Gelungenes 2D-Revival des flotten Igels mit magerem Umfang.Die wohl schnellste Stachelkugel der Welt ist zurück. Nachdem
Segas Maskottchen
Sonic in jüngster Zeit immer mehr in 3D-Abenteuern unterwegs war, kehrt er mit
Sonic Rush nun zu seinen Wurzeln zurück und brettert in astreinem 2D durch brandneue Levels. Zielsystem dieses Mal: Nintendo DS. Was der Titel für
Nintendos aktuellen Handheld taugt, ist wie immer im aufschlussreichen
Master-Review nachzulesen.
Nicht schon wieder!Die Hintergrundstory ist wieder einmal schnell erzählt: Der böse Doktor
Eggman versklavt hilflose, niedliche Tiere und verwandelt sie in willenlose Roboter, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Mit Hilfe der Chaos Emeralds will er
» Sonic wie wir ihn kennen und lieben! |
sein ultimatives Ziel erreichen und aus
Sonics friedlicher, kunterbunter Heimat eine mechanische Hölle kreieren. Der blaue Igel muss dies natürlich verhindern und macht sich einmal mehr auf,
dem irren Wissenschaftler das Handwerk zu legen. Hinzu kommt dieses Mal eine hübsche Unbekannte namens
Blaze the Cat, die auf der Suche nach den
Sol Emeralds ebenfalls hinter dem fiesen Fettsack her ist. Erzählt wird die äußerst
uninteressante Story in belanglosen, langweiligen Dialogen zwischen den einzelnen Stages. Die Gespräche, an denen unter anderem virtuelle Berühmtheiten wie
Tails,
Knuckles oder
Amy teil haben, laden daher eher zum Überspringen, statt zum motiviertem Mitlesen ein.
High-Speed-IgelDas krasse Gegenteil zur lahmen Geschichte - die zugegebenermaßen noch nie eine Stärke der Sonic-Games war - ist das
superflotte Gameplay. Wie in seinen besten 16-Bit-Tagen rast, rollt, beschleunigt und springt
» Die Bosskämpfe sind fordernd. |
Sonic the Hedgehog mit wahnsinniger Geschwindigkeit durch die fantasievollen Stages - dieses Mal sogar
über zwei Displays hinweg. Zahllose Loopings, Schrauben, Sprungbretter, Beschleunigungsfelder, Gummiseile, Korkenzieher und Rampen, welche sich nicht selten über beide Screens des Nintendo DS erstrecken, werden dabei überwunden. Wie immer ist er dabei auf der Jagd nach goldenen Ringen, die ihn bei Berührung mit den zahlreichen Gegnertypen vor einem sofortigen Tod bewahren. Sammelt man gar 100 dieser Schätzchen, wird ein Extraleben vom Game spendiert. Das größte Problem am Leveldesign sind
einige unfaire Passagen. So passiert es nicht selten, dass man im Geschwindigkeitsrausch in einen Abgrund rast, der unmöglich vorhergesehen werden konnte. Zwar gehen solche Passagen nach einmaligem Erreichen direkt ins Gedächtnis über, so dass man beim nächsten Anlauf Bescheid weiß, allerdings ist dies zu
Trial & Error-lastig, um als wirklich gelungen bezeichnet zu werden. Grundsätzlich hat sich am Gameplay also nichts geändert. Lediglich einige neue Moves wie beispielsweise der
Super Boost, welcher dem Helden augenblicklich zu einem enormen Beschleunigungsschub verhilft, erweitern das Spielerlebnis geringfügig. Ebenfalls neu sind mit der R-Taste ausführbare Stunts, welche je nach aktueller Bewegung unterschiedlich ausfallen. So vollführt man in der Luft Drehungen oder legt einen flotten Sprung während des Grindens hin, was aber nur das Punktekonto für ein besseres Ranking am Ende jeder Stage erhöht.
Bewährter SpielaufbauDie Stationen, an denen unser blauer Freund in seinem Abenteuer Halt macht, sind allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet und
grafisch hübsch in Szene gesetzt. Bunte 2D-Hintergründe, ein schick animierter Hauptcharakter
» Abwechslungreiche, schicke Stages. |
und das
herausragende Geschwindigkeitsgefühl hauchen den Szenarien, welche unter anderem in Ägypten, Unterwasser oder einem von Ranken überwucherten Wald angesiedelt sind, Leben ein. Am Ende jeder Zone wartet einer der besonders fiesen
Obermotze auf den Spieler. Diese wurden vorbildlich designt, erstrahlen in schicker 3D-Grafik und erfordern jeweils eigene Taktiken, um besiegt zu werden. Wem das Ganze zu haarig wird, der darf den Schwierigkeitsgrad im Hauptmenü jederzeit nach unten verlagern, was vor allem das Besiegen der Levelbosse erleichtert. Suchwütige Spieler dürfen Ausschau nach Zugängen in die
Special-Stages halten. In diesen steuert man Sonic im bekannten Minispiel durch Rennstrecken, sammelt Ringe und weicht Minen aus. Das erfolgreiche Absolvieren dieser Bonusabschnitte wird mit einem von sieben
Chaos Emeralds belohnt. Dieses gelungene Minigame bildet zudem den einzigen Einsatzbereich des Stylus. Der Rest des Games wird komplett mit den Buttons gesteuert.
Rasend schnell vorbeiLeider gibt es gerade einmal
sechs Zonen mit jeweils zwei Akten sowie
sieben Endbossen (plus einem versteckten Superboss), was
Sonic Rush auch gleichzeitig zu einem
seiner kürzesten Ausflüge macht. Geübte Spieler sollten, wenn überhaupt, lediglich
3-4 Stunden benötigen, um den Abspann zu sehen. Alternativ darf noch mit der pinken
Blaze gespielt werden, allerdings unterscheidet sich ihr Bewegungsrepertoire nur minimal von
Sonics und auch die besuchten Levels sind die gleichen. Zwar sorgen ein rudimentärer Mehrspielermodus (Wettrennen), Rankings am Ende jeden Levels, die Suche nach versteckten Emeralds sowie der Zeitangriff für Motivation abseits des Hauptspiels, allerdings täuschen diese Features nicht darüber hinweg, dass
Sonics neuestes Abenteuer umfangreicher hätte ausfallen können. Zu guter Letzt sei noch der
zwiespältige Soundtrack des Games erwähnt, welcher von treibend-fetzig bis absolut nervtötend reicht.