Ambitioniertes Sci-Fi-Spektakel, dessen Unfertigkeit den Spielspaß zerstört.Hochwertige Science-Fiction-Abenteuer gibt es auf der
Xbox einige. Allen voran glänzen
Halo und
Halo 2 sowie
Biowares Star Wars: Knights of the Old Republic durch hohen Spielspaß. Auch
Day 1 Studios' Mechassault-Teile schlagen in die selbe Kerbe. Entwickler
Glyphx will nun mit
Advent Rising an diese Erfolge anknüpfen. Ob ihnen dies gelungen ist steht im folgenden
Master-Review.
Der erste KontaktAlles beginnt friedlich und unbedrohlich in den Weiten des Weltalls. Von einer Mission zurückgekehrt, will Protagonist
Gideon Wyeth auf einer Raumstation seinen Bruder treffen. Nachdem er seinen Gleiter sicher in den
Hangar manövriert, seinen Bruder konsultiert, eine Kneipenschlägerei überstanden und ein als Auffrischtraining getarntes
Tutorial gemeistert hat, wird es allerdings ernst. Die Menschheit - welche bisher noch keinen Kontakt mit außerirdischen Rassen hatte - bekommt gleich Besuch von zwei interstellar reisenden Spezies.
Während die erste ihnen noch freundlich gesonnen ist, handelt es sich bei der unmittelbar darauf eintreffenden Rasse um
feindseelige Weltenvernichter. Kaum sind diese angekommen, steht die Raumstation der Menschen auch schon in Flammen. Nach einer abenteuerlichen, ballerlastigen Flucht durch die einstürzende Einrichtung findet sich unser Held auf einem fremden Planeten wieder, auf dem sein Kampf um das Schicksal der Menschheit erst so richtig beginnt ...
Inszenierung wow, Spiel oweih!Erzählt wird die spannende Science-Fiction-Story durch zahllose,
sehr gut inszenierten Zwischensequenzen, die immer wieder das actionbetonte Gameplay unterbrechen. Bei den Filmchen greift das Programm meistens auf
» Energieschilde schützen unseren Helden. |
eine aufgepeppte Version der Spielgrafik zurück. Bei besonderen Ereignissen – wie beispielsweise der atemberaubenden Vernichtung eines ganzen Planeten - bietet der Titel aber auch komplett
vorgerenderte Sequenz, die man als echte Hingucker bezeichnen darf. Doch nicht nur optisch wird in Sachen Inszenierung einiges geboten, sondern auch in punkto Sound: Professionelle Sprecher hauchen den Figuren Leben ein, während die Musik direkt aus einem Hollywood-Streifen kommen könnte.
Leider, leider hält das eigentliche Spiel bei Weitem nicht mit diesem hohen Standard mit. Ärgerlicherweise liegt dies nicht am Konzept, sondern schlicht und ergreifend dem
unfertigen Status des Projekts. Das fängt bei derben Grafikfehlern, zuckeligen Animationen, grottenhässlichen Waffenmodellen in der Ego-Perspektive sowie Abstürzen an und hört bei Soundaussetzern, hakeliger Bedienung, hektischer Ingamekamera, heftigen Slowdowns und miesem Autozielsystem auf. Obendrein ist die
Grafik nicht einmal schick und selbst die Special Effects wie Explosionen und Waffeneffekte wirken zumeist billig.
Frust statt LustSo läuft, schlägt, schießt, fährt, fliegt und springt man sehr gezwungen durch die weitläufigen Levels, nur um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht oder die nächste coole Zwischensequenz zu bestaunen. Wahlweise erlebt man die
» In solchen Szenen wirds meistens ruckelig. |
Dinge dabei aus der
Ego- oder der Third-Person-Perspektive, wovon aber keine wirklich befriedigend ist. Der Titel spielt sich dank Auto-Zielsystem aus der Perspektive der dritten Person zwar leichter, allerdings nervt das überhektische Kameragewackele und das undurchdachte Zielerfassen mittels Analogstick. In der Ego-Perspektive hingegen muss man auf hilfreiche Manöver das Schießen auf zwei Ziele gleichzeitig verzichten und sicht mit den superhässlichen Waffenmodellen abgeben.
Ballermänner kann unser Held übrigens immer zwei gleichzeitig mitnehmen und auch benutzen. Selbst unlogische Kombinationen wie Raketenwerfer und schweres Sturmgewehr gleichzeitig sind kein Problem. Immerhin funktioniert die bei
Halo abgekupferte Fahrzeugsteuerung recht zufriedenstellend. Darüber hinaus lernt man im Spielverlauf acht
magische Tricks, mit deren Hilfe man sich Gegnern ohne Waffengewalt erwehren kann - die Macht lässt grüßen!