Tiefgängiges Gameplay und ein umfangreicher Karriere-Modus versprechen Basketballspaß pur.Im September 2005 veröffentlichte
2K Sports in den USA
NBA 2K6. Ein halbes Jahr später und drei Monate nach dem Release von
NBA Live 06 aus dem Hause
Electronic Arts erschien hierzulande endlich die PAL-Version. Die nötige Aufmerksamkeit ist den Entwicklern auf jeden Fall gewiss, denn zum Einen beginnt in der Basketball-Profiliga langsam aber sicher die heiß ersehnte Endphase der Regular Season und zum Anderen legt der Deutsche Dirk Nowitzki die beste Saison seiner Karriere hin. Die Bedingungen für das Spiel stimmen also auf jeden Fall. Ob
2K Sports diese Chance nützen kann und die Basketballfans richtig begeistern wird, erfahrt ihr im folgenden
Master-Review.
Basketball in PerfektionBevor es losgeht muss man erwähnen, dass im Vergleich zum Vorgänger das neu implementierte
Shot Stick-System sehr viel Freude macht, welches den Spieler durch Handhabung des rechten
» Präzise Dunks sind nun sehr leicht möglich. |
Analogsticks in die Lage versetzt, die
Richtung von Korblegern, Würfen/Dunks bis ins Detail zu beeinflussen. Gerade wegen der knallharten Defense des Gegners ist dieses Feature enorm wichtig, um als Sieger vom Parkett zu gehen. Eine ebenso hohe Bedeutung hat das neue
Strip ´n Rip-System, mit dem der Spieler die Möglichkeit bekommt, durch Betätigung des Steuerkreuzes einen gegnerischen Pass abzufangen und somit einen weiteren Steal in seiner Statistik zu verbuchen.
Oft bekrittelt wurde die KI der Mitspieler sowie Gegner in der
NBA 2K-Reihe. Heuer haben die Entwickler anscheinend dazugelernt: sowohl die CPU-gesteuerten Mitspieler als auch
die Gegner verhalten sich äußerst klug, sodass man behaupten kann, jedes Match wird zu einer wahren Herausforderung. Natürlich zählt dazu auch eine feste Strategie, die einen zum Erfolg bringen soll. Auch hier hat
2K Sports geklotzt und nicht gekleckert, denn kaum eine Simulation dieses Genres bietet solche
Feinheiten in der Strategieeinstellung wie
NBA 2K6. Es ist möglich, praktisch jedem einzelnen Spieler vor und während dem Match eine Aufgabe zuzuteilen. Durch die sehr kluge KI der Kameraden erledigen die Jungs ihren Job beinahe perfekt.
NBA 2K meets NBA StreetIn
NBA 2K6 hat man die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand in ein
Schnelles Spiel zu wagen - das natürlich auch im Multiplayer genossen werden kann -, die Herausforderung bei
» Shaquille O'Neal punktet wieder. |
einem
selbst erstellten Turnier zu suchen oder sich im
Situation-Modus einer generierten Aufgabe zu stellen. Verfeinert wird dies durch
Streetball sowie die für Anfänger der
NBA 2K-Serie wichtigen Trainingssession. Während bei
NBA Live 06 der Kern eindeutig beim
Dynasty Mode liegt, gibt es bei
2K Sports’ neustem Produkt sehr tiefgängige Spielvarianten. Beispielsweise der
The Association-Modus, dessen Umfang mit dem
Dynasty Mode gleichzusetzen ist; ziemlich ähnlich dem Konkurrenten übernimmt man einen NBA-Club (Franchise).
Dabei wird der Spieler mit sämtlichen happigen Aufgaben, die eine solch hohe Stelle mit sich bringt, konfrontiert. Verpflichten der Coaches, durchführen von „Scoutings“ (Suchen von Rookies), Vertragsverhandlungen und Trades stehen an der Tagesordnung. Nebenbei können natürlich
sämtliche 82 Spiele des Grunddurchgangs inklusive Playoffs selbst bestritten oder simuliert werden. Im Umfang unterscheiden sich die Modi von
EA und
2K Sports also nicht sehr, auch wenn der Titel letzteren Publishers in einigen Aspekten tiefgängiger wirkt. In punkto Menüführung und Präsentation fällt die Übersicht bei
NBA 2K6 viel leichter und man ist schneller über
die wichtigsten News wie beispielsweise Verletzungen, Tabellen oder Statistiken informiert. Die Entwickler bewiesen sogar so viel Detailliebe, dass man selbst die Musik bei der Spielervorstellung in der Arena wählen kann.
Die Arena als HexenkesselKurz nach dem Start wird man bereits mit einem atemberaubenden Intro herzlichst begrüßt. Da die Konkurrenz im Bereich Grafik ziemlich hinten nach hinkt, kann
NBA 2K6 auch heuer wieder
» Raffinierte Antäuschungen dank einfacher Steuerung. |
überzeugen. So bietet das Game neben einer
flimmer- und ruckelfreien Optik auch eine Inszenierung wie im TV. Beispielsweise werden bei anderen Spielen in den Ladepausen meist Hilfen zur Steuerung beschrieben, doch bei
NBA 2K6 wird diese Wartezeit mit der Vorstellung der beiden Clubs und deren Spieler genützt. Man merkt im Endeffekt gar nicht, dass es sich eigentlich um einen Ladevorgang handelt. Im Spiel angelangt, ist nie Unschärfe zu erkennen und selbst die Zuschauer sind flüssig und detailreich animiert. Auch die Präsentation wird nicht vernachlässigt: von der
Cheerleader-Show in den Pausen bis hin zu sämtlichen Werbeinlagen ist alles ins Spiel gepackt.
Die Entwickler integrierten im aktuellen
NBA 2K-Geschehen einen Soundtrack, der meist mit Basketball in Verbindung gebracht wird. Rapstars wie
Little Brother oder
The Roots treten mit ihren besten Stücken auf. In punkto Lokalisierung gilt es ein großes Lob auszusprechen, denn nachdem sämtliche Vorgänger mit englischen Menüs und Sprachausgabe ausgestattet waren, hat man nun alles - bis auf die Kommentatoren - ins Deutsche übersetzt. Besonders bei Modi mit enorm viel Text ist das sehr vorteilhaft. Aber auch die
Stimmung in den riesengroßen Stadien der verschiedenen NBA-Teams ist perfekt umgesetzt und Langeweile kommt gar nicht erst auf. So werden die Spieler namentlich genannt und besonders die Fans bringen bei tollen Aktionen die Arena förmlich zum Kochen.