Eines vorweg - mir ist unverständlich, wie es so lange dauern konnte, bis Baldurs's Gate als PAL-Version erschienen ist. Der Grund fällt einem beim ersten Gespräch auf, das man zwischen 2 Personen in diesem Spiel mitverfolgt. Die Dialoge sind absolut nicht lippensynchron und meist hört man den Sprecher noch immer reden, wenn die Person die Lippen aber garnicht mehr bewegt. Ansonsten ist der Sound aber erste Sahne - dazu aber später mehr.
Zu Beginn des Spieles kann man zwischen 3 Charakteren wählen. Da wären Vahn, der arkane Bogenschütze, Kromlech, der zwergische Kämpfer und Adrianna, die elfische Hexenmeisterin. Hat man sich für einen Charakter entschieden, beginnt sogleich das Intro, welches in Ingame-Grafik gemacht ist. Dieses ist relativ kurz und zeigt den Hauptdarsteller des Spieles, wie er in Baldur's Gate (was leider mit "Baldur's Tor" übersetzt wird) ankommt und sogleich von einer Diebesbande aufgelauert und niedergeschlagen wird. Deren Anführer wird man übrigens im Laufe des Spieles noch begegnen und das fürchten lehren.
Zum Glück kommen aber gerade Wachen vorbei und so passiert euch nichts weiter. Diese schlagen euch vor, die Elefenliedschenke zu besuchen, welche im ersten Teil des Spiels euer "Lager" sein wird, zu dem ihr per "Rückruftrank" immer wieder zurückkehren und euch neue Waffen kaufen und speichern könnt. In den 3 Kapiteln des Spieles dienen jeweils andere Schauplätze als solche "Lager".
Diese Kapitel sind jeweils in verschiedene Abschnitte unterteilt, wobei hier der Keller der Elfenliedschenke der erste ist, den ihr im Auftrag der Bardame säubern sollt. Im weiteren Verlauf geht es in die Abwasserkanäle, in das Versteck der Diebe und auch in ein Zwergendorf. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.
Nun zum Spielprinzip von Baldur's Gate. Wer Diablo für den PC kennt und gespielt hat, weiß auch, um was es in Baldur's Gate geht. Levels erkunden, Monster schlachten, Waffen, Rüstungen und Zaubertränke einsammeln und die gesammelten Schätze von Zeit zu Zeit verkaufen und das so angehäufte Geld in neue und bessere Waffen und Zaubersprüche investieren. Viel mehr, außer vielleicht ein paar schlecht gemachten Dialogen, wird man in Baldur's Gate nicht zu sehen bekommen - was durchaus nicht schlecht ist und sehr viel Spaß und den Reiz des Spieles macht. Man ist immer dabei, Monster zu plätten um Erfahrungspunkte zu sammeln und die nächste Truhe zu öffnen, wo vielleicht ein neues Schwert drinnen ist, das noch besser als das alte ist.
Im Verlauf des Spieles wird man ca. soviele Monster killen, wie Menschen in einer mittleren Großstadt wohnen. Pro Monster bekommt man dann aber sozusagen als Belohnung eine gewisse Anzahl an Erfahrungspunkten und hat man genug davon, steigt man eine Stufe auf. Der Stufe entsprechend erhält man dann auch Punkte, die man dann selbst auf gewisse Fertigkeiten und Attribute des Charakters verteilen kann. Man kann z.B. die Angriffsgeschwindigkeit erhöhen, dafür sorgen, dass man mehr kritische Treffer landet oder man mehr Treffer einstecken kann, indem sich die Rüstungspunkte erhöhen. Für Stufe 2 erhält man z.B. 2 Punkte, die man verteilen kann, bei Stufe 7 hingegen 7 Punkte. Zusätzlich kann man alle 3 Stufen ein beliebiges Attribut um einen Punkt erhöhen.
Um nocheinmal zu den Rüstungspunkten zurückzukommen - je besser die eigene Rüstung ist und ob man zusätzlich noch Handschuhe oder einen Helm trägt, erhöht sich auch die Rüstungsstufe und Treffer von Monster richten nicht so großen Schaden an.
Ähnlich verhält es sich mit den Schaden, den man anrichtet. Je besser und ausgefallener die Waffe ist, desto mehr haut die Waffe rein. An Waffen gibt es jede Menge, von Dolchen über Schwerter bis Zweihänder zu Äxten bis Streitkolben. Welche Waffenart man hier wählt, bleibt den eigenen Vorlieben überlassen, da es sowohl schlagkräftige Schwerter als auch dicke Äxte gibt. Einen wichtigen Unterschied gibt es bei den Waffer aber - manche sind einhändig, andere zweihändig. Letztere richten natürlich größeren Schaden an, bei ersteren kann man aber zusätzlich ein Schild halten, was wieder den Rüstungspunkten zugute kommt. Im weiteren Verlauf des Spieles wird man aber zugunsten des Schadens eher eine zweihändige Waffe wählen und auf ein Schild verzichten.
Wählt man statt des Zwerges aber den Bogenschützen verhält sich das Ganze natürlich ähnlich mit Bogen, bei der Hexenmeisterin mit Zaubersprüchen.
Ein Nachteil des Spielpinzipes ist aber leider, dass es auf die Dauer und besonders zum Ende des Spieles hin doch an Reiz verliert und eintönig wird. In diesem Punkt ist es meiner Meinung nach ein Vorteil, dass die Spielzeit nicht besonders lang ist, da man sich sonst langweilen würde. Den Großteil des Spieles wird man aber viel Spaß haben und immer nach neuen Gegenständen Ausschau halten.
Speichern kann man nur an bestimmten Stellen, die es in Form eines Sockels, wo ein Buch darauf liegt, gibt. Diese sind sehr fair verteilt und auch oft genug zu finden.
Ein großes Problem ist, dass das Spiel zwischendurch sehr schwer wird und ich besonders Anfängern nur empfehlen kann, das Spiel auf leicht zu spielen, da man sonst oft sehr frustriert eine Stelle immer und immer wieder spielen muss, um endlich mal alle Gegner einer bestimmten Stelle geplättet zu haben. Leider wird man für diese Stellen dann aber meist nicht sonderlich belohnt und so möchte man das Gamepad oft vor Frust in die Ecke werfen.
Gesteuert wird mit dem linken Analaogstick und je stärker man diesen drückt, umso schneller bewegt sich der Charakter. Mit dem Digitalkreuz kann man schnell zwischen Bogen und Nahkampfwaffe umschalten und sollte es mal nicht so gut um die Gesundheit des Charakters stehen, so kann man mit dem rechten Schalter einen Heiltrank zu sich nehmen und mit dem linken einen Trank, um die magische Energie wieder aufzufrischen. Die Kamera ist per rechtem Analogstick frei drehbar - die Zoomstufe man aber leider nicht verändern. Am rechten oberen Bildschirmrand kann man per weißer Taste noch eine Karte einblenden, die oft sehr hilfreich ist.
Grafik Diese ist erste Sahne und besonders bei den Zwischensequenzen sieht man, wie detailiert die Modelle sind und wieviel Liebe zum Detail hier bewiesen wurde. Besonders fällt einem dieses beim Intro bei den Wachen auf, die besonders schön modelliert sind.
Aber auch der eigene Charakter kann sich sehen lassen, wobei man jede Waffe und jede Rüstung am Körper sehen kann.
Die Spielgrafik selbst lässt auch keine Wünsche übrig - feuchte Keller, stinkende Abwasserkanäle und glitzernde Schneelandschaften.
Besonders das Wasser ist hier hervorzuheben, das für ein Spiele dieser Art einfach nur atemberaubend ist. Es zieht Kreise, wenn man sich darin bewegt und wogt sanft im Wind.
Sound Meiner Meinung nach sogar noch besser als die Grafik, obwohl dieser nicht in Dolby Digital abgemischt wurde, was der Atmosphäre des Spiels sehr zugute kommen würde.
Die Waffensounds haben es mir besonders angetan. Je nachdem, welchen Angriff man ausführt ertönt ein anderer Sound - natürlich klingt auch jede Waffe anders.
Die Musik ist passend, aber nicht herausragend, obwohl sie sich sehr gut ins Spiel einfügt und zum Thema passt.
Solo Spielspaß pur wenn man ein immer wiederkehrendes Muster mag - Gegner plätten, Truhen plündern und neue Waffen kaufen und alte verkaufen. Auf die Dauer zwar etwas eintönig aber im Gegenzug doch süchtig machend, da man immer wissen möchte, was im nächsten Raum versteckt ist und was die nächste Truhe verbirgt.
Multi Wenn man mal einen Kumpel zu Besuch hat, sollte man ihn vor die Xbox zerren, denn zu zweit macht es gleich nocheinmal soviel Spaß. Man kann das komplette Spiel zu weit durchspielen, wobei man als zweiter Spieler an beliebiger Stelle einsteigen kann. Es empfiehlt sich aber, dass der zweite Spieler einen mind. gleich starken Charakter wie man selbst hat, da es sonst für diesen schnell zum Frusterlebnis wird, wenn dieser nach ein paar Gegnern gleich wieder stirbt. Dieser kann dann zwar beim nächsten Speicherpunkt weitermachen, wird aber nicht sehr viel Freude am Spiel haben.
Die Erfahrungspunkte teilt man sich, wobei der erste Spieler 60 % der Punkte und der zweite 40 % der Punkte bekommt.