Dance Dance Revolution meets Urban Style: Flow ist das erste HipHop-Tanzspiel.Seit den Anfängen der Musikspiele zu PSone-Zeiten hat sich auf dem Sektor der rhythmischen Partygames einiges getan: Die Titel sind zahlreich zu erwerben, das Angebot an ungewöhnlichen Spezialcontrollern reicht von der einfachen Tanzmatte über
Donkey Konga-Bongos hin zur aus Plastik gefertigten
Guitar Hero-Miniaturgitarre. Während im Bereich der Tanzspiele
Konami mit dem
Dancing Stage /
Dance Dance Revolution-Programm die Messlatte setzt, tritt
Ubisoft nahezu alleine als Konkurrent auf. Ob sie mit
Flow: Urban Dance Uprising mit der japanischen Qualitätsware Schritt halten können, zeigt unser
Master-Review.
Im Großstadtdschungel ist die Hölle los Zwar lizenzierte
Konami bisher stets eine handvoll bekannter Tracks aus den diversen Musik-Hitlisten, den Großteil der
Dancing Stage machten jedoch immer eigens kreierte Japano-Pop-Lieder aus.
» Die Großstadt, der Dschungel für Breakdancer. |
Ubisoft fasst sich ein Herz für Freunde der west(küst)lichen Musikkultur und baut mit
Flow: Urban Dance Uprising - der Name lässt es vermuten – ein Tanzspiel auf der Basis eines HipHop-Lizenz-Soundtracks auf.
51 Songs schnürten die Entwickler zu einem Paket zusammen, wobei der rhythmische Sprechgesang lediglich die Basis für weitere Einflüsse darstellt: Indie-, Funk-, Jazz- und House-inspirierte Titel ergänzen so das Repertoire. Es ergibt sich eine
große Auswahl, die für verschiedenste Musikgeschmäcker etwas bereithält.
Kerngedanke aller Tanzmattenspiele ist selbstverständlich das
Treffen von Richtungspfeilen zum Rhythmus der Musik. Diese von unten scrollenden Tastenangaben sollten nach Möglichkeit zum richtigen Zeitpunkt deckungsgleich mit am oberen Bildschirmrand positionierten Markierungen getreten (respektive gedrückt) werden. Neben einzelnen Hits sind auch gehaltene Steps sowie gesprungene Kombinationen mehrerer Richtungen gefordert. In
Flow: Urban Dance Uprising werden diese durch eine Kette verbunden angezeigt, was sie leicht erkennbar macht. Erstmals im Genre ist auch der
Einsatz der Hände in einigen Songs nötig, wodurch der Bewegung auf der Matte den vom Titel vermittelten
Breakdance-Charakter verleiht.
Hittin' the Streets Aus der
Vielzahl der Spielmodi stellt
Street den Wichtigsten dar: Hier schaltet ihr nach und nach neue Inhalte für das Spiel frei. Mit
verschiedenen Charakteren wird sich durch die
unterschiedlichen » Gewonnene Herausforderungen bringen Belohnungen.. |
Abschnitte der virtuellen Großstadt getanzt, wobei in jedem Bezirk mehrere Herausforderungen warten. Die Bedingungen zum Lösen dieser sind vielfältig und beinhalten meist das Erreichen einer bestimmten Punktzahl, Combo-Länge oder eines Ratings. Als Belohung winken hier neue Songs, Gebiete, Charaktere sowie passende Outfits. Natürlich steigt mit zunehmender Spielzeit der Anspruch, weswegen einige Zeit bis zum Lösen der
100 Herausforderungen vergeht.
Vor allem in Begleitung eines Partners kommt bei
Flow: Urban Dance Uprising Spaß auf. Im
Battle tretet ihr gegeneinander an und zeigt abwechselnd bei drei Songs, wer die HipHop-Hosen anhat. Alternativ kann bei einem Song um die höchste Punktzahl getanzt werden. Beide Varianten sind mit einer oder mit zwei Matten spielbar, wobei bei Vorhandensein mehrerer Tanzpolster eindeutig mehr Spaß auftritt. Lediglich der Battle-Modus bereitet aufgrund seiner Struktur auch ohne zusätzlichen Tanzcontroller Freude, hier leisteten die Entwickler vorbildliche Arbeit. Für Solisten steht neben der üblichen Highscore-Jagd noch ein Menüpunkt namens
Workout zur Verfügung. Nach dem Tanzen eines Liedes errechnet das Programm aus Angaben zu Körpergröße, Gewicht und sportlicher Aktivität des Spielers die verbrannten Kalorien und vergleicht diese mit dem entsprechenden Umsatz beim Radfahren, Jogging, Klettern oder Tennis spielen. Außerdem wird angezeigt, zu wie viel Prozent das empfohlene tägliche Training abgeschlossen ist.
Show me your moves Im Gegensatz zu anderen Tanzspielen hinterlegt
Flow: Urban Dance Uprising die Bewegungsanweisungen mit
Animationssequenzen anstatt mit statischen Musikvideos oder ähnlichem. Der
» Tanz ihr gut, tut das auch euer Alter Ego. |
ausgewählte Charakter führt hierbei im Kreis einer
Zuschauermeute wilde
Breakdance-Moves aus, wobei sich das Geschehen interaktiv an eure Bewegung anpasst: Trefft ihr alle Pfeile, klatscht die Menge Beifall. Werden gar allzu viele Noten verfehlt, fällt die Spielfigur und heimst somit die Ungunst des Publikums ein. Optisch machen diese in Echtzeit dargestellten interaktiven Hintergründe kaum etwas her, die Animationen der Tänzer wirken teils abgehackt und die Umgebungstexturen verschwommen. Relativ zu anderen Genrevertretern gesehen ist jedoch allein die Tatsache, dass eine dynamisch berechnete Grafik vorhanden ist, im positiven Sinn abnormal.
Zur besseren Erkennbarkeit der geforderten Bewegung wäre eine
farbliche Unterscheidung der Richtungspfeile, wie sie in der
Dancing Stage-Serie üblich ist, wünschenswert gewesen. Dort helfen verschiedene Kolorierungen zur Differenzierung zwischen Takten sowie On- und Off-Beat-Schlägen. Auch fehlt die typische Anzeige der Lebensenergie; detaillierte Optionen bei der Song-Auswahl, zum Beispiel zur Scroll-Geschwindigkeit der Pfeile, vermissen Genreveteranen ebenso. Eine
EyeToy-Unterstützung ist vorhanden, allerdings beschränkt diese sich lediglich auf das Anzeigen des Bildes während des Spielens.