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Master-Review:   » drucken    » versenden

Crackdown

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 26.02.2007
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Kurzweiliges, aber sehr beschränktes Free-Roaming-Action-Game.

Spiele mit einer großen, frei begehbaren Spielwelt und riesiger Handlungsfreiheit sind spätestens seit GTA 3 schwer in Mode. Immer mehr dieser Spiele in allen möglichen Settings – sei es Fantasy, Sci-Fi, Superheldenuniversum oder Gegenwart - überschwemmen den Markt und bieten eine reichhaltige Auswahl. Mit Crackdown liefert niemand geringeres als GTA-Erfinder Dave Jones Nachschub im beliebten Free-Roaming-Genre. Wir haben uns den bunten Comic-Titel angeschaut und verraten im folgenden Master-Review, was das Spiel taugt.

Gangster's Paradies
Pacific City ist eine kriminell verseuchte Großstadt, wie man sie sich vorstellt. Brutale Gangs haben sich die Stadt untereinander in drei Reviere aufgeteilt und unterdrücken die gesetzestreue Bevölkerung.
» In Pacific City krachts an jeder Ecke.
Während die spanischen Los Muertos den Westen fest in ihrer Gewalt haben, regieren die paramilitärischen Wolk den Osten. Die Einwanderer aus dem fernen Osten namens Shai-Gen haben es sogar zu echtem Hightech-Wohlstand gebracht und unterdrücken die Bevölkerung mit Hightech-Waffen aus futuristischen Wolkenkratzern vom Norden aus. Die Polizei ist das Lage längst nicht mehr gewachsen und so müssen drastischere Mittel in Betracht gezogen werden.

Mit Hilfe eines umstrittenen Experiments züchtet eine Organisation, die einfach nur die Agency genannt wird, Supercops. Diese sind normalen Menschen in punkto Körperkraft, Geschicklichkeit und im Umgang mit Waffen zigfach überlegen und sollen wieder Recht und Gesetz ins einst friedliche Pacific City bringen. An dieser Stelle muss man wohl kaum erwähnen, dass der Spieler die Rolle eines solchen Supercops übernimmt und fortan mit übermenschlichen Kräften und schweren Waffen die Stadt von allen Störenfrieden befreit.

Wipe them out!
Wer nun allerdings auf ein GTA-mäßiges Gameplay hofft, der wird nur teils befriedigt. Zwar kann man die Stadt frei bereisen, allerei Boni in Form versteckter Fertigkeitskugeln finden und dabei mit den
» Jump in!
zahlreichen Bewohnern interagieren, allerdings gibt es keinerlei richtige Missionen oder Nebenaufgaben. Statt dessen gilt es lediglich alle Gangbosse in den drei Arealen ausfindig zu machen und umzulegen. Wurden alle Bosse einer Vereinigung besiegt, muss man sich ein letztes Mal einer größeren Ansammlung aufgebrachter Gangmitglieder entledigen und die Gruppierung gilt als beseitigt. Dass dabei weder eine vernünftige Story oder Charakterentwicklung noch Zwischensequenzen zu Tage kommen, muss wohl nicht weiter erwähnt werden.

Dennoch macht Crackdown eine Menge Spaß. Vor allem die zunächst recht schwach ausgeprägten, im Spielverlauf aber immer besser werdenden Fähigkeiten des Helden sorgen hier für Distanz zur Konkurrenz. Das Einsammeln der auf Häuserdächern versteckten Athletikkugeln lässt den Helden mit der Zeit immer höher springen, während das Erschießen und Umtreten von Feinden die Nah- beziehungsweise Fernkampfkraft des Heroen positiv beeinflusst. Außerdem verbessert der Einsatz von Explosivwaffen die Sprengkraft von Granaten und Raketen, während gewagte Stuntmanöver mit Fahrzeugen und Kills durch Überfahren die fahrerischen Skills der Spielfigur verbessern.

Kurzweilige Krawumms-Action
Ein Großteil der Motivation entsteht also durch das Aufleveln des Helden und der Jagd nach versteckten Fertigkeiten-Orbs. Doch auch die Action an sich weiß zu überzeugen. Dank einer intuitiven Steuerung räumt man
» Satte Effekte sorgen für optische Leckerbissen.
kinderleicht unter den zahlenmäßig stark überlegenen, intelligenzmäßig allerdings mehr als dummen Feinden auf. Neben allerlei Ballermännern wie Pistolen, Gewehren, Raketenwerfern und Granaten können Gegenstände als Wurfgeschossen zweckentfremdet werden. Je nachdem wie weit die Stärke des Heroen fortgeschritten ist, lassen sich immer größere Brocken hieven. Anfangs nur kleinere Kisten, später ganze Schwertransporter.

Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in drei Levels regeln, so dass jeder Spieler eine angemessene Herausforderung finden sollte. Dennoch kommt es in einigen Fällen zu Frusterlebnissen, beispielsweise dann, wenn man sich gerade mühseelig auf die Spitze eines Hochhauses vorgearbeitet hat und von einer verirrten Rakete wieder zu Boden geschleudert wird. Enttäuschend: Um alle Gangs aus der Stadt zu vertreiben, braucht man nur rund acht bis zehn Stunden, was Crackdown zu einem kurzen Erlebnis macht.

Online doppelt Spaßig
Abseits der Gang- und Orb-Jagden kann man sich an Auto- und Fußrennen versuchen. Hier gilt es in bestimmter Zeit diverse Checkpoints zu durchfahren oder zu erklimmen, was ebenfalls mit Erfahrungspunkten in den
» Kanonenfutter.
Bereichen Athletik und fahrerischem Können belohnt wird. Ein weiteres Kernstück von Crackdown ist der Koop-Modus, welcher es zwei Spielern erlaubt, die Stadt gemeinsam von dem Bösen zu befreien. Allerdings gibt es für Achievement-bessene Spieler ein kleines Ärgernis: Lediglich der Host des Spiels bekommt die Erfolge für das Töten der Gangs. Bonus-Achievemnts wie das Zerstören von 100 Objekten in einer Minute oder Jonglieren mit Leichen kann allerdings jeder erreichen.

Technisch gibt es bei Crackdown wenig Raum für Kritik. Der bunte Cellshading-Look weiß vor allem durch seine enorme Weitsicht, dichte Population in der Stadt, fette Explosionseffekte und die fast durchgehend flüssige Performance zu begeistern. Lediglich bei den Animationen wäre mehr Feinarbeit nötig gewesen. Einige Bewegungen – vor allem beim Springen – sehen eher belustigend als überzeugend aus. Akustisch gibt sich der Titel ebenfalls professionell: Coole Effekte, gute Sprecher und passende Musikuntermalung runden das technische Gesamtbild gelungen ab.


Xbox Live Download Content
Nachdem Crackdown bei Release nicht durch einen besonders großen Umfang glänzen konnte, schieben die Entwickler nun Download-Content mittel Xbox Live Marktplatz nach. Sparsame Gemüter freuen sich hier über kostenlose Inhalte, welche in Form eines Patches gleich mitinstalliert werden. Wer den vollen Umfang genießen will, muss 800 MS-Punkte löhnen. In den Paketen enthalten sind die üblichen Addon-Verdächtigen: Neue Waffen (unter anderem eine Harpunen-Kanone!), Fahrzeuge, Moves, Herausforderungen und die ein oder andere Verbesserung am bekannten Game kommen zusammen mit einigen neuen Achievements. Im "Key to the City"-Modus kann man sich dank Cheats ganz nach Herzenslust austoben, während im Hauptgame besiegte Bossgegner sich nun wiederleben lassen, um nochmals gegen sie anzutreten. Leider bietet der Titel neben diesen Neuerungen und weiteren Waffen und Fahrzeugen keinerlei hinzugefügte Gebiete, Endgegner oder sonstige storybezogene Aufgaben. Der Spielwiesencharakter des Originals bleibt somit unverändert und wer bisher nichts mit dem Titel anfangen konnte, wird auch weiterhin keinen Spaß dran haben. Allen, denen das Original aber gefallen hat und die mehr Content wünschen, ist dieses Bonus-Paket jedoch bedenkenlos zu empfehlen.
Pro
Unkomplizierte Action
Große Stadt mit vielen versteckten Orbs
Gelungener Koop-Modus
Bombastische Weitsicht
Contra
Mäßige Animationen
Seelenlos aufgrund fehlender Geschichte, Charaktere und Inszenierung
Achievement-Verteilung im Koop-Modus problematisch
Geringer Umfang
Fazit
Crackdown erinnert an eine Runde Grand Theft Auto inklusive Cheats und Superhelden-Modifikation. Man springt in gigantischen Höhen durch die Stadt Pacific City, ballert hordenweise Gegner ohne ernsthafte Gegenwehr über den Haufen und schmeißt tonnenschwere Gegenstände durch die Levels. Dabei rummst und kracht es an jeder Ecke in schicker Grafik und fetter Sounduntermalung. Dass das Ganze Spaß macht, steht außer Frage. Dennoch bleibt der Titel weit hinter seinem Potenzial zurück. So beschränkt sich das Spiel wirklich nur auf das Auffinden und Töten der Gegner. Einfallsreiche Missionen, skurrile Charaktere, Humor, eine Story oder Zwischensequenzen fehlen so gut wie komplett. Dadurch wirkt Crackdown leider lediglich wie ein riesiger Actionspielplatz ohne Herz und Seele, dem es zudem an Langzeitmotivation fehlt. Wer auf den schnellen Action-Quicky aus ist und für einige Stunden seinen Spaß sucht, der wird hier fündig. Sucht man allerdings ein Actionspiel im Stile von Grand Theft Auto für seine Dreisechzig ist einem der Kauf von Saints Row eher zu raten.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Microsoft Game ...
Entwickler
Real Time World...
Website
www.xbox.com/de...
Release
23. Februar 2007
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User-Bewertung
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0 Reviews
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