Kleinere Macken lassen die Mobilfassung hinter den großen Bruder zurückfallen.War die Smackdown!-Reihe bislang nur Sonys stationären Konsolen vorbehalten, so schickt Wrestling-Spezialist
THQ mit
WWE Smackdown! vs. RAW 2006 erstmals eine Fassung für unterwegs ins Rennen. Ob die Portierung der gefeierten PS2-Version auch auf dem mobilen Alleskönner PSP bestehen kann oder der kleine Bruder der Genre-Referenz bei der angestrebten 1:1-Konvertierung Federn lassen musste, verrät euch folgendes ausführliches Master-Review.
Bigger, better, Smackdown!Auch auf der PSP setzt der aktuellste Titel der
Smackdown!-Reihe die Tradition seiner Vorgänger fort und zeigt sich als wahres Umfangsmonster.
Über 60 spielbare Charaktere warten darauf, die gewohnte
» Der Undertaker versteht keinen Spaß. |
Vielzahl an verschiedenen Spielmodi zu bestreiten. Neben dem aktuellen Kader an Wrestling-Heroen sind abermals die Diven der WWE mit dabei und auch illustre Legenden wie Hulk Hogan (im original 80er-Jahre-Outfit), Jake „The Snake“ Roberts (Handheld-exklusiv) oder der British Bulldog dürfen nicht fehlen. Neu an Bord ist das
Buried Alive-Match – eine Spezialität des Undertakers, bei der es gilt, den Gegner so lange zu malträtieren, bis er sich nicht mehr dagegen wehren kann, in einen eigens vorbereiteten Sarg gepackt zu werden. Weiters dürft ihr euch darauf freuen, in
Bar Room- und
Parking Lot-Brawls eure Gegner mit allen nur erdenklichen Hilfsmitteln von A wie Autos bis Z wie ... ähm ... zerberstenden Billiardqueues zu bearbeiten.
Schmutzige FantasienAn die Stelle der spielerisch – jedoch keinesfalls optisch – schwachbrüstigenlol
Bra & Panties-Auseinandersetzungen rückt in der heurigen Fassung von
Smackdown! das sogenannte
Fulfill your Fantasy-Match,
» Auch die Diven lassen es krachen. |
bei dem abermals das Entkleiden der gegnerischen Diva Programm ist. Das zu Grunde liegende Spielprinzip setzt sich erneut zum Ziel, die holden Damen zu entblättern, und so handelt es sich hierbei aufgrund der begrenzten Spieltiefe höchstens um eine nette Draufgabe, nicht jedoch einen Kaufgrund. Diesen bietet euch vielmehr ein
rundum verbesserter Season-Modus, der rückblickend betrachtet eine der großen Schwächen von
WWE SmackDown! vs. RAW darstellte.
Die gewohnt dramatischen Handlungsstränge werden durch vorbildliches Voice-Acting und fernsehreife Backstage-Sequenzen erzählt und vermitteln euch somit das Gefühl, an einer TV-Show teilzuhaben. Zwar sind einzelne Seasons in wenigen Stunden durchgespielt und erneut viel linearer als noch bei
WWE Smackdown! Here comes the Pain, ein deutlicher Fortschritt zum direkten Vorgänger ist dennoch nicht zu verleugnen. Besitzer der PS2-Fassung dürfen sogar die aktuelle Season mittels Datenkabel auf die PSP übertragen und unterwegs weiterzocken. Dafür muss bei der vorliegenden Version auf Kommentatoren während der Matches verzichtet werden.
Außer PusteDie wohl einschneidendste Änderung im Gameplay birgt das neue
Stamina-System. Hat sich die Abkehr vom Arcade-lastigen Spielprinzip bereits in den Vorgängern durch die Einführung von Verletzungen und
» Auch auf der PSP erwartet euch eine TV-reife Präsentation. |
ähnlichen Features abgezeichnet, so tätigen die Entwickler von
Yuke’s nun einen großen Schritt in Richtung Simulation (japanische Importperlen wie
King of Coliseum lassen grüßen). Jede einzelne Aktion verlangt eurem Recken ein Stückchen seiner Ausdaueranzeige ab. Geht diese langsam zur Neige, wird euer Wrestler erst spürbar behäbiger und schließlich gar kurz kampfunfähig.
Diesem Schicksal entgeht ihr wahlweise durch gezieltes Drücken der Select-Taste, damit der Muskelberg eurer Wahl durchatmen kann, oder schlichtes Nichtstun und Ausruhen. Das Stamina-System verändert den Ablauf der Kämpfe deutlich, denn schnelles und ständiges Austeilen von kraftvollen Würfen wird bald vom Gegner bestraft, taktisches Vorgehen ist mehr als bisher verlangt. Neben dieser Änderung haben die Entwickler auch das
Finisher-System einer Frischzellenkur unterzogen. Konntet ihr bislang Finishing Moves geradezu horten, um sie im richtigen Moment auf euer Gegenüber niederprasseln zu lassen, so dürft ihr – müsst aber nicht - nun lediglich eine einzige dieser kampfentscheidenden Aktionen aufbehalten. Alternativ kann diese auch sofort nach Erhalt eingesetzt werden und zeigt dafür die doppelte Durchschlagskraft.
Ich bin mein eigener ChefAbermals ist ein klein wenig Taktik gefragt, denn gespeicherte Finishing Moves dürfen für allerlei Schandtaten verwendet werden. So könnt ihr zum Beispiel zur Demütigung eures Kontrahenten seine typischen Jubelposen imitieren,
» Noch so'n Spruch, Kieferbruch! |
was sich auf dessen psychische Verfassung und so auch seinen Erwerb eines Finishers auswirkt. Oder ihr dürft euren Gegner mit seinem eigenen Trademark Move flachlegen, was für einen gestandenen Wrestler eine Schmach ohne Gleichen bedeutet. Hinterlistige Naturen haben gar die Möglichkeit, sich verletzt zu stellen und dann den Gegner mittels überraschendem Cover zu überlisten.
Wer sich beim Schauen des TV-Originals schon immer mal über vergeudete Storylines, schwachsinnige Titelwechsel oder ähnliches geärgert hat, dem bietet
WWE Smackdown! vs. RAW 2006 erstmals die Gelegenheit zu beweisen, dass er es besser kann. Im neu hinzugekommenen
General Manager-Mode übernehmt ihr wahlweise die Verantwortung über eine der beiden Brands
RAW respektive Smackdown! und müsst dafür Sorge tragen, dass euch die Fans treu bleiben. Neben der Akquirierung von Superstars seid ihr für deren körperliche Verfassung sowie die Planung der Matches und Fehden verantwortlich. Gute Englischkenntnisse sind hier allerdings ein Muss, da sich dieser Modus sehr textlastig zeigt und das ganze Spiel weder deutsch synchronisiert noch untertitelt ist.
Loading … please wait!Für Wrestling-Fans bedeutet der GM-Mode dennoch mit Sicherheit eine kleine Offenbarung und erinnert spielerisch an frühe Fussball-Manager auf dem PC. Wird auch dieser Spielmodus auf Dauer langweilig, so dürft ihr euch an einer
Vielzahl » Triple H versteht sein Handwerk. |
von Herausforderungen versuchen. Es gilt, bestimmte Aufgabenstellungen wie "Kontere zehn Würfe deines Gegners" zu lösen, damit im umfassenden WWE-Shop neben Legenden noch viele weitere mehr oder weniger sinnvolle Goodies freigeschalten werden. Exklusiv für die Handheld-Fassung wurde das Spiel um drei Mini-Games ergänzt. So dürft ihr gegen die muskulösen Haudegen eine Partie Poker bestreiten, euer Wrestling-Wissen in einem Quiz unter Beweis stellen oder den geistig etwas minderbemittelten Eugene in einem Geschicklichkeitstest zum Ring lotsen. Diese Bonus-Features sorgen zwar kurzfristig für etwas Zerstreuung, stellen aber auf lange Sicht hin keinen Mehrwert dar.
Bei all der Lobhudelei sollten die
Schattenseiten der PSP-Portierung natürlich nicht unerwähnt bleiben. Grafisch müssen einige Abstriche hingenommen werden, sei es beim Detailgrad des Publikums oder aber auch bei der Texturenanzahl der Protagonisten. Glänzt der große PS2-Bruder mit flüssigen Animationen, so bietet die mobile Variante
ständige Freezes während der Matches, da Sonys tragbare Konsole mit dem Nachladen der Daten nicht ganz zurecht kommt. Auch ansonsten konsumieren
enorme Ladebildschirme den meisten Anteil der Spielzeit, was recht bald zu Frust und Ernüchterung führt.