Gut inszenierte, aber spielerisch sehr schwache Versoftung der beliebten TV-Serie.Während sich Softwareumsetzungen zu Kinofilmen längst in der Spieleindustrie etabliert haben, werden beliebte Serien nur hin und wieder als Vorlage für ein Game herangezogen. Nach
Akte X: Resist or Serve und
Alias folgt nun eine spielbare Version der Erfolgsserie
24 – Twenty Four. In
24 – The Game schlüpft man in die Rolle der verschiedenen Hauptdarsteller - allen voran
Jack Bauer - und schützt die Welt vor Terroristen. Warum das Game leider nicht ansatzweise mit der Genialität der Serie mithalten kann und sich selbst Fans einen Kauf überlegen sollten, deckt unser
Master-Review auf.
Serienreife InszenierungWas ist das Wichtigste bei einer Videospielumsetzung zu bekannter Materie? Richtig! Die
detailgetreue Inszenierung und dadurch eingefangene Atmosphäre. Hier haben die Entwickler auch wirklich alles richtig gemacht und den
» Die Inszenierung ist serienreif. |
einmaligen Stil der Serie annähernd perfekt ins Spiel integriert. Dies kommt vor allem in den sehr guten Zwischensequenzen zur Geltung, die so auch aus der Serie selbst stammen könnten. Typische Stilmittel der TV-Vorlage wie das Aufteilen des Bildes in mehrere Fenster tragen ebenso zur
guten Atmosphäre bei wie das Engagieren der Original-Synchronsprecher.
Diese hauchen den detailgetreuen Polygonfiguren gekonnt Leben ein was somit sehr stark an die Fernsehvariante erinnert. Auch die Details passen: Das unverkennliche Telefonklingeln innerhalb der
CTU-Hauptzentrale, das wummernde Ticken der Uhr und die typischen Verhaltensmuster der einzelnen Charaktere – alles fügt sich ins präsentationstechnisch sehr gute Gesamtbild ein. Lediglich die
"nur" gute Story kann nicht mit dem Tempo und der Spannung einer echten 24-Staffel mithalten.
Mieses GameplaySoweit, so gut. Leider ändert sich dieser durchwegs positive Ersteindruck schlagartig, wenn man erstmals selbst Hand anlegt und unter anderem
Jack Bauer,
Chase Edmunds,
Tony Almeida,
Michelle Dessler oder
Kim Bauer durch die zahlreichen Levels manövriert. Die meiste Zeit ist man zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs, wobei
Lauf- und Fahrmissionen strikt voneinander getrennt sind. Weder das Eine noch das Andere lässt sich befriedigend steuern. Während beim Ballern vor allem das unnötig
komplizierte Zielsystem sowie das schwierig handzuhabende Deckungsfeature nerven, stört beim Rasen die
unausgegorene Fahrphysik.
Neben diesen halbgaren Abschnitten warten noch allerlei weitere Aufgaben auf den Spieler, was
24 – The Game fast zu einer
Minispielsammlung werden lässt: Scharfschützeneinsätze, Hacking-Aufgaben, Bombenentschärfungen, Auffinden von Feinden per Satellitenscan oder Verhöhren von Gefangenen. Die meisten dieser Aufgaben sind mehr oder weniger simple Geschicklichkeitsspielchen, in denen man eine schnelle Kombinationsgabe und/oder flotte Finger unter Beweis stellen muss. Einige dieser Einlagen dürfen sogar als durchaus solide bezeichnet werden - echte Spielspaßhöhenflüge vermisst man allerdings.
Grafisch mau, akustisch gutWo das Gameplay absackt, gerät auch die Grafikleistung des Titels ins Wanken. Außerhalb der Zwischensequenzen ist
24 – The Game optisch wenig berauschend: Seltsame Animationen, mäßige Texturqualität,
» Die Umgebungsdetails stimmen, der Rest nicht. |
heftiges Kantenflimmern und teils billigste Effekte setzen dem Titel schwer zu. Hinzu kommt eine fragwürdige Physikengine, die man sich hätte sparen können. Lediglich die recht detaillierten Umgebungen sowie ordentliche Weitsicht retten das Spiel in den
optischen Durchschnitt.
Wirklich gut wiederum ist der Sound gelungen: Originalsprecher, bekannter Soundtrack und passende Effekte wissen zu überzeugen und sorgen für eine
gute Klanguntermalung. Hardcore-Fans dürfen sich darüber hinaus über
freispielbare Inhalte freuen, die unter anderem Interviews mit den Schauspielern beinhalten. Dummerweise muss man, um diese freizuschalten, sehr gute Bewertungen in einigen Missionen erzielen, was angesichts des doch eher abstoßenden Spielablaufs weniger motivierend ist.