Nettes Japano-Rollenspiel mit einigen Macken. Für jüngere Semester dennoch interessant.Pokemon und kein Ende. Für ihre Handhelds kündigte
Nintendo gleich fünf neue Spiele rund um den Megafranchise an. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft soll die Pokemon-Welle auch auf dem Gamecube ins Rollen kommen. Mit
Pokemon XD: Der Dunkle Sturm, dem Nachfolger von
Pokemon XD: Der dunkle Sturm, erscheint für den Würfel das zweite Rollenspiel mit
Pikachu und Co. Wir nahmen die US-Version gründlich unter die Lupe und verraten euch in diesem
Master-Review, ob der Name
Pokemon immer noch für Qualität und Spielspaß bürgt oder die Marke benutzt wird, um die schnelle „Mark“ zu machen.
Das Abenteuer beginnt…schon wieder!Vor fünf Jahren ereigneten sich mysteriöse Vorfälle in der
Orre-Region (Anmerkung: Es werden die gängigen Bezeichnungen der US-Version benutzt). Die gefährliche Untergrundorganisation
Cipher verwandelte Pokemon in » Shadow-Lugia. Sehr beeindruckend |
seelenlose Wesen,
Shadow-Pokemon, um diese für ihre niederträchtigen Zwecke einzusetzen. Zwei junge Trainer bereiteten dem üblen Spuk ein Ende, zerschlugen Cipher, retteten alle gefangenen Kreaturen und gaben ihnen ihr wahres Ich zurück. Nun scheint sich die Organisation erholt zu haben und versucht
abermals mit Hilfe der Shadow-Pokemon Unruhe zu stiften. Erneut schlüpft der Spieler in die Haut eines jungen Trainers, um Cipher endgültig das Handwerk zu legen.
Zugegeben, das hört sich nicht wirklich nach einer mitreißenden Hintergrundstory an und
kann in der Tat höchstens vorpubertäre Teens vom Hocker reißen. Die Stärken der Serie lagen sowieso schon immer im Sammeln und Trainieren der Knuddelmonster. Wieso das Ganze aber in einer derart uninspirierten Geschichte verpackt wird, bleibt ein Rätsel…
Gotta catch them all!So lautet der markige Slogan der Serie und genau dieser Werbespruch macht schon immer die Faszination der Game-Boy-Spiele aus. Leider gilt dies nicht für die Gamecube-Varianten, denn gleich wie beim Prequel dürft ihr
keine wilden » Eine szene aus dem Intro. |
Pokemon fangen. Stattdessen finden die Kämpfe nur gegen fremde Trainer und Cipher-Mitglieder statt. Fast schon frech: Nach ca. acht Spielstunden hört ihr im Spiel zum ersten Mal etwas von wilden
Pokemon. Die Vorfreude verpufft aber genauso schnell wie sie entstanden ist, da nur an extra abgegrenzten Orten ein Köder ausgelegt werden kann, um Pokemon anzulocken und diese daraufhin zu fangen. Auf das spannende Such- und Sammelprinzip, wie von den Game-Boy-Varianten bekannt, müsst ihr leider verzichten.
Eure Aufgabe besteht einzig und allein darin, die
Shadow-Pokemon aus den Klauen Ciphers zu befreien. Trefft ihr also im Kampf auf ein solches, muss es erst geschwächt und dann mit Hilfe eines Pokeballs eingefangen werden. Bevor es als vollwertiges Mitglied in der Party zur Verfügung steht, vergeht noch einige Zeit. Der neue Schützling ist nämlich noch in einem tranceähnlichen Zustand, der nur - Achtung, Déjà Vu - durch einen heiligen Schrein oder die neuartige
Purification Chamber aufgehoben wird. Letztere erleichtert den Reinigungsprozess erheblich. Die
Shadow-Pokemon werden in eine Kammer gesteckt, wo sie den guten Einflüssen normaler
Pokemon ausgesetzt sind. Diese müssen strategisch klug um das zu verwandelnde Taschenmonster platziert werden. Die Aktion ist am schnellsten beendet, wenn
Pokemon eines stärkeren Elements zum Einsatz kommen. Während dieses Vorgangs geht ihr weiter der linearen Handlung nach und
achtet auf neue Nachrichten, die euren PDA aufblinken lassen. Dieser hält euch stets auf dem Laufenden und gibt Meldung, wenn das Herz eines
Pokemons wieder geöffnet ist. Erst dann erinnert es sich an seine richtigen Attacken respektive Kampfwerte und kann in die Party aufgenommen werden.
RPG lightAuch das Kampfsystem kommt denjenigen, die schon einmal
Pokemon gespielt haben, bekannt vor. Dies soll jetzt allerdings nicht negativ gewertet werden. Ihr schickt stets zwei
Pokemon von den sechs aus eurer Party ins Gefecht, die
» Manche Effekte sind recht hübsch geworden. |
Battles finden also immer im Tag-Team statt. Abwechselnd geben die Trainer die Befehle für die gesamte Runde ein, welche sich auf
Pokemon-Tausch, Itemeinsatz, magere vier Attacken und Rufen beschränken. Sind die ersten drei noch selbsterklärend, soll
“Rufen“ kurz erläutert werden. Mit Hilfe dieses Kommandos weckt ihr
Pokemon aus abnormalen Stati, wie zum Beispiel Schlaf, Paralyse oder Verwirrung. Des Weiteren fallen
Shadow-Pokemon gelegentlich in den
Reverse-Mode, das heißt sie akzeptieren keine Items mehr und fügen sich Schaden zu. Durch „
Rufen“ kommen sie zu Bewusstsein und können wieder in den Kampfalltag einsteigen. Welche
Pokemon ihr in eure Truppe aufnehmt, will ebenfalls gut überlegt sein, da jedes einzelne einer Elementgruppe zugeordnet ist. Manche davon sind stärker als andere. So könnt ihr zum Beispiel mit einem Feuerpokemon ganz leicht ein Pflanzenpokemon ausschalten. Wasser wiederum besiegt ohne Probleme Feuer, usw.
Pokemon-Stadium inklusiveNatürlich sollen auch die
Competition-Modi nicht unerwähnt bleiben. Neben dem Solo-Adventure könnt ihr eure putzigen Krieger, in Tag-Teams oder einzeln, gegeneinander antreten lassen. Dabei übernimmt entweder der Computer
» Hände hoch unf Waffen fallen lassen! |
die Kontrolle über das gegnerische Team oder ein menschliches Gegenüber. Natürlich darf auch die obligatorische
Connectivity nicht fehlen: Ladet eure Pokemon aus den vier GBA-Versionen mit Hilfe eines Link-Kabels in die Arena!
Optisch wird gute Kost geboten. Die Landschaften sind knallig bunt und die Charaktere ziemlich japanisch angehaucht. Die Umgebungsoptik zeigt sich ebenfalls ausreichend detailliert. Doch Vorsicht: Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, manch einem mag die Spielwelt viel zu froh und unbeschwert erscheinen. Ebenfalls Lob erhalten die Charaktermodelle der Pokemon, denen
genügend Polygone spendiert wurden, um zu gefallen. Abstriche in der Grafiknote erhält das Spiel hingegen bei den Animationen, hier hätten sich die Entwickler deutlich mehr Mühe geben können, zumindest ein paar mehr aufwendige Spezialeffekte einzubauen.
Dafür bleibt alles flüssig und konstant. Gleiches Lied beim Sound. Nahezu jede Kreatur startet mit dem gleichen Sample in den Kampf. Gesprochenen Dialog hört man keinen, lesen ist daher angesagt. Die Hintergrundmusik dudelt so vor sich hin, kein Song mit Ohrwurmqualität dabei.