» userrankings.com Master-Review «
Link: http://userrankings.com/spiel/2153/masterreview.html
Burnout Revenge  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 20.03.2006
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Criterion Softwares Krawallracer ist auch auf der Xbox 360 ein echter Kracher.

Playstation 2, Xbox, Playstation Portable und Nintendo DS hat die Burnout-Reihe in den letzten Monaten größtenteils mit Erfolg erobert – fehlt nun nur noch eine Version für die brandneue Xbox 360. Electronic Arts und Criterion Studios ließen sich natürlich nicht lumpen und überarbeiteten die Konsolenversion des Krawallracer für Microsofts Dreikern-Maschine. Herausgekommen ist ein aufpoliertes Burnout Revenge mit einigen neuen Features und bekannt genialem Gameplay. Mehr dazu im Master-Review.

Rache am Straßenverkehr
Wer den Current-Gen-Teil der Serie kennt, findet sich im extra für die Xbox 360 neu gestalteten Hauptmenü sofort zurecht. Allerdings fällt auch hier auf Anhieb die ärgerlichste Änderung gegenüber den Vorgängern ins Auge:
» Dieser Gegner ist auf der Strecke geblieben.
Der Einzelrennen-Modus wurde ersatzlos gestrichen. Glücklicherweise dürfen Mehrspielerfans auf das altbekannte Repertoire, bestehend aus Split-Screen- und Onlinerennen (inklusive Liga) sowie der Crash-Party, zurückgreifen. Während im geteilten Bildschirm zwei Spieler beziehungsweise im Onlinemodus bis zu sechs Spieler gleichzeitig in verschiedenen Modi gegeneinander antreten dürfen, wechseln sich bei der Crash-Party bis zu sechs Schrottfans gegenseitig ab, um mit Unfällen den meisten Schaden zu verursachen.

Solisten bleibt allerdings "nur" der umfangreiche Welttour-Modus übrig, wo in den verschiedensten Disziplinen das fahrerische Können unter Beweis gestellt werden muss. Je mehr Herausforderungen von Erfolg gekrönt sind, desto mehr Contests und Fahrzeuge stehen zur Auswahl. Wie in den Vorgängern bleiben die höchsten Stufen allerdings echten Könnern vorbehalten, da der Schwierigkeitsgrad gegen Ende immer rasanter ansteigt und teilweise sogar die Grenze zum Unfairen überschreitet.

Krawall-Racer
Die Rennen sind gewohnt actiongeladen und aggressiv. Wer hier nicht drängelt, schubst und rammt hat schon verloren. Besonders gewagte Manöver wie das Fahren im Gegenverkehr,
» So prachtvoll fliegen die Fetzen in keinem anderen Racer.
knappes Vorbeirasen an anderen Fahrzeugen, weites Driften und hohe Sprünge laden die Boost-Anzeige auf, welche für zusätzlichen Speed auf den abwechslungsreichen Rennkursen sorgt. Wo im Vorgänger nur kleinere Hügel für kurze Sprüngchen sorgen, hat man in Burnout Revenge echte Schanzen implementiert, welche meterweite Flüge ermöglichen. Zudem haben die Entwickler das Streckendesign mit hilfreichen Abkürzungen und Schleichwegen verfeinert.

Ebenfalls neu ist das Wegrammen kleinerer Fahrzeuge, solange diese in die gleiche Richtung wie das Spielerauto fahren. Wer bisher also immer mit dem dichten Verkehr zu kämpfen hatte, darf sich nun endlich an den lästigen Sonntagsfahrern rächen, was vor allem im neuen Traffic-Attack-Modus eine echte Freude ist. Dieser unter Zeitdruck ablaufende neue Spieltyp verlangt das Zerschrotten unbescholtener Fahrzeuge. Geschickte Spielernaturen schaffen es sogar, die neutralen Mobile als Waffe einzusetzen, um so die Gegner von der Piste zu schießen. Doch Vorsicht! Nicht jedes Fahrzeug kann problemlos gerammt werden. Große Brocken wie Schlepper, LKW und auch entgegenkommende Vehikel führen bei Kontakt nach wie vor zu einem spektakulären Crash.

Takedown die Zweite
Ebenfalls wieder mit von der Partie sind die namensgebenden Takedowns des dritten Teils. Bringt man die Widersacher durch wildes Rammen und Drängeln dazu einen Unfall zu bauen
» So abgewetzt sehen die Boliden nur auf der 360 aus.
, gilt dies als Takedown, was die eigene Boost-Anzeige vergrößert. Wird man jedoch selbst Opfer einer solch unschönen Attacke, geht dies auf Kosten des Nachbrenners. Neu hinzugekommen sind die Revenge-Takedowns. Diese geben einen Zusatzbonus, wenn man einen Konkurrenten abdrängt, nachdem man selbst von diesem geschrottet wurde. Auch die Crash-Cam hat es in den Nachfolger geschafft. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, sein Wrack noch während eines Unfalls in die Bahn der Gegner zu lenken, um einen Aftertouch-Takedown zu landen. Darüber hinaus findet man den aus dem Crash-Modus bekannten Crash-Breaker auch in einige normale Rennen mit Sonderregeln wieder. Dieser erlaubt es, die Überreste seines Fahrzeuges zu sprengen, was auch weiter entfernte Gegner mit ins Verderben reißt.

Unfälle kosten wie in den Vorgängern natürlich wertvolle Zeit. Schrottet man seinen Boliden, wird man erst nach einer kurzen Pause zurück auf die Strecke gesetzt. Zudem hat man eine Eigenart in die Serie übernommen. Um für ständige Action und Gegnerkontakte zu sorgen, haben die Entwickler abermals beschlossen, den umstrittenen Gummiband-Effekt ins Game zu implementieren, welcher es fast unmöglich macht, einen echten Vorsprung zur Konkurrenz heraus zu fahren. Was den heftigen Straßenkämpfen zu Gute kommt, ärgert vor allem dann, wenn man nach einem unfallfreien Rennen in der letzten Kurve eingeholt wird, weil man einen Fehler gemacht hat. Auch in Burnout Revenge wird dieses Feature also die Geister scheiden.

Auch auf der 360 ein echter Hingucker
Natürlich wurde der Titel für die Xbox 360 grafisch überarbeitet. So wirkt nun alles merklich plastischer und schärfer. Kleinere Pop-Ups hat man jedoch nicht in den Griff bekommen, so dass sich diese auch noch in der überarbeiteten
» Heiße Gefechte bei 300 Sachen.
Version wiederfinden. Ansonsten gilt Altbewährtes: Einmalige Effekte, spektakuläre Crashs, saubere, deformierbare Fahrzeugmodelle, die nun auch deutliche Lackschäden davontragen, und wunderschöne, abwechslungsreiche Strecken. Vom Panorama letzterer bekommt man aufgrund des wahnsinnigen Geschwindigkeitsgefühls allerdings nur wenig mit.

Die Strecken sind im Gegensatz zu Burnout 3: Takedown leicht übersichtlicher gestaltet, was zu erhöhten Chancen beim Ausweichen sorgt. Soundtechnisch wird der bekannte Mix aus krachigen Soundeffekten und einer Rockmusikuntermalung geboten. Über 40 mehr oder weniger bekannte Interpreten sorgen hier für die passenden Klänge. Natürlich darf man auch auf der Xbox 360 zu eigenen Soundtracks greifen. Des Weiteren verfügt Burnout Revenge auf der neuen Microsoft-Konsole endlich wieder über einen vernünftigen Replay-Modus. Aus diesem können bis zu 30 Sekunden lange Clips aufgenommen werden, die man anschließend Online veröffentlichen darf.
Pro
Schonungslose Krawall-Rennen
Wahnsinniges Geschwindigkeitsgefühl
Top Technik
Abwechslungsreiche Strecken und Spielmodi
Online spielbar mit Ligensystem
Contra
Gestrichener Einzelrennen-Modus
Für Rennspielfans vielleicht zu actiongeladen/arcadig
Im späteren Spielverlauf stellenweise unfair
Für Einsteiger schwer zu erreichende Gamerpunkte
Zu wenig Neues für Besitzer der Current-Gen-Version
Fazit
Burnout Revenge macht wie zu erwarten auch auf der Xbox 360 einen Heidenspaß. Die wahnsinnig schnellen, crashlastigen Rasereien sorgen bei mir nach der Playstation 2 und Xbox-Version auch im dritten Anlauf immer noch für jede Menge Adrenalin und mausern sich somit auch auf der Next-Gen zum echten Pflichtkauf. Allerdings nur dann, wenn man noch nicht im Besitz der PS2- oder Xbox-Version ist. Inhaltlich wird bis auf die leicht verbesserte Grafik und dem Replay-Modus nämlich kaum etwas Neues geboten. Meiner Meinung nach deutlich zu wenig, um einen erneuten Vollpreis-Kauf zu rechtfertigen. Zudem finde ich persönlich die etwas überzogenen Zielsetzungen für die heiß begehrten Gamerpunkte. Gelegenheitsspieler werden nur wenige der insgesamt 36 Erfolge erreichen, setzen diese doch meistens das perfekte Abschließen ganzer Spielstufen, schwere Spezialmanöver oder zahlreiche Onlineaktivitäten voraus. Hier wären zumindest kleinere Belohnungen für das Ergattern eines neuen Ranges oder Abschließen diverser Grand Prix' auch für Durchschnittsspieler motivierend gewesen. Dennoch: Wer noch nicht im Besitz einer Version dieses höllisch spaßigen Spiels ist, Arcade-Racer mit jeder Menge Schrott mag und eine Xbox 360 sein Eigen nennt, kann blind zugreifen.