Witziger Trendsport-Titel – mit dem Vorgänger verbindet ihn jedoch nur mehr wenig.Radikalkur: Mit dem Publisherwechsel von
Microsoft zu
Take 2 respektive
2K Sports wurde nicht nur das Firmenlogo auf der Packungsvorderseite ausgewechselt, sondern auch "ratzfatz" das Gameplay. Während die beiden äußerst gelungenen Vorgänger vor allem durch ihre Simulationslastigkeit bestachen, will sich der Frischling in erster Linie als unterhaltsamer Trendsport-Titel verstanden wissen. Ob dieses Konzept aufgeht oder schon am Idiotenhügel scheitert, soll einmal mehr unser
Master-Review erörtern.
Im Frühtau zu Berge … Völlig abgefahren, völlig unberechenbar – wie ein Sandwich von der Tanke! verspricht die Packungsrückseite – und liegt damit gar nicht so falsch. Das
abgefahrene Design von
Amped 3 springt gleich von Beginn an ins Auge. Seien es die verrückten Zwischensequenzen im Anime-, Playmobil- oder Revuetheater-Stil, seien es die abgedrehten Challenges auf den Bergen: Die Jungs von
2K Sports konsumieren augenscheinlich bewusstseinserweiternde Drogen im Familiensparpack. Man darf sich also in jeder Hinsicht auf unterhaltsame Stunden gefasst machen.
Aber auch auf dem Berg macht das Spiel eine gute Figur. Einmal mehr dreht sich alles um
Respekt und Geld. Insgesamt
sieben Berge wollen im Lauf der abstrusen und genial präsentierten Story rund um den Superbösewicht Baron von Havoc im Sturm erobert werden. Nach dem klassischen Trendsport-System nehmt ihr hier sowohl Story-basierte Missionen als auch freie Challenges in Angriff, in welchen ihr nicht nur die nötigen Respektpunkte für die Hauptstory sondern auch Geld für Klamotten sowie Parkobjekte verdient.
Schleudertraumata und LSD-RingeDie Aufgaben bleiben dabei im Großen und Ganzen unverändert und dürften Kennern der Vorgänger somit keine Rätsel aufgeben. Einmal mehr mit dabei sind die so genannten
» Ob er die Rail erwischt? |
Media Callouts, in welchen Kameraleute von euren Rail-, Air- und Carving-Qualitäten überzeugt werden wollen. Ebenso darf man sich wieder auf Konfrontationen mit den Superstars der Szene sowie diverse Highscore-Attacken freuen. Zwei neue Fortbewegungsmittel haben es ebenfalls mit ins Spiel geschafft: Habt ihr es einmal satt, ständig mit dem Lift zu Challenges oberhalb eurer derzeitigen Position zu gondeln, schwingt ihr euch kurz entschlossen auf das
Snowmobil oder crasht euch mit einem der unzähligen
Schlitten ins virtuelle Krankenhaus.
Die
Steuerung geht dabei wie schon in
Amped 2 locker von der Hand, bereits nach kürzester Zeit reiht ihr Butterslides, Rails und gigantische Aerials aneinander und kassiert dabei fette Punkte. Allerdings wurde kräftig an der Simulationsschraube gedreht, will heißen: Stürze muss man beinahe schon provozieren und auch die Kollisionsabfrage mit anderen Pistenbewohnern ist Geschichte. Dem Spielspaß tut dies selbstverständlich keinen Abbruch.
Jungfräulicher Powder und wahnsinnige AerialsInsgesamt werdet ihr in etwa
acht Stunden benötigen um das Finale zu sehen. Beißt ihr jedoch die Zähne zusammen und kämpft euch durch jede einzelne der Hundertschaften
an Challenges, kann man getrost das Doppelte bis Dreifache veranschlagen. Für Abwechslung vom Single-Boarderdasein bieten sich die – leider sehr – rar gesäten
Zwei-Spieler-Veranstaltungen an. Alternativ kann auch schnurstracks der so genannte
Park-Builder aktiviert werden, der euch völlige Freiheit beim "Verschönern" der Landschaft lässt. Solltet ihr also einmal den Drang verspüren, die Piste mit neuen Objekten zu versehen, steht euch dies jederzeit offen.
Schade ist hingegen die Tatsache, dass ihr gegen Ende des Spiels mit Bergen abgespeist werdet, die diesen Namen eigentlich nicht verdienen. Während
Northstar,
Snowbird und
Valle Nevado mit
riesigen Arealen inklusive gigantischer Weitsicht locken, fallen die restlichen vier –
Laax,
Avoriaz,
Zugspitze und
DC Mountain Lab – qualitativ ab; diese bieten gerade einmal eine einzige Piste und enttäuschen dementsprechend.
Style + Coolness = VictoryAuch technisch gibt es Grund zu meckern. Gerade auf einem PAL-TV sind die Unterschiede zum Vorgänger marginal, lediglich die bereits erwähnte, enorme Weitsicht überzeugt.
» Die Halfpipe darf natürlich nicht fehlen. |
Selbst hochauflösend sieht es mit Ausnahme der schönen Schneestrukturen, welche bei einem normalen PAL-Bild schlichtweg im satten Weiß verschwimmen, nicht viel besser aus. Nichtsdestotrotz bleibt der "Look" stimmig.
Die musikalische Untermalung bleibt hingegen nach wie vor über jede Kritik erhaben:
Mehr als 300 Tracks aus allen nur denkbaren Genres haben es ins Spiel geschafft, auf Wunsch dürfen bestimmte Richtungen im Menü auch komplett aus der Wiedergabeliste gestrichen werden. Alle Highscorejäger freuen sich darüber hinaus über
Xbox Live-Bestenlisten, die für jede Challenge ein internationales Ranking bieten. Voraussetzung hierfür ist allerdings der erfolgreiche Abschluss mit Goldmedaille.