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Master-Review:   » drucken    » versenden

Amped 3

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 15.01.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Witziger Trendsport-Titel – mit dem Vorgänger verbindet ihn jedoch nur mehr wenig.

Radikalkur: Mit dem Publisherwechsel von Microsoft zu Take 2 respektive 2K Sports wurde nicht nur das Firmenlogo auf der Packungsvorderseite ausgewechselt, sondern auch "ratzfatz" das Gameplay. Während die beiden äußerst gelungenen Vorgänger vor allem durch ihre Simulationslastigkeit bestachen, will sich der Frischling in erster Linie als unterhaltsamer Trendsport-Titel verstanden wissen. Ob dieses Konzept aufgeht oder schon am Idiotenhügel scheitert, soll einmal mehr unser Master-Review erörtern.

Im Frühtau zu Berge …
Völlig abgefahren, völlig unberechenbar – wie ein Sandwich von der Tanke! verspricht die Packungsrückseite – und liegt damit gar nicht so falsch. Das abgefahrene Design von
» Der Berg ruft…
Amped 3 springt gleich von Beginn an ins Auge. Seien es die verrückten Zwischensequenzen im Anime-, Playmobil- oder Revuetheater-Stil, seien es die abgedrehten Challenges auf den Bergen: Die Jungs von 2K Sports konsumieren augenscheinlich bewusstseinserweiternde Drogen im Familiensparpack. Man darf sich also in jeder Hinsicht auf unterhaltsame Stunden gefasst machen.

Aber auch auf dem Berg macht das Spiel eine gute Figur. Einmal mehr dreht sich alles um Respekt und Geld. Insgesamt sieben Berge wollen im Lauf der abstrusen und genial präsentierten Story rund um den Superbösewicht Baron von Havoc im Sturm erobert werden. Nach dem klassischen Trendsport-System nehmt ihr hier sowohl Story-basierte Missionen als auch freie Challenges in Angriff, in welchen ihr nicht nur die nötigen Respektpunkte für die Hauptstory sondern auch Geld für Klamotten sowie Parkobjekte verdient.

Schleudertraumata und LSD-Ringe
Die Aufgaben bleiben dabei im Großen und Ganzen unverändert und dürften Kennern der Vorgänger somit keine Rätsel aufgeben. Einmal mehr mit dabei sind die so genannten
» Ob er die Rail erwischt?
Media Callouts, in welchen Kameraleute von euren Rail-, Air- und Carving-Qualitäten überzeugt werden wollen. Ebenso darf man sich wieder auf Konfrontationen mit den Superstars der Szene sowie diverse Highscore-Attacken freuen. Zwei neue Fortbewegungsmittel haben es ebenfalls mit ins Spiel geschafft: Habt ihr es einmal satt, ständig mit dem Lift zu Challenges oberhalb eurer derzeitigen Position zu gondeln, schwingt ihr euch kurz entschlossen auf das Snowmobil oder crasht euch mit einem der unzähligen Schlitten ins virtuelle Krankenhaus.

Die Steuerung geht dabei wie schon in Amped 2 locker von der Hand, bereits nach kürzester Zeit reiht ihr Butterslides, Rails und gigantische Aerials aneinander und kassiert dabei fette Punkte. Allerdings wurde kräftig an der Simulationsschraube gedreht, will heißen: Stürze muss man beinahe schon provozieren und auch die Kollisionsabfrage mit anderen Pistenbewohnern ist Geschichte. Dem Spielspaß tut dies selbstverständlich keinen Abbruch.

Jungfräulicher Powder und wahnsinnige Aerials
Insgesamt werdet ihr in etwa acht Stunden benötigen um das Finale zu sehen. Beißt ihr jedoch die Zähne zusammen und kämpft euch durch jede einzelne der Hundertschaften
» Tricks en masse.
an Challenges, kann man getrost das Doppelte bis Dreifache veranschlagen. Für Abwechslung vom Single-Boarderdasein bieten sich die – leider sehr – rar gesäten Zwei-Spieler-Veranstaltungen an. Alternativ kann auch schnurstracks der so genannte Park-Builder aktiviert werden, der euch völlige Freiheit beim "Verschönern" der Landschaft lässt. Solltet ihr also einmal den Drang verspüren, die Piste mit neuen Objekten zu versehen, steht euch dies jederzeit offen.

Schade ist hingegen die Tatsache, dass ihr gegen Ende des Spiels mit Bergen abgespeist werdet, die diesen Namen eigentlich nicht verdienen. Während Northstar, Snowbird und Valle Nevado mit riesigen Arealen inklusive gigantischer Weitsicht locken, fallen die restlichen vier – Laax, Avoriaz, Zugspitze und DC Mountain Lab – qualitativ ab; diese bieten gerade einmal eine einzige Piste und enttäuschen dementsprechend.

Style + Coolness = Victory
Auch technisch gibt es Grund zu meckern. Gerade auf einem PAL-TV sind die Unterschiede zum Vorgänger marginal, lediglich die bereits erwähnte, enorme Weitsicht überzeugt.
» Die Halfpipe darf natürlich nicht fehlen.
Selbst hochauflösend sieht es mit Ausnahme der schönen Schneestrukturen, welche bei einem normalen PAL-Bild schlichtweg im satten Weiß verschwimmen, nicht viel besser aus. Nichtsdestotrotz bleibt der "Look" stimmig.

Die musikalische Untermalung bleibt hingegen nach wie vor über jede Kritik erhaben: Mehr als 300 Tracks aus allen nur denkbaren Genres haben es ins Spiel geschafft, auf Wunsch dürfen bestimmte Richtungen im Menü auch komplett aus der Wiedergabeliste gestrichen werden. Alle Highscorejäger freuen sich darüber hinaus über Xbox Live-Bestenlisten, die für jede Challenge ein internationales Ranking bieten. Voraussetzung hierfür ist allerdings der erfolgreiche Abschluss mit Goldmedaille.
Pro
Abgedrehtes Design
Intuitive Steuerung
Tolle Weitsicht
Abwechslungsreicher Soundtrack
Contra
Optik nicht Next-Gen
Qualität der Berge fällt gegen Ende hin ab
Fazit
Amped 3 ist schnörkellose, stimmige und abgefahrene Unterhaltung für zwischendurch. Man ertappt sich immer wieder dabei, auf dem Gipfel stehend die Landschaft zu betrachten, nur um sich Sekunden später – als gäbe es kein Morgen – einen Abgrund hinunterzustürzen (Tipp: besonders witzig mit dem Schneemobil!). Aber auch sonst fesselt Amped 3 für zahlreiche Stunden vor den Fernseher: Von den witzigen Zwischensequenzen kann man einfach nicht genug kriegen, die Challenges sind durch die Bank gut designt und auch die Möglichkeit, Pisten nach eigenem Gutdünken zu verschönern, bedarf eines Extra-Lobes. Vor allem gegen Ende nimmt die Qualität des Titels aufgrund der Mini-Berge aber dann doch merklich ab – man kommt nicht umhin, die Frage nach einem verfrühten Release zu stellen. Einzelne Pisten locken niemanden mehr vor dem Ofen hervor und gerade die ersten drei Gipfel zeigen, dass es auch anders geht. Dies betrifft auch die Optik, welche stellenweise zwar das Niveau des Vorgängers übertrifft (Weitsicht, Schneestrukturen etc.), im Großen und Ganzen aber weit davon entfernt ist, "Next-Gen" zu sein. Was bleibt, ist jedoch ein superber Trendsport-Titel. Fans der Vorgänger sollten nichtsdestotrotz unbedingt Probe spielen, eine Simulation erwartet den Käufer hier nun wirklich nicht.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
Publisher
2K Sports
Entwickler
2K Sports
Website
www.ampedsnowbo...
Release
02. Dezember 2005
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User-Bewertung
89
11 Bewertungen
2 Reviews
Features
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