Bockschwerer Fantasy-Freiheitskampf gegen römische Besatzer.Nach den erfolgeichen PC-Strategietiteln
Shogun: Total War,
Medival: Total War und
Rome: Total War wagte sich Entwickler
Creative Assembly einen Schritt weiter und präsentierte mit
Spartan: Total Warrior sein erstes Action-Spiel für Konsolen. Was die Römerhatz taugt, erfahrt ihr wie immer in unserem
Master-Review.
Oppulenter AuftaktDas Programm fackelt nicht lange und wirft den Spieler nach einer kurzen Einleitungssequenz direkt in eine
riesige Belagerung gegen hunderte Römer. Anrückende Legionen müssen unter Zuhilfenahme grober Waffengewalt,
Verteidigungsmechanismen und Katapulten in
bester Massenschlachtmanier zurückgedrängt werden. Bereits in dieser ausführlichen ersten Mission lässt sich der Spielablauf erahnen. Jeder Level ist in viele Subziele gegliedert, welche strikt linear nacheinander abgearbeitet werden müssen. Neben einem während des Spielverlaufs wachsenden Nahkampfsortiments steht dem Helden – simpel Spartaner genannt – noch ein Bogen zur Verfügung, welcher im Fernkampf gute Dienste leistet. Obwohl neben einer Benutzen- und Sprungtaste gerade einmal zwei Buttons für Angriffe (Einzelziel und mehrere Ziele gleichzeitig attackieren) reserviert sind, lassen sich in Kombination mit den Schultertasten jede Menge Manöver erwirken. Wer beispielsweise bei erhobenem Schild einen Schlag ausführt, schleudert die Gegner mit Hilfe des Abwehrinstruments zurück. Schnelles Töten vieler Gegner wird durch Aufladen eines Wutbalkens belohnt, welcher voll aufgefüllt besonders
verheerende Spezialattacken der Gegnerreihen ermöglicht.
Hartes AntiklebenDass der Einsatz solch brachialer Mittel bitter nötig ist, wird angesichts der anstürmenden Gegnerscharen schnell klar. Wer nicht geschickt blockt, ausweicht und sich seine Spezialangriffe für den richtigen Zeitpunkt aufhebt, der wird bereits
früh zu Boden gehen. Die Feinde agieren klug, umzingeln den Spieler oder nehmen ihn aus der Entfernung in die Mangel. Hin und wieder haben die Entwickler es allerdings übertrieben, was einige unfaire Stellen im Spielverlauf mit sich trägt. Wenn beispielsweise zig Bogenschützen den Helden aus einem nicht einblickbaren Winkel unter Beschuss nehmen, während zehn Legionäre auf ihn einprügeln, ist Frust vorprogrammiert. Auch die eigentlich
ausreichend gesetzten Checkpoints innerhalb der
großen Level halten eine gemeine Tücke bereit. Erreicht man einen dieser Punkte mit zu wenig Lebensenergie – was aufgrund des
sehr hohen Schwierigkeitsgrades nicht unbedingt selten vorkommt - wird es oft unmöglich die nachfolgende Schlacht zu überleben. Da man zuvor abgeklapperte Speicherpunkte nicht manuell anwählen kann, bleibt einem in solchen Situationen nichts anderes übrig, als den kompletten Level von vorne zu starten. Hier hätten etwas mehr Vorausdenken beim Leveldesign oder geschickter verteilte
Lebensengeriequellen viel Frust erspart. Für ein wenig Abhilfe sorgt der leichteste der
drei Schwierigkeitsgrade, den jeder Nicht-Action-Profi zunächst wählen sollte. Allerdings bleibt der Titel auch auf dieser Einstellung ein Fall für gestandene Hau-Drauf-Veteranen.
Von Schlangen, Skeletten und LegionärenUm Abwechslung in das wilde Treiben zu bringen, haben sich die Entwickler allerhand einfallen lassen. Allem voran fordern die
vielen verschiedenen Gegnertypen dem Spieler einiges an kämpferischer Finesse ab. Neben allerlei
gut trainierten Römertruppen wie beispielsweise Schwertschwingern, Lanzenträgern, Assassinen und Bogenschützen ziehen auch Untote und Barbaren gegen den Spieler ins Feld. Das Tüpfelchen auf dem I sind die regelmäßig auftauchenden
Bossgegner. Vor allem die riesige Hydra sowie ein eindrucksvoller Skelettdrache dürfen hier als besonders gelungen bezeichnet werden. Auch beim Level- und Missionsdesign haben sich die Entwickler sichtlich um Abwechslung bemüht. Leider war dieses Unterfangen nicht immer von Erfolg gekrönt: Wo die meisten Abschnitte, wie beispielsweise eine antike Version des
D-Days oder die Verteidigung einer Burg, richtig überzeugen können, nerven vor allem
Eskortmissionen und eine total deplazierte Spionjagd im antiken Troja.
Tausende Einheiten, null RucklerTechnisch hingegen ist alles im grünen Bereich. Massenhaft Einheiten gleichzeitig, schicke (Blut-)Effekte, saubere Texturen und ordentliche Animationen laufen ohne die geringsten Ruckler butterweich über den Fernseher. Die
» Göttliche Kräfte helfen im späteren Spielverlauf. |
supersolide Engine erlaubt sogar eine ordentliche Weitsicht, ohne dabei in die Knie zu gehen. Designtechnisch hat man ebenfalls ganze Arbeit geleistet, was dem Mix aus griechischer Mythologie und klassischer Fantasy gekonnt Leben einhaucht. Beim Sound greift man auf eine etwas
gewagte Mischung aus Techno und orchestraler Musik zurück, die sich aber unerwartet gut ins Geschehen eingliedert. Abstriche gibt es lediglich bei der Kamera zu machen. Hin und wieder versperren Objekte die Sicht auf die Spielfigur, was vor allem in größeren Auseinandersetzungen tödliche Folgen haben kann. Einfache Transparenteffekte wie man sie in fast jedem anderen Titel findet, wären hier Pflicht gewesen. Wer die Kampagne in - je nach Klarkommen mit dem Schwierigkeitsgrad - in
10 bis 15 Stunden abgeschlossen hat, darf in diversen freispielbaren Arenen noch mal so richtig die Sau rauslassen oder auf die Jagd nach versteckten Extras gehen, welche beim ersten Durchspielen übersehen wurden.