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Master-Review:   » drucken    » versenden

Die Sims 2

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 11.02.2006
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Auf der PSP erhält der Höhenflug von Herrn und Frau Sim leider einen Dämpfer.

Jeden Monat werden unzählige Videospiele auf den Markt geworfen, viele davon verstauben in den Händlerregalen, andere wiederum finden verdient reißenden Absatz. Doch nur selten tritt man dabei eine derartige Erfolgswelle los, wie es Electronic Arts vor drei Jahren mit Die Sims geschafft hat. Nach unzähligen Erweiterungen und ebenso vielen Auszeichnungen macht die Lebenssimulation nun auch auf der aktuellen Handheld-Generation Halt. Ob es die PSP-Version vermag, ihren Teil zur Bilderbuchkarriere beizutragen, klärt unser Master-Review.

Irgendwie merkwürdig
Typisch! Beim Autofahren kurz den Blick in die Ferne schweifen lassen, schon nimmt das Ungeschick in Form eines Reifenplatzers seinen Lauf. Glücklicherweise rollt der Wagen gerade noch bis zur nächsten Tankstelle. Schon findet man sich inmitten der
» Das "Sozialspiel" im Einsatz.
Irrungen und Wirrungen Merkwürdighausens, Schauplatz von Die Sims 2, wieder. Um sich auf Erkundungstour im Ort mit dem seltsamen Namen begeben zu können, geht es zuallererst an die Erstellung eines Sims. Hierfür stehen vielfältige Parameter das Aussehen betreffend bereit, Haarfarbe, Gesichtsform und Nasenpartie nur einige davon. Zuletzt erhält der Einwohner in spe noch einen individuellen Kleidungsstil.

Diese Pflichtübung erledigt, fällt der erste Unterschied zum Vorgänger auf: Das Spiel startet nicht im eigenen Domizil, sondern in einer schlichten Werkstatt. Der Wagen fahruntüchtig und mit nicht viel Geld in der Tasche muss man mit dem ortsansässigen Mechaniker Freundschaft schließen. Hier kommt das so genannte Sozialspiel zum Einsatz: auf dem Bildschirm erscheinen drei Symbole, welche bestimmten Tasten auf der PSP zugeordnet sind. Erscheint nun eines dieser Icons, sollte man möglichst schnell den zugehörigen Button drücken. Auf diese Weise schüchtert man in weiterer Folge auch Personen ein oder flirtet mit ihnen. Das lässt einen nicht nur gewinnbringende Geheimnisse erlangen, sondern sorgt auch für Informationen über zu erfüllende Ziele.

Die ganze Welt dreht sich um mich
Noch viel wichtiger als diese zwischenmenschlichen Beziehungen ist jedoch die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Diese sind am rechten Bildschirmrand ersichtlich und reichen von einfachem Essen bis hin zu
» Create-a-Sim.
schwierigeren Herausforderungen wie dem Erhöhen der Fertigkeiten. Davon gibt es insgesamt sechs wie z.B. Logik, Mechanik oder Kochen. Erhöht werden diese Attribute durch bestimmte Tätigkeiten wie Fernsehen oder Lesen. Je weiter sie steigen, desto besser ist man in der damit verbundenen Tätigkeit. Kann man zu Beginn bei der Nahrungsaufnahme lediglich auf Chips zurückgreifen, ist der Sim mithilfe einer erhöhten Koch-Fertigkeit schnell fähig, auch leckere Nudelgerichte auf den Tisch zu zaubern.

Bei all dem Stress passiert es schnell, dass man seinen eigenen Bedürfnissen nicht nachkommt. Dann schwindet die Verstandsanzeige und man ist dem Wahnsinn nahe. Sollte es so weit kommen, so hilft nur noch Geld, um sich aus der Irrenanstalt freizukaufen, ansonsten heißt es "Game Over". Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden darunter, das Sozialspiel etwa funktioniert nicht mehr so gut. Eng mit diesen Wünschen sind die Notfälle verknüpft, welche sich in Form von Erschöpfung oder auch Hunger manifestieren. In letzterem Fall schafft beispielsweise ein sättigendes Mahl Abhilfe. Ein weiteres Spielelement sind die Ziele, immer übersichtlich in einer Liste zusammengefasst: Nachbarn sollen etwa ausgelauscht werden und auch der eine oder andere Kriminalfall wartet auf eine Lösung. So unterschiedlich die Aufgaben auch ausfallen, so geradlinig deren Erfüllung. Viel mehr als zwischen verschiedenen Stationen hin und her zu laufen und dabei immer wieder gleiche Aktionen auszuführen verlangt das Programm vom Spieler nicht.

Home, sweet home
Doch was wäre Die Sims ohne das eigene Heim? Dieses steht auch in vorliegendem Titel zur Verfügung, ihm wird aber bei weitem keine so große Bedeutung zugemessen wie in den Vorgängern. Man hat zwar noch immer vielfältige
» Zickenalarm!
Möglichkeiten und kann seine Bude nach Herzenslust dekorieren sowie mit Möbeln ausstatten, wirklich spielentscheidend ist das aber nicht mehr. Nahezu alle Gegenstände, die zum Befriedigen der Bedürfnisse von Mr. oder Mrs. Sim dienen, finden sich auch in den Nachbarhäusern kostenlos wieder. Wofür also Energie in dieses Vorhaben stecken? Auch Jobs oder etwa Lebenspartner gibt es in der PSP-Version nicht. Immerhin stehen sechs mehr oder weniger lustige Minigames zur Verfügung.

Grafisch bietet der Titel mit lebensecht wirkenden Animationen und der stufenlos drehbaren 3D-Ansicht durchaus solide Kost, holt einen angesichts der matschigen Texturen und Ruckler aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In akustischer Hinsicht fehlen einem schnell die Worte, denn außer ein paar dezent eingestreuten Sounds und seltener Hintergrundmusik gibt es nicht viel zu vermelden. Dafür sollte man über die Ladezeiten umso mehr und vor allem mahnende Worte verlieren: Nahezu jede Aktion, und sei sie noch so klein, wird von sekundenlangen Ladepausen begleitet. Das nervt außerordentlich und sorgt für viel Frust. Die Möglichkeit, Sims kabellos mit anderen Spielern auszutauschen, ist dagegen nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Pro
Gelungene Animationen
Vielfältige Gestaltungs-möglichkeiten
Zahlreiche Aktionen
Leicht verdauliche Kost
Contra
Nervige, häufig auftretende Ladepausen
Abwechslung fehlt
Akustisches Niemandsland
Zu weit weg von den Wurzeln
Einrichtung des Hauses nicht mehr wichtig
Fazit
Man kann Electronic Arts bei Die Sims 2 für die PSP durchaus zugute halten, dass nicht einfach der Weg einer 1:1-Umsetzung, sondern der eines eigenständigen Spieles für den Handheld gegangen wurde. Wie das Ergebnis beweist, muss das jedoch nicht immer gut sein. Anfangs ist es noch sehr begrüßenswert, dass einen das Spiel frei in Merkwürdighausen umherwandern und mit seinen Einwohnern interagieren sowie Ziele erfüllen lässt, schnell stellt sich jedoch eine gewisse Monotonie ein. Kommt man erst dahinter, welche Aktionen zur Verfügung stehen und weiß diese sinnvoll einzusetzen, ist der Reiz des Neuen schnell verflogen. Es gibt zwar noch immer genug mit der Erfüllung der Ziele und Befriedigung der Bedürfnisse zu tun, gerade letzteres avanciert aber zunehmend zu einer lästigen Pflichtübung. Auch die Verschönerung des eigenen Domizils kann nicht sonderlich motivieren, da der spielentscheidende Faktor fehlt. Den größten Minuspunkt stellen ohne Frage die nervenaufreibenden Ladezeiten dar, nahezu jeder Schritt wird von Zwangspausen begleitet. Der vorliegende Titel bietet einige unterhaltsame Stunden, entfernt sich aber insgesamt zu sehr von seinen Wurzeln, da der eigene Schützling nicht mehr sosehr im Mittelpunkt steht. Wer eine mobile Version der Lebenssimulation erwartet, den enttäuscht Die Sims 2. Ist man aber auf der Suche nach leicht verdaulicher Adventure-Kost mit sozialen Aspekten, so darf ein Blick riskiert werden.
Infos
Erhältlich für
Genre
Flying
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Website
www.diesims2.de
Release
13. Jänner 2006
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User-Bewertung
68
1 Bewertung
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