Vorzügliche Mehrspielermodi und jede Menge Gadgets sind Sam Fishers Markenzeichen.Die
Tom Clancy's Splinter Cell-Reihe und Microsoft verbindet eine lange und sehr erfolgreiche Geschichte.
Ubisoft veröffentlichte 2002 den ersten Teil und seitdem kennt jeder Stealth-Fan Sam Fisher und seine unzähligen Gadgets. Mit
Splinter Cell: Double Agent erschien vor kurzem der bereits vierte Teil der Serie. Erneut soll der innovative Mehrspieler-Part für abwechslungsreiche Action beim Vorzeige-Schleichtitel sorgen. Wie gut es den Entwicklern gelang, die Stärken der Serie weiter auszubauen, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Play it again, Sam Gleich von Anfang an bietet sich dem Spieler ein sehr ungewohntes Bild: Sam Fisher sitzt hinter schwedischen Gardinen. Der Kniff an
Splinter Cell: Double Agent ist, wie der Name schon andeutet, dass man als
Doppelagent » Exotische Location: Pudong Area in Shanghai |
die Untergrundorganisation
John Brown's Army unterwandert. Um das Vertrauen der JBA zu erlangen, verhilft Agent Fisher einem Insassen zum Ausbruch. Ab diesem Zeitpunkt stellt das Hauptquartier der Terroristen den Dreh- und Angelpunkt für Missionen und gelegentliche Geschicklichkeitseinlagen dar, um das Vertrauen der JBA nicht zu verlieren.
Am Gameplay haben die Entwickler von
Ubisoft nur Nuancen verändert. Wieder mit von der Partie sind
zahllose Gadgets wie Kameras, Wandminen und Nebelgranaten - um nur einige der Agentenspielzeuge zu nennen. Das Spielprinzip im Solo-Modus bleibt weitgehend gleich und beinhaltet z.B. wichtige Gegenstände entwenden, Substanzen analysieren oder verschlüsselte Geheimbotschaften abfangen. Dieses Mal gilt es jedoch gleich
zwei Auftraggeber zufrieden zu stellen. Während der Bildschirm von unnötigen GUI-Elementen entrümpelt wurde, gibt es eine zwei neue Balken. Der erste stellt das Vertrauen der JBA dar und der zweite jenes der NSA.
The fifth freedom Das Bemerkenswerte: Manche
Missionsziele widersprechen sich inhaltlich gegenseitig. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass Sam als Vertrauensbeweis für die JBA einen Unschuldigen
» Wie entscheidest Du Dich? WIE? |
regelrecht hinrichten soll, während der US-Geheimdienst ein solches Verhalten nicht toleriert – oder (sarkastisch formuliert) auch umgekehrt. Apropos Zynismus: Psychologische Spielereien und
eigenwilliger Galgenhumor gehören seit jeher zum Repertoir der
Splinter Cell-Reihe.
Michael Ironside verleiht dem Protagonisten abermals eine stimmliche Qualität, die einem schaurig-schön die Nackenhaare aufstellt. Die dt. Version braucht sich aber wahrlich nicht zu verstecken, denn die
charismatische Synchronstimme von
Nicolas Cage sorgt auch hier für beste Stimmung.
In Sachen Technik punktet der
Ubisoft-Titel grafisch abermals durch eine Vielzahl an exotischen Locations, die optisch gekonnt in Szene gesetzt sind. Allerdings ist der Grafik-Kick vergangener Versionen nicht so stark spürbar. Störendes Tearing (vertikale Verzerrung) tritt leider oft und deutlich sichtbar auf, was die Freude etwas trübt. Auch die Framerate hätte ein paar Hertz mehr gut vertragen können. Ansonsten überzeugen vor allem
Lichteffekte sowie Charaktermodelle: Sam sah noch nie so real aus. Auch Wetter- und Wassereffekte suchen ihresgleichen. Im Gegensatz zu den "finsteren" Vorgängern unternimmt Sam Fisher diesmal sehr viele Missionen bei helllichtem Tag, d.h. man sieht endlich auch mal was von der edlen Grafik.
Stealth Ninja One Man Army Jede Mission in
Splinter Cell: Double Agent besitzt mehrere Haupt- und Nebenziele. Die wichtigsten Aufgaben sind spielentscheidend und müssen erfolgreich absolviert werden, um nicht das Vertrauen
einer der beiden Gruppen zu verlieren. Nebenaufgaben belohnen meist besonders behutsame Vorgehensweisen: So gibt es z.B. die Möglichkeit,
zusätzliche Gimmicks freizuschalten, indem man einen Level völlig ohne Alarm auszulösen abschließt. Die Missionsstruktur bleibt jedoch flexibel und innerhalb eines Abschnitts können oftmals
überraschend neue Aufträge hinzukommen. Das Rad wird von
Ubisoft jedoch nicht neu erfunden, im Prinzip spielt sich der vierte Teil sehr ähnlich wie die Vorgänger. Auf höheren Schwierigkeitsgraden zeigt der Stealth-Titel dem Spieler jedoch durchaus, in Form von sinnlosem
Trial-and-Error, die Zähne.
Die einzelnen Speicherpunkte liegen teils weit von einander entfernt, doch das vorbildliche Speichersystem ermöglicht es, jederzeit und überall beliebig zwischen zu speichern. Somit kann man stets selbst entscheiden, wie schwer oder leicht eine Passage ist. Bei manchen Kapriolen der Gegner-KI hat man dies auch bitter notwendig: Oftmals kommt man mit reinem Glück weiter als mit geplantem Vorgehen. Einen Hauptkritikpunkt der Serie haben die Entwickler noch immer nicht in den Griff bekommen. Für ein Stealth-Game ist es enorm wichtig, dass man Charaktere von hinten in den Schwitzkasten nehmen kann – bei
Double Agent funktioniert dies jedoch immer noch nicht völlig reibungsfrei.
Net Hacking Die
Splinter Cell-Reihe läutete mit
innovativen Mehrspieler-Modi eine neue Ära ein.
Double Agent baut darauf auf und überzeugt über weite Strecken. Erneut treten Spione gegen schwer bewaffnete Widersacher an.
» Sam hat ein paar neue Moves drauf. |
Ausführliche Details findet ihr im Master-Review zu
Tom Clancy's Splinter Cell: Chaos Theory. In der aktuellen Xbox 360-Auflage dürfen sich nicht vier, sondern gleich
sechs Spieler in den acht Mehrspielerlevels austoben. Die Agenten führen diesmal überhaupt keine Waffen mehr mit sich, dafür sind sie flinker sowie noch besser getarnt und für Wachen nahezu unsichtbar.
Ziel der Missionen: Es müssen gewisse Rätsel gelöst sowie Files runter geladen werden. Punkte gibt es jedoch nur, wenn man die Daten auch heil zurück zur Basis bringt. Alternativ dürfen Hobby-Agenten auch im
Ko-op-Modus gegen CPU-Gegner ins Feld ziehen. Leider gibt es nur wenige echte Herausforderungen, die wirklich gemeinsam zu lösen sind. Im Prinzip dient dieser Modus eher dazu, auf Partien gegen menschliche Gegner auf Xbox Live vorzubereiten. Offline-Spieler kommen in den Genuss einer
willkommene Abwechslung zum Solo-Modus, der große Wow-Effekt hält sich mangels neuer Features jedoch in Grenzen.