Multi hui, Solo pfui! Rares neuer Shooter erfüllt die Erwartungen nur halb.Wenn die Worte
N64 und
Ego-Shooter in einem Satz fallen denken die meisten Zocker sofort an zwei Titel: Zum Einen das geniale
James Bond 007: Goldeneye und zum Anderen dessen inoffiziellen Nachfolger
Perfect Dark. Beide bildeten damals im Konsolenbereich die absolute Referenz ihres Genres. Mit
Perfect Dark Zero will
Rare nun endlich an seine einstigen Erfolge anschließen. Ob ihnen dies gelungen ist, steht im folgenden
Master-Review.
2020 – The Future is now!Der Spieler schlüpft im Prequel zu
Perfect Dark Zero abermals in die Rolle der Superagentin
Joanna Dark und kämpft, schleicht sowie trickst sich durch insgesamt vierzehn Missionen, welche je nach gewähltem
Schwierigkeitsgrad unterschiedlich komplex ausfallen. Während auf der leichtesten der drei Stufen hauptsächlich das
Umballern der wild rumeiernden und ziemlich planlos agierenden Widersacher im Vordergrund steht, sind auf den höheren Schwierigkeitsgraden auch
Stealth-Elemente an der Tagesordnung.
Dank einem umfangreichen Repertoires an
Gagdgets kann sich
Joanna außerdem in verschiedene Systeme hacken, Schließmechanismen umgehen, die Umgebung mit einer Drohne ausspionieren, Fotos schießen oder lästige Einrichtungen in die Luft sprengen. Der Einsatz der meisten Gerätschaften steht mit einem - meistens nervigen, da zu langatmigen –
Minispiel in Verbindung. Vor allem bei dem Platzieren von Bomben kommt die Frage auf, wieso man vor dem Scharfschalten selbiger zunächst eine Knobelaufgabe lösen muss.
Frau am AbzugViel wichtiger als die langweiligen Gadgets sind jedoch ohnehin die
Waffen. Von diesen hat
Perfect Dark Zero auch gleich eine ganzen Haufen zu bieten, was gleichzeitig eine der Stärken des Titels darstellt. Sämtliche
» Hier wird scharf geschossen. |
Kategorien sind vorbildlich abgedeckt, so dass neben Pistolen, Granaten, MPs, Maschinengewehren und Raketenwerfern auch futuristische Energiewaffen nicht fehlen. Die meisten Waffen verfügen neben einem Zoom auch über eine
Sekundär- oder gar Tertiärfunktion, was sie noch flexibler einsetzbar macht. Um sich von anderen Ego-Shootern abzusetzen, hat
Rare des Weiteren ein Feature integriert, welches bisher nur aus Third-Person-Shootern bekannt ist: Das
In-Deckung-Gehen. So lehnt sich
Joanna per Knopfdruck an Wände, um anschließend aus dem Schutz heraus die Gegner aufs Korn zu nehmen. Dabei schaltet die Ansicht automatisch in die dritte Person um.
Leider funktioniert der
kontextsensitive Button zum Pressen an die Wand
nicht ganz zufriedenstellend, was darin resultieren kann, dass man im Eifer des Gefechts oft die Deckung verpasst und draufgeht. Springen kann man in
Perfect Dark Zero übrigens wie in der
TimeSplitters-Reihe nicht, was vor allem dann nerven kann, wenn die Spielfigur vor einer kleinen Anhöhe steht und umständlich drumherum laufen muss, statt einfach drüberzusteigen.
Alles schonmal besser gesehenDas größte Problem des Titels ist die Tatsache, dass sämtliche Inhalte in zig anderen Spielen in weitaus besserer Form vorkamen. Wer
The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay oder
Thief: Deadly Shadows gespielt hat, dem werden die öden
und stellenweise Trial & Error-lastigen Schleichpassagen in
Perfekt Dark Zero gehörig auf den Keks gehen. Spannendere Schießereien gegen weniger verpeilt agierende Feinde bietet der Markt gleich haufenweise. Daher seien an dieser Stelle mit
Half-Life 2,
Far Cry Instincts,
Halo 2 und
Doom 3 nur einige der besten Beispiele genannt. Wer das Schießen in den Vordergrund stellen will und nervige Schleichpassagen mittels Einstellen des Schwierigkeitsgrades umgeht, der kann sich zudem auf ein
extrem kurzes Abenteuer einstellen. Profis dürften hier kein Problem haben, den Titel im ersten Anlauf in rund
vier Stunden zu absolvieren, da auf
easy keinerlei Herausforderung geboten wird. Zudem seien an dieser Stelle noch die extrem lieblos in den Solomodus integrierten Fahrzeuge, bescheuerte Story sowie öden Bossfights erwähnt.
Live, Koop und Split-ScreenWer jetzt denkt, Hopfen und Malz wären bereits verloren, der hat die Rechnung ohne ein weiteres Features des Games gemacht.
Perfect Dark Zero wird durch einen
grandiosen Mehrspielermodus gerettet, der für gefrustete Solisten
» Die Junglelevel sind optisch am beeindruckendsten. |
auch
Bots parat hält. Dank etlicher Spielmodi und hochkonfigurierbarer Matches dürfte hier für jeden Spielgeschmack etwas dabei sein. Seien es schweißtreibende
Deathmatches, hektische
Infektions-Ballereien oder taktische Teamspiele wie
Capture the Flag sowie die
Territorium-Eroberung – alles kein Problem. Auch an einen
Koop-Modus wurde gedacht. Die Modi können sowohl online über Xbox Live, per System-Link oder im Split-Screen gezockt werden. Außerdem ist es möglich, den geteilten Bildschirm mit System-Link oder Xbox Live zu kombinieren, so dass man von einer Konsole aus mit mehreren Leuten online beziehungsweise im Netzwerk zocken kann.
Die
Internetperformance ist vorbildlich: Sessions lassen sich per Lobby-System einfach erstellen oder joinen und Lags sucht man während des Spielens im Normalfall vergebens. Die knallbunte Plastikoptik des Titels mag dabei zwar arge Geschmackssache sein, ist technisch aber ebenfalls auf hohem Niveau und fängt nur bei extrem viel Action im Split-Screen hin und wieder an zu ruckeln. Zuletzt seien noch die
fetzige Musikuntermalung sowie
sehr guten Soundeffekte gelobt. Die deutsche Sprachausgabe ist solide, allerdings nerven die oberpeinlichen, eingedeutschten Online-Kommentatoren ("Killtastisch!").