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Master-Review:   » drucken    » versenden

Devil Kings

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 26.01.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Brachiales Metzelwerk, das sich hemmungslos an der Dynasty Warriors-Reihe bedient.

Massenprügler erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, was der vermehrte Nachschub an selbigen beweist. Verantwortlich dafür ist eindeutig die kultige Dynasty Warriors-Reihe, welche allerdings etwas unter Fortschrittstagnation leidet. Titel wie Drakengard, Kingdom under Fire: The Crusaders sowie Spartan: Total Warrior brachten bereits erfolgreich frischen Wind ins Genre. Nun will Capcoms Devil Kings die Konkurrenz aufmischen und für ordentlich Furore sorgen. Ob dies gelingt, steht im passenden Master-Review.

Krieg, Krieg, Krieg
Eigentlich ist der japanische Entwickler Capcom für Ideenreichtum und durchdachte Spiele wie Resident Evil 4 oder Devil May Cry 3 bekannt. Bei Devil Kings bedient man sich aber hemmungslos
» Da fliegen sie...
beim großen Vorbild Dynasty Warriors, welches fast bis ins letzte Detail kopiert und anschließend mit ein paar eigenen Ideen verfeinert wurde. Dementsprechend einfach ist auch die Hintergrundgeschichte gestrickt: Zwölf Feldherren befinden sich im Clinch miteinander und wollen jeweils die Herrschaft über ein fiktives, natürlich an ein mittelalterliches Japan angelehntes, Reich. Dass hier die Diplomatie klar hinter kämpferischen Auseinandersetzungen zurückstecken muss, zeigt bereits das sehr schicke Renderintro, in dem einige der Protagonisten wild kämpfend in Szene gesetzt werden. Anschließend ist der Spieler dazu aufgefordert sich für einen von sechs Kriegern (sechs weitere können freigeschaltet werden) zu entscheiden und sein Bestes geben, gegen die harte Konkurrenz zu bestehen.

Slash them down!
Auf dem Schlachtfeld angekommen präsentiert sich ein für Dynasty Warriors-Veteranen vertrautes Bild. Während am oberen rechten Bildschirmrand eine Minimap über Standorte feindlicher Einheiten aufklärt und den
» Achtung Wortspiel: Effektgewitter.
Grundriss des umliegenden Gebietes zeigt, steuert man sein virtuelles Ich aus der Third-Person-Perspektive durch die Pampa. Die Maps sind dabei kompakter, aber dichter besiedelt als beim Konkurrenten. Dies sorgt für intensivere Dauergemetzel und kürzere Laufwege, was hin und wieder benutzbare Pferde fast unnötig macht. Das Hauptziel beschränkt sich immer darauf, den feindlichen Feldherren niederzustrecken. Doch bis zu diesem ist es ein langer, von nach Blut dürstenden Feinden gespickter, Weg. Riesige Pulks von Gegnermassen wollen der Spielfigur ans Leder. Vorteil gegenüber der Dynasty Warriors- Reihe: Es gibt wesentlich mehr verschiedene Gegnertypen, so dass die Fights insgesamt abwechslungsreicher sind. So kämpft man nicht nur gegen leichte Standard-Gegner, sondern unter anderem auch gegen fiese Ninja-Squads, riesige Axtträger und verschiedene Fernkämpfer.

One-Man-Army
Logischerweise ist man selbst alles andere als wehrlos und kontert, je nach Spielfigur, kräftig mit Schwertern, Speeren, Äxten, Kettenwaffen und sogar Pistolen und Schrotflinten. Bedienung und Kombosystem präsentieren
» Der Devil King in Rage.
sich dabei etwas geschmeidiger und flotter als im großen Vorbild. So lässt die Spielfigur auch beim sturen Drücken des Standardangriff-Buttons verheerende Schlagmanöver auf die Kontrahenten nieder. Natürlich bieten die Kämpfe weit mehr, als das Einhämmern auf diesen Knopf. So können mit Hilfe einer zweiten Taste alternative Manöver entfesselt werden, die beispielsweise Blitze auf den Feind schleudern oder diesen mit einer sekundären Feuerwaffe unter Beschuss nehmen. Auch hierbei kommt es darauf an, mit welchem der zwölf Helden man gerade unterwegs ist.

Des Weiteren erlernen die Streiter im Verlauf des Spiels bis zu vier alternative Attacken, von denen maximal zwei dem R1-Trigger in Kombination mit einem der Angriffs-Buttons zugeordnet werden können. Natürlich darf auch ein Pendant zu den Musou-Angriffen aus Dynasty Warriors nicht fehlen. In Devil Kings heißen diese Superattacken Wutangriffe, welche sich bei voll aufgeladener Power-Leiste entfesseln lassen. Dabei wird die Spielfigur für eine kurze Zeit unverwundbar, schneller und teilt mächtigere Schläge aus.

Erbitterte Duelle
Neben diesen offensiven Bewegungen steht dem Spieler noch die Möglichkeit offen, zu blocken. Dies ist vor allem bei feindlichen Offizieren und den mächtigen Endgegner von Nöten, um nicht all zu viel
» Taste my steel!
Lebensenergie einzubüßen oder gar das Zeitliche zu segnen. Vor allem die Bossfights gegen die elf anderen Feldherren haben es in sich und führen zu einigen erbitterten Duellen während der auf Massengemetzel ausgelegten Schlachten. Der Preis für diese schweißtreibenden Auseinandersetzungen ist ein recht happiger Schwierigkeitsgrad, der bereits auf dem zweiten von drei Schwierigkeitsstufen zum Tragen kommt. Zwar gibt es die Möglichkeit, das Spiel auf "leicht" zu zocken, allerdings nimmt man sich damit gleichzeitig jedwege Herausforderung und reduziert den Titel auf pures Buttonsmashing. Hier hätte ein weiterer Skill-Level, welcher irgendwo zwischen "leicht" und "normal" angesiedelt ist, gut getan.

Schnell zu frustrierende Zockernaturen könnten zudem von der Tatsache genervt sein, dass man während der teils recht langen Schlachten nicht abspeichern kann. Glücklicherweise lassen sich bereits absolvierte Missionen beliebig oft wiederholen, um bessere Ausrüstungsgegenstände und höhere Charakterlevels zu ergattern. Wer also ständig ins Gras beißt, sollte im freien Modus einfach ein wenig aufpowern.

Superschickes Design
Optisch wissen vor allem sehr schicken Render- und Animesequenzen, welche die Story zwischen den Missionen vorantreiben, sowie das gelungene Design der Charaktere und Armeen zu überzeugen. Zwar besitzen alle Feldherren
» Nicht Drängeln! Es sind genug Kugeln für alle da!
die selben Einheitentypen, allerdings wurden diese mit einem individuellen Äußeren versehen, was für optische Abwechslung sorgt. So schickt der Devil King mittelalterlich anmutende Ritter in die Schlacht, während die Streitkräfte von Yori ägyptische Rüstungen tragen. Technisch wurde das Ganze solide inszeniert. Die Einheitenmassen sind beeindruckend und vor allem einige Angriffseffekte wunderschön in Szene gesetzt. Natürlich muss auch Devil Kings mit den Ressourcen der Playstation 2 Haus halten, was zu recht niedrig polygonisierten Spielfiguren und einer eingeschränkten Sichtweite führt. Ebenfalls negativ fällt die nicht optimale Kameraführung auf, welche vor allem in Endgegnerkämpfen zu einigen Problemen führen kann.

Soundtechnisch wird gehobener Standard geboten, der allerdings hinter der coolen Metal-Musik von Dynasty Warriors 5 oder Kingdom under Fire: Heroes zurückstecken muss.
Pro
Flotte Massenschlachten
Beeindruckende Gegnerhorden
Effektgeladene Grafik
Zwölf spielbare Charaktere
Fordernd und motivierend zugleich
Gutes Auflevelsystem
Tolle Zwischensequenzen
Contra
Kein Mehrspielermodus
Dreist zusammengeklaut
Während der Schlachten nicht speicherbar
Weiterer Schwierigkeitsgrad zwischen "leicht" und "normal" wäre gut gewesen
Kameraprobleme
Fazit
Das Sprichwort "Gut geklaut ist besser als schlecht erfunden" passt bei Devil Kings wie bei keinem anderen Titel. Hier hat man sich seitens Capcom geradezu dreist an Koeis Ideen und Spielprinzip bedient. Herausgekommen ist ein Klon in eigenem Universum, gespickt mit ein paar neuen Ideen. Doch des Spielers Schaden soll es nicht sein, ganz im Gegenteil. Devil Kings zockt sich sogar einen Tick besser und dank verschiedener Gegenertypen und Endbosse auch abwechslungsreicher als das Vorbild. Natürlich wird das Game einigen Gemütern zu eintönig sein, da man im Grunde nichts anders macht, als sich mit verschiedensten Attacken durch Horden anlaufender Angreifer zu kloppen und dabei seinen Charakter zu leveln. Wer allerdings auf das Genre steht und mal in ein anderes Szenario als das alte China der Three Kingdoms abtauchen will, der sollte sich Devil Kings auf keinen Fall entgehen lassen. Für den Nachfolger wünsche ich mir allerdings noch einen Multiplayer-Modus, der hier anscheind komplett vergessen wurde.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Capcom
Entwickler
Capcom
Website
www.capcom-euro...
Release
03. Februar 2006
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