Durchwegs gelungener Anime-Prügler, der vor allem Solisten sehr gut bedient.Wenn
Son-Goku,
Krillin,
Picollo und Co sich im Nachmittagsprogramm wilde Fights liefern, sitzen kleine und große Animefans gespannt vor ihren Fernsehern. Mittlerweile genießt
Dragon Ball auch in unseren Gefilden längst Kultstatus, was natürlich auch Videospielumsetzungen zur Folge hat. Mit
Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi präsentiert
Atari bereits die vierte Instanz der Prügelspielreihe, welche von Teil zu Teil beachtliche Fortschritte machte. Was Gamer bei
Tenkaichi erwartet, deckt wie immer unser
Master-Review auf.
Spielmodi en masseNach einem schicken Renderintro wird man bereits im Hauptmenü förmlich mit der großen Anzahl an zur Verfügung stehenden Spielmodi erschlagen. Vor allem Solisten dürfen sich auf ein wahrlich umfangreiches
Beat’em Up freuen, welches allerlei Kampagnen, Turniere, Rankings und Herausforderungen bietet. Zusätzlich gibt es für Mehrspielerfans den üblichen Duell-Modus sowie ein KO-Match, an dem bis zu acht Gamer teilnehmen dürfen. Kernstück des Titels ist das
Z-Battle-Gate, in dem insgesamt
18 Storylines mit vielen Kämpfen zur Auswahl stehen. Vor und nach jedem Fight gibt es kurze Dialogsequenzen, welche die verschiedenen Geschichten voran treiben. Allerdings wird man als Serien-Fremdling nicht sonderlich viel aus diesen Gesprächen gewinnen können, da sie starken Bezug auf die Geschehnisse der Animevorlage nehmen. Dies verleiht der Atmosphäre für alle Nicht-Dragon-Ball-Fans zwar einen Dämpfer, schadet der eigentlichen Action aber nicht im Geringsten.
Kame-hame-haaaa!Zugänglicher als die für Außenstehende wirr präsentierten Stories ist das Kampfsystem. Zwar wirkt dieses aufgrund relativ großer Bedienungsunterschiede zu gängigen Beat'em Up-Reihen wie
Tekken oder
Dead or Alive zunächst recht kompliziert, nach dem Anschauen der sehr gut gemachten Tutorial-Videos und einigen Übungsspielchen stellt es sich allerdings als weitaus simpler heraus, als man zunächst annimmt. Prinzipiell laufen die Kämpfe stets darauf hinaus, mittels normalen Schlägen, die nur sehr wenig Schaden anrichten, magische Kraft (KI) anzusammeln, mit der anschließend
verheerende Special-Moves eingesetzt werden dürfen. Wer die Animes kennt, weiß, dass die Fights nicht nur am Boden statt finden. Sämtliche Recken verfügen über die Fähigkeit zu
fliegen, was die Kämpfe oftmals in schwindelerregende Höhen oder gar unter Wasser verlagert. Neben diesen extravaganten Manövern gehören natürlich auch konventionelle Moves wie
Tritte, Würfe, Blocks und
Konterattacken zum Repertoire der Krieger.
Zu Lande, zu Wasser und aus der LuftUm die Freiheit beim Fliegen gut rüber zu bringen, erinnert die Kampfansicht eher an Actiongames wie
Devil May Cry oder
Ninja Gaiden (2004), statt an die eines klassischen Beat'em Ups.
» Die Figuren wurden sehr schön umgesetzt. |
Die Kamera ist nicht auf beide Kämpfer gleichzeitig gerichtet, sondern auf die Spielerfigur fixiert. So kann das virtuelle Alter Ego unabhängig vom Gegner in den
abwechslungsreichen, interaktiven Arenen bewegt werden. Befindet sich der Feind in Sichtweite, besteht die Möglichkeit, diesen zu erfassen, um leichter Treffer zu landen. Dank dieses freien Bewegungskreises kommt es durchaus vor, dass die Prügeleien schnell zu Distanzkämpfen werden, in denen vorrangig Energiebälle und -strahlen zum Einsatz kommen. Leider birgt die unkonventionelle Ansicht nicht nur Vorteile:
Im Mehrspielermodus führt die Kameraführung zwangsweise zu einem
Aufsplitten der Bildschirmansicht, was vor allem im vorliegenden Genre der Prügelspiele eine sehr ungewohnt Angelegenheit ist.
Beat'em Up + RPGFür besondere Motivation sorgen sammelbare Power-Ups, mit denen die
über 50 – in punkto Moves und Handling leider sehr ähnlichen -
Charaktere ausgerüstet werden dürfen. Diese Belohnungen erhöhen
nach Anlegen grundlegende Attribute der Recken oder verleihen ihnen neue Kräfte. Zudem sind einige Objekte miteinander verschmelzbar, um die Erschaffung neuer Items zu ermöglichen. Dank diesem System lassen sich die Kämpfer individuell gestalten, was vor allem bei experimentierfreudigen Zockernaturen auf Gegenliebe stoßen dürfte und im Mehrspielermodus für Spannung sorgt (wer züchtet den stärksten Fighter?).
Gamer, die
Cel-Shading-Optik immer noch skeptisch gegenüberstehen, sollten
Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi unbedingt einmal in Bewegung anschauen. Die Charaktere kommen ihren Serienvorbildern dank ausgeklügelter Technik und adäquater Adaption der Originale extrem nah, so dass man oft das Gefühl hat, den Anime selbst zu spielen. Hinzu gesellen sich
satte Effeke,
geschmeidige Animationen sowie solide Umgebungsgrafiken, was
Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi grafisch in obere Wertungsregionen vorstoßen lässt. Weniger spektakulär aber grundsolide wurden Musikuntermalung, Soundeffekte und Sprachausgabe gestaltet.