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24: The Game  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 20.04.2006
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Gut inszenierte, aber spielerisch sehr schwache Versoftung der beliebten TV-Serie.

Während sich Softwareumsetzungen zu Kinofilmen längst in der Spieleindustrie etabliert haben, werden beliebte Serien nur hin und wieder als Vorlage für ein Game herangezogen. Nach Akte X: Resist or Serve und Alias folgt nun eine spielbare Version der Erfolgsserie 24 – Twenty Four. In 24 – The Game schlüpft man in die Rolle der verschiedenen Hauptdarsteller - allen voran Jack Bauer - und schützt die Welt vor Terroristen. Warum das Game leider nicht ansatzweise mit der Genialität der Serie mithalten kann und sich selbst Fans einen Kauf überlegen sollten, deckt unser Master-Review auf.

Serienreife Inszenierung
Was ist das Wichtigste bei einer Videospielumsetzung zu bekannter Materie? Richtig! Die detailgetreue Inszenierung und dadurch eingefangene Atmosphäre. Hier haben die Entwickler auch wirklich alles richtig gemacht und den
» Die Inszenierung ist serienreif.
einmaligen Stil der Serie annähernd perfekt ins Spiel integriert. Dies kommt vor allem in den sehr guten Zwischensequenzen zur Geltung, die so auch aus der Serie selbst stammen könnten. Typische Stilmittel der TV-Vorlage wie das Aufteilen des Bildes in mehrere Fenster tragen ebenso zur guten Atmosphäre bei wie das Engagieren der Original-Synchronsprecher.

Diese hauchen den detailgetreuen Polygonfiguren gekonnt Leben ein was somit sehr stark an die Fernsehvariante erinnert. Auch die Details passen: Das unverkennliche Telefonklingeln innerhalb der CTU-Hauptzentrale, das wummernde Ticken der Uhr und die typischen Verhaltensmuster der einzelnen Charaktere – alles fügt sich ins präsentationstechnisch sehr gute Gesamtbild ein. Lediglich die "nur" gute Story kann nicht mit dem Tempo und der Spannung einer echten 24-Staffel mithalten.

Mieses Gameplay
Soweit, so gut. Leider ändert sich dieser durchwegs positive Ersteindruck schlagartig, wenn man erstmals selbst Hand anlegt und unter anderem Jack Bauer, Chase Edmunds, Tony Almeida,
» Jack Bauer in Action.
Michelle Dessler oder Kim Bauer durch die zahlreichen Levels manövriert. Die meiste Zeit ist man zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs, wobei Lauf- und Fahrmissionen strikt voneinander getrennt sind. Weder das Eine noch das Andere lässt sich befriedigend steuern. Während beim Ballern vor allem das unnötig komplizierte Zielsystem sowie das schwierig handzuhabende Deckungsfeature nerven, stört beim Rasen die unausgegorene Fahrphysik.

Neben diesen halbgaren Abschnitten warten noch allerlei weitere Aufgaben auf den Spieler, was 24 – The Game fast zu einer Minispielsammlung werden lässt: Scharfschützeneinsätze, Hacking-Aufgaben, Bombenentschärfungen, Auffinden von Feinden per Satellitenscan oder Verhöhren von Gefangenen. Die meisten dieser Aufgaben sind mehr oder weniger simple Geschicklichkeitsspielchen, in denen man eine schnelle Kombinationsgabe und/oder flotte Finger unter Beweis stellen muss. Einige dieser Einlagen dürfen sogar als durchaus solide bezeichnet werden - echte Spielspaßhöhenflüge vermisst man allerdings.

Grafisch mau, akustisch gut
Wo das Gameplay absackt, gerät auch die Grafikleistung des Titels ins Wanken. Außerhalb der Zwischensequenzen ist 24 – The Game optisch wenig berauschend: Seltsame Animationen, mäßige Texturqualität,
» Die Umgebungsdetails stimmen, der Rest nicht.
heftiges Kantenflimmern und teils billigste Effekte setzen dem Titel schwer zu. Hinzu kommt eine fragwürdige Physikengine, die man sich hätte sparen können. Lediglich die recht detaillierten Umgebungen sowie ordentliche Weitsicht retten das Spiel in den optischen Durchschnitt.

Wirklich gut wiederum ist der Sound gelungen: Originalsprecher, bekannter Soundtrack und passende Effekte wissen zu überzeugen und sorgen für eine gute Klanguntermalung. Hardcore-Fans dürfen sich darüber hinaus über freispielbare Inhalte freuen, die unter anderem Interviews mit den Schauspielern beinhalten. Dummerweise muss man, um diese freizuschalten, sehr gute Bewertungen in einigen Missionen erzielen, was angesichts des doch eher abstoßenden Spielablaufs weniger motivierend ist.
Pro
Authentische Inszenierung mit guter Story
Gute Akustik
Einige spaßige Minigames
Bonusmaterial
Contra
Fades Gameplay
Fummelige Steuerung
Grafikprobleme
Seltsames Fahrzeugverhalten
Fazit
Eines vorweg: 24 – The Game ist bisher Jack Bauers mit Abstand schlechtester Tag. Es gibt hunderte weitaus bessere Alternativen im Genre, so dass rein vom Gameplay her niemand zugreifen sollte. Selbst ausgehungerte Action-Junkies werden mit Sicherheit den einen oder anderen älteren Titel finden, der für weniger Geld weitaus mehr Unterhaltung bietet. Wirklich gut sind an diesem Spiel nur Akustik, Inszenierung der Zwischensequenzen sowie einige wenige Minigames. Der Rest dümpelt irgendwo im durchschnittlichen Actioneinheitsbrei herum. Interessant ist 24 – The Game somit lediglich für Fans der Serie – und selbst hier halte ich mich mit einer Kaufempfehlung klar zurück. Ehrlich gesagt hatte selbst ich als großer Freund der TV-Vorlage nur wenig bis gar keinen Spaß mit dieser Form der Versoftung. Wer allerdings unbedingt wissen will, was zwischen den Staffeln 2 und 3 passiert ist, nicht genug bekommt vom typischen 24-Style, wirklich jedes Interview mit den Schauspielern sein Eigen nennen möchte und Anspruch auf eine komplette 24-Sammlung erhebt, der kann sich den Titel durchaus zulegen.