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Master-Review:   » drucken    » versenden

Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 28.10.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Durchwegs gelungener Anime-Prügler, der vor allem Solisten sehr gut bedient.

Wenn Son-Goku, Krillin, Picollo und Co sich im Nachmittagsprogramm wilde Fights liefern, sitzen kleine und große Animefans gespannt vor ihren Fernsehern. Mittlerweile genießt Dragon Ball auch in unseren Gefilden längst Kultstatus, was natürlich auch Videospielumsetzungen zur Folge hat. Mit Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi präsentiert Atari bereits die vierte Instanz der Prügelspielreihe, welche von Teil zu Teil beachtliche Fortschritte machte. Was Gamer bei Tenkaichi erwartet, deckt wie immer unser Master-Review auf.

Spielmodi en masse
Nach einem schicken Renderintro wird man bereits im Hauptmenü förmlich mit der großen Anzahl an zur Verfügung stehenden Spielmodi erschlagen. Vor allem Solisten dürfen sich auf ein wahrlich umfangreiches Beat’em Up
» Gleich geht's rund!
freuen, welches allerlei Kampagnen, Turniere, Rankings und Herausforderungen bietet. Zusätzlich gibt es für Mehrspielerfans den üblichen Duell-Modus sowie ein KO-Match, an dem bis zu acht Gamer teilnehmen dürfen. Kernstück des Titels ist das Z-Battle-Gate, in dem insgesamt 18 Storylines mit vielen Kämpfen zur Auswahl stehen. Vor und nach jedem Fight gibt es kurze Dialogsequenzen, welche die verschiedenen Geschichten voran treiben. Allerdings wird man als Serien-Fremdling nicht sonderlich viel aus diesen Gesprächen gewinnen können, da sie starken Bezug auf die Geschehnisse der Animevorlage nehmen. Dies verleiht der Atmosphäre für alle Nicht-Dragon-Ball-Fans zwar einen Dämpfer, schadet der eigentlichen Action aber nicht im Geringsten.

Kame-hame-haaaa!
Zugänglicher als die für Außenstehende wirr präsentierten Stories ist das Kampfsystem. Zwar wirkt dieses aufgrund relativ großer Bedienungsunterschiede zu gängigen Beat'em Up-Reihen wie Tekken oder
» Satte Effekte.
Dead or Alive zunächst recht kompliziert, nach dem Anschauen der sehr gut gemachten Tutorial-Videos und einigen Übungsspielchen stellt es sich allerdings als weitaus simpler heraus, als man zunächst annimmt. Prinzipiell laufen die Kämpfe stets darauf hinaus, mittels normalen Schlägen, die nur sehr wenig Schaden anrichten, magische Kraft (KI) anzusammeln, mit der anschließend verheerende Special-Moves eingesetzt werden dürfen. Wer die Animes kennt, weiß, dass die Fights nicht nur am Boden statt finden. Sämtliche Recken verfügen über die Fähigkeit zu fliegen, was die Kämpfe oftmals in schwindelerregende Höhen oder gar unter Wasser verlagert. Neben diesen extravaganten Manövern gehören natürlich auch konventionelle Moves wie Tritte, Würfe, Blocks und Konterattacken zum Repertoire der Krieger.

Zu Lande, zu Wasser und aus der Luft
Um die Freiheit beim Fliegen gut rüber zu bringen, erinnert die Kampfansicht eher an Actiongames wie Devil May Cry oder Ninja Gaiden (2004), statt an die eines klassischen Beat'em Ups.
» Die Figuren wurden sehr schön umgesetzt.
Die Kamera ist nicht auf beide Kämpfer gleichzeitig gerichtet, sondern auf die Spielerfigur fixiert. So kann das virtuelle Alter Ego unabhängig vom Gegner in den abwechslungsreichen, interaktiven Arenen bewegt werden. Befindet sich der Feind in Sichtweite, besteht die Möglichkeit, diesen zu erfassen, um leichter Treffer zu landen. Dank dieses freien Bewegungskreises kommt es durchaus vor, dass die Prügeleien schnell zu Distanzkämpfen werden, in denen vorrangig Energiebälle und -strahlen zum Einsatz kommen. Leider birgt die unkonventionelle Ansicht nicht nur Vorteile: Im Mehrspielermodus führt die Kameraführung zwangsweise zu einem Aufsplitten der Bildschirmansicht, was vor allem im vorliegenden Genre der Prügelspiele eine sehr ungewohnt Angelegenheit ist.

Beat'em Up + RPG
Für besondere Motivation sorgen sammelbare Power-Ups, mit denen die über 50 – in punkto Moves und Handling leider sehr ähnlichen - Charaktere ausgerüstet werden dürfen. Diese Belohnungen erhöhen
» Treffer.
nach Anlegen grundlegende Attribute der Recken oder verleihen ihnen neue Kräfte. Zudem sind einige Objekte miteinander verschmelzbar, um die Erschaffung neuer Items zu ermöglichen. Dank diesem System lassen sich die Kämpfer individuell gestalten, was vor allem bei experimentierfreudigen Zockernaturen auf Gegenliebe stoßen dürfte und im Mehrspielermodus für Spannung sorgt (wer züchtet den stärksten Fighter?).
Gamer, die Cel-Shading-Optik immer noch skeptisch gegenüberstehen, sollten Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi unbedingt einmal in Bewegung anschauen. Die Charaktere kommen ihren Serienvorbildern dank ausgeklügelter Technik und adäquater Adaption der Originale extrem nah, so dass man oft das Gefühl hat, den Anime selbst zu spielen. Hinzu gesellen sich satte Effeke, geschmeidige Animationen sowie solide Umgebungsgrafiken, was Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi grafisch in obere Wertungsregionen vorstoßen lässt. Weniger spektakulär aber grundsolide wurden Musikuntermalung, Soundeffekte und Sprachausgabe gestaltet.
Pro
Flottes, eigenwilliges Kampfsystem
Anime-Optik sehr gut eingefangen
Spektakuläre Effekte
Viel zu tun für Solisten
Aufrüstbare Charaktere
Contra
Kampfsystem ohne großen Tiefgang
Mehrspielerduelle nur im Split-Screen
Kein Onlinemodus
Charaktere gleichen sich zu sehr
Story für Außenstehende unverständlich
Fazit
Dragon Ball Z: Budokai Tenkaichi hat mich sehr positiv überrascht. Das Kampfsystem ist schön unkonventionell und dank simpler Grundidee einfach zu erlernen. Dank etlicher Herausforderungen fesselt der Titel auch Solisten lange vor den TV - will man doch seine Charaktere dank motivierendem Sammelsystem ständig weiter aufpowern und verfeinern. Die technische Präsentation steht dem eigentlichen Spielspaß in nichts nach und erfreut durch einen sehr schicken Cel-Shading-Look und gute Sounduntermalung. Wer allerdings nur auf komplexe Prügler steht oder mit Dragon Ball im Allgemeinen absolut nichts anfangen kann, sollte Abstand von dem Titel halten. Zudem hätte man die Story auch für Serienfremdlinge interessant halten müssen, da man ohne die nötigen Grundkenntnisse nur wenig mit den Dialogen anfangen kann. Ein Onlinemodus wäre in der heutigen Zeit ebenfalls sehr vorteilhaft gewesen, wurde aber leider nicht implementiert. Dennoch sollten alle neugierig gewordenen unbedingt einen näheren Blick wagen und den Titel einmal anzocken. Für Fans der Vorlage ist ein Kauf ohnehin Ehrensache.
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
Publisher
Atari
Entwickler
Bandai
Website
www.atari.de/pr...
Release
14. Oktober 2005
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