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Master-Review:   » drucken    » versenden

Perfect Dark Zero

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 28.01.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Multi hui, Solo pfui! Rares neuer Shooter erfüllt die Erwartungen nur halb.

Wenn die Worte N64 und Ego-Shooter in einem Satz fallen denken die meisten Zocker sofort an zwei Titel: Zum Einen das geniale James Bond 007: Goldeneye und zum Anderen dessen inoffiziellen Nachfolger Perfect Dark. Beide bildeten damals im Konsolenbereich die absolute Referenz ihres Genres. Mit Perfect Dark Zero will Rare nun endlich an seine einstigen Erfolge anschließen. Ob ihnen dies gelungen ist, steht im folgenden Master-Review.

2020 – The Future is now!
Der Spieler schlüpft im Prequel zu Perfect Dark Zero abermals in die Rolle der Superagentin Joanna Dark und kämpft, schleicht sowie trickst sich durch insgesamt vierzehn Missionen, welche je nach gewähltem
» Schicke Bauten.
Schwierigkeitsgrad unterschiedlich komplex ausfallen. Während auf der leichtesten der drei Stufen hauptsächlich das Umballern der wild rumeiernden und ziemlich planlos agierenden Widersacher im Vordergrund steht, sind auf den höheren Schwierigkeitsgraden auch Stealth-Elemente an der Tagesordnung.

Dank einem umfangreichen Repertoires an Gagdgets kann sich Joanna außerdem in verschiedene Systeme hacken, Schließmechanismen umgehen, die Umgebung mit einer Drohne ausspionieren, Fotos schießen oder lästige Einrichtungen in die Luft sprengen. Der Einsatz der meisten Gerätschaften steht mit einem - meistens nervigen, da zu langatmigen – Minispiel in Verbindung. Vor allem bei dem Platzieren von Bomben kommt die Frage auf, wieso man vor dem Scharfschalten selbiger zunächst eine Knobelaufgabe lösen muss.

Frau am Abzug
Viel wichtiger als die langweiligen Gadgets sind jedoch ohnehin die Waffen. Von diesen hat Perfect Dark Zero auch gleich eine ganzen Haufen zu bieten, was gleichzeitig eine der Stärken des Titels darstellt. Sämtliche
» Hier wird scharf geschossen.
Kategorien sind vorbildlich abgedeckt, so dass neben Pistolen, Granaten, MPs, Maschinengewehren und Raketenwerfern auch futuristische Energiewaffen nicht fehlen. Die meisten Waffen verfügen neben einem Zoom auch über eine Sekundär- oder gar Tertiärfunktion, was sie noch flexibler einsetzbar macht. Um sich von anderen Ego-Shootern abzusetzen, hat Rare des Weiteren ein Feature integriert, welches bisher nur aus Third-Person-Shootern bekannt ist: Das In-Deckung-Gehen. So lehnt sich Joanna per Knopfdruck an Wände, um anschließend aus dem Schutz heraus die Gegner aufs Korn zu nehmen. Dabei schaltet die Ansicht automatisch in die dritte Person um.

Leider funktioniert der kontextsensitive Button zum Pressen an die Wand nicht ganz zufriedenstellend, was darin resultieren kann, dass man im Eifer des Gefechts oft die Deckung verpasst und draufgeht. Springen kann man in Perfect Dark Zero übrigens wie in der TimeSplitters-Reihe nicht, was vor allem dann nerven kann, wenn die Spielfigur vor einer kleinen Anhöhe steht und umständlich drumherum laufen muss, statt einfach drüberzusteigen.

Alles schonmal besser gesehen
Das größte Problem des Titels ist die Tatsache, dass sämtliche Inhalte in zig anderen Spielen in weitaus besserer Form vorkamen. Wer The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay oder Thief: Deadly Shadows gespielt hat, dem werden die öden
» Sattes Mündungsfeuer!
und stellenweise Trial & Error-lastigen Schleichpassagen in Perfekt Dark Zero gehörig auf den Keks gehen. Spannendere Schießereien gegen weniger verpeilt agierende Feinde bietet der Markt gleich haufenweise. Daher seien an dieser Stelle mit Half-Life 2, Far Cry Instincts, Halo 2 und Doom 3 nur einige der besten Beispiele genannt. Wer das Schießen in den Vordergrund stellen will und nervige Schleichpassagen mittels Einstellen des Schwierigkeitsgrades umgeht, der kann sich zudem auf ein extrem kurzes Abenteuer einstellen. Profis dürften hier kein Problem haben, den Titel im ersten Anlauf in rund vier Stunden zu absolvieren, da auf easy keinerlei Herausforderung geboten wird. Zudem seien an dieser Stelle noch die extrem lieblos in den Solomodus integrierten Fahrzeuge, bescheuerte Story sowie öden Bossfights erwähnt.

Live, Koop und Split-Screen
Wer jetzt denkt, Hopfen und Malz wären bereits verloren, der hat die Rechnung ohne ein weiteres Features des Games gemacht. Perfect Dark Zero wird durch einen grandiosen Mehrspielermodus gerettet, der für gefrustete Solisten
» Die Junglelevel sind optisch am beeindruckendsten.
auch Bots parat hält. Dank etlicher Spielmodi und hochkonfigurierbarer Matches dürfte hier für jeden Spielgeschmack etwas dabei sein. Seien es schweißtreibende Deathmatches, hektische Infektions-Ballereien oder taktische Teamspiele wie Capture the Flag sowie die Territorium-Eroberung – alles kein Problem. Auch an einen Koop-Modus wurde gedacht. Die Modi können sowohl online über Xbox Live, per System-Link oder im Split-Screen gezockt werden. Außerdem ist es möglich, den geteilten Bildschirm mit System-Link oder Xbox Live zu kombinieren, so dass man von einer Konsole aus mit mehreren Leuten online beziehungsweise im Netzwerk zocken kann.

Die Internetperformance ist vorbildlich: Sessions lassen sich per Lobby-System einfach erstellen oder joinen und Lags sucht man während des Spielens im Normalfall vergebens. Die knallbunte Plastikoptik des Titels mag dabei zwar arge Geschmackssache sein, ist technisch aber ebenfalls auf hohem Niveau und fängt nur bei extrem viel Action im Split-Screen hin und wieder an zu ruckeln. Zuletzt seien noch die fetzige Musikuntermalung sowie sehr guten Soundeffekte gelobt. Die deutsche Sprachausgabe ist solide, allerdings nerven die oberpeinlichen, eingedeutschten Online-Kommentatoren ("Killtastisch!").
Pro
Exzellenter Mehrspielermodus
Schicke Optik
Viele Waffen
Drei Schwierigkeitsgrade
Fetziger Soundtrack
Contra
Schwacher Solo-Part
Fummeliges "an Mauern lehnen"
Seltsames Gegnerverhalten
Dämliche Story
Schwache Bossfightes
Zu kurz
Nervige Gadget-Minispiele
Grausige deutsche Kommentare
Fazit
Es fällt mir wirklich nicht leicht, diesem Spiel eine endgültige Wertung zu verpassen. Der Mehrspielermodus ist eine Wucht und bietet etliche Möglichkeiten on- und offline gegen- oder miteinander anzutreten. Die Einstellungsmöglichkeiten sind herausragend und die Performance der Perfektion nahe. Für Mehrspielerfreaks ist der Titel somit ein echter Pflichtkauf! Auf der anderen Seite stößt mir als Solo-Fan die missratene Kampagne sehr sauer auf. Angesichts des vorangegangenen Hypes scheint dieser geradezu lachhaft und stinkt gegen alle nennenswerten Konkurrenten gnadenlos ab. Es wirkt so, als wollte man kramphaft alles implementieren, aber nichts richtig auf die Reihe bekommen. Lediglich das große Waffenarsenal und die schicke Technik können auch solo überzeugen. So muss man sich als potenzieller Käufer eigentlich nur eine Frage stellen: "Will ich einen Mehrspieler- oder einen Solo-Shooter?" Je nachdem, wie diese Frage beantwortet wird, dürfte nach diesem Review klar sein, ob ein Kauf lohnenswert ist oder nicht.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action • Ego-Shooter
Publisher
Microsoft Game ...
Entwickler
Rare
Website
www.perfectdark...
Release
02. Dezember 2005
Spiel kaufen
»  Game World
»  game4game
User-Bewertung
83
34 Bewertungen
2 Reviews
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