leder. Vorteil gegenüber der
Dynasty Warriors- Reihe: Es gibt wesentlich mehr
verschiedene Gegnertypen, so dass die Fights insgesamt abwechslungsreicher sind. So kämpft man nicht nur gegen leichte Standard-Gegner, sondern unter anderem auch gegen fiese Ninja-Squads, riesige Axtträger und verschiedene Fernkämpfer.
One-Man-ArmyLogischerweise ist man selbst alles andere als wehrlos und kontert, je nach Spielfigur, kräftig mit Schwertern, Speeren, Äxten, Kettenwaffen und sogar Pistolen und Schrotflinten.
Bedienung und Kombosystem präsentieren
» Der Devil King in Rage. |
sich dabei etwas
geschmeidiger und flotter als im großen Vorbild. So lässt die Spielfigur auch beim sturen Drücken des Standardangriff-Buttons verheerende Schlagmanöver auf die Kontrahenten nieder. Natürlich bieten die Kämpfe weit mehr, als das Einhämmern auf diesen Knopf. So können mit Hilfe einer zweiten Taste alternative Manöver entfesselt werden, die beispielsweise Blitze auf den Feind schleudern oder diesen mit einer sekundären Feuerwaffe unter Beschuss nehmen. Auch hierbei kommt es darauf an, mit welchem der zwölf Helden man gerade unterwegs ist.
Des Weiteren erlernen die Streiter im Verlauf des Spiels bis zu vier alternative Attacken, von denen maximal zwei dem R1-Trigger in Kombination mit einem der Angriffs-Buttons zugeordnet werden können. Natürlich darf auch ein Pendant zu den Musou-Angriffen aus
Dynasty Warriors nicht fehlen. In
Devil Kings heißen diese Superattacken
Wutangriffe, welche sich bei voll aufgeladener Power-Leiste entfesseln lassen. Dabei wird die Spielfigur für eine kurze Zeit unverwundbar, schneller und teilt mächtigere Schläge aus.
Erbitterte DuelleNeben diesen offensiven Bewegungen steht dem Spieler noch die Möglichkeit offen, zu blocken. Dies ist vor allem bei
feindlichen Offizieren und den
mächtigen Endgegner von Nöten, um nicht all zu viel
Lebensenergie einzubüßen oder gar das Zeitliche zu segnen. Vor allem die Bossfights gegen die elf anderen Feldherren haben es in sich und führen zu einigen erbitterten Duellen während der auf Massengemetzel ausgelegten Schlachten. Der Preis für diese schweißtreibenden Auseinandersetzungen ist ein
recht happiger Schwierigkeitsgrad, der bereits auf dem zweiten von
drei Schwierigkeitsstufen zum Tragen kommt. Zwar gibt es die Möglichkeit, das Spiel auf "leicht" zu zocken, allerdings nimmt man sich damit gleichzeitig jedwege Herausforderung und reduziert den Titel auf pures Buttonsmashing. Hier hätte ein weiterer Skill-Level, welcher irgendwo zwischen "leicht" und "normal" angesiedelt ist, gut getan.
Schnell zu frustrierende Zockernaturen könnten zudem von der Tatsache genervt sein, dass man
während der teils recht langen Schlachten nicht abspeichern kann. Glücklicherweise lassen sich bereits absolvierte Missionen beliebig oft wiederholen, um bessere Ausrüstungsgegenstände und höhere Charakterlevels zu ergattern. Wer also ständig ins Gras beißt, sollte im
freien Modus einfach ein wenig aufpowern.
Superschickes DesignOptisch wissen vor allem sehr
schicken Render- und Animesequenzen, welche die Story zwischen den Missionen vorantreiben, sowie das gelungene Design der Charaktere und Armeen zu überzeugen. Zwar besitzen alle Feldherren
» Nicht Drängeln! Es sind genug Kugeln für alle da! |
die selben Einheitentypen, allerdings wurden diese mit einem individuellen Äußeren versehen, was für optische Abwechslung sorgt. So schickt der
Devil King mittelalterlich anmutende Ritter in die Schlacht, während die Streitkräfte von
Yori ägyptische Rüstungen tragen.
Technisch wurde das Ganze solide inszeniert. Die Einheitenmassen sind beeindruckend und vor allem einige Angriffseffekte wunderschön in Szene gesetzt. Natürlich muss auch
Devil Kings mit den Ressourcen der Playstation 2 Haus halten, was zu recht niedrig polygonisierten Spielfiguren und einer eingeschränkten Sichtweite führt. Ebenfalls negativ fällt die nicht optimale Kameraführung auf, welche vor allem in Endgegnerkämpfen zu einigen Problemen führen kann.
Soundtechnisch wird gehobener Standard geboten, der allerdings hinter der coolen Metal-Musik von
Dynasty Warriors 5 oder
Kingdom under Fire: Heroes zurückstecken muss.