Auf der PSP erhält der Höhenflug von Herrn und Frau Sim leider einen Dämpfer.Jeden Monat werden unzählige Videospiele auf den Markt geworfen, viele davon verstauben in den Händlerregalen, andere wiederum finden verdient reißenden Absatz. Doch nur selten tritt man dabei eine derartige Erfolgswelle los, wie es
Electronic Arts vor drei Jahren mit
Die Sims geschafft hat. Nach unzähligen Erweiterungen und ebenso vielen Auszeichnungen macht die Lebenssimulation nun auch auf der aktuellen Handheld-Generation Halt. Ob es die PSP-Version vermag, ihren Teil zur Bilderbuchkarriere beizutragen, klärt unser Master-Review.
Irgendwie merkwürdig Typisch! Beim Autofahren kurz den Blick in die Ferne schweifen lassen, schon nimmt das Ungeschick in Form eines Reifenplatzers seinen Lauf. Glücklicherweise rollt der Wagen gerade noch bis zur nächsten Tankstelle. Schon findet man sich inmitten der
» Das "Sozialspiel" im Einsatz. |
Irrungen und Wirrungen
Merkwürdighausens, Schauplatz von
Die Sims 2, wieder. Um sich auf Erkundungstour im Ort mit dem seltsamen Namen begeben zu können, geht es zuallererst an die
Erstellung eines Sims. Hierfür stehen vielfältige Parameter das Aussehen betreffend bereit, Haarfarbe, Gesichtsform und Nasenpartie nur einige davon. Zuletzt erhält der Einwohner in spe noch einen individuellen Kleidungsstil.
Diese Pflichtübung erledigt, fällt der erste Unterschied zum Vorgänger auf: Das Spiel
startet nicht im eigenen Domizil, sondern in einer schlichten Werkstatt. Der Wagen fahruntüchtig und mit nicht viel Geld in der Tasche muss man mit dem ortsansässigen Mechaniker Freundschaft schließen. Hier kommt das so genannte
Sozialspiel zum Einsatz: auf dem Bildschirm erscheinen drei Symbole, welche bestimmten Tasten auf der PSP zugeordnet sind. Erscheint nun eines dieser Icons, sollte man möglichst schnell den zugehörigen Button drücken. Auf diese Weise schüchtert man in weiterer Folge auch Personen ein oder flirtet mit ihnen. Das lässt einen nicht nur
gewinnbringende Geheimnisse erlangen, sondern sorgt auch für Informationen über zu erfüllende Ziele.
Die ganze Welt dreht sich um mich Noch viel wichtiger als diese zwischenmenschlichen Beziehungen ist jedoch die
Befriedigung der eigenen Bedürfnisse. Diese sind am rechten Bildschirmrand ersichtlich und reichen von einfachem Essen bis hin zu
schwierigeren Herausforderungen wie dem Erhöhen der Fertigkeiten. Davon gibt es insgesamt sechs wie z.B. Logik, Mechanik oder Kochen.
Erhöht werden diese Attribute
durch bestimmte Tätigkeiten wie Fernsehen oder Lesen. Je weiter sie steigen, desto besser ist man in der damit verbundenen Tätigkeit. Kann man zu Beginn bei der Nahrungsaufnahme lediglich auf Chips zurückgreifen, ist der Sim mithilfe einer erhöhten Koch-Fertigkeit schnell fähig, auch leckere Nudelgerichte auf den Tisch zu zaubern.
Bei all dem Stress passiert es schnell, dass man seinen eigenen Bedürfnissen nicht nachkommt. Dann schwindet die
Verstandsanzeige und man ist dem Wahnsinn nahe. Sollte es so weit kommen, so hilft nur noch Geld, um sich aus der Irrenanstalt freizukaufen, ansonsten heißt es "Game Over". Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen leiden darunter, das Sozialspiel etwa funktioniert nicht mehr so gut. Eng mit diesen Wünschen sind die
Notfälle verknüpft, welche sich in Form von Erschöpfung oder auch Hunger manifestieren. In letzterem Fall schafft beispielsweise ein sättigendes Mahl Abhilfe. Ein weiteres Spielelement sind die
Ziele, immer übersichtlich in einer Liste zusammengefasst: Nachbarn sollen etwa ausgelauscht werden und auch der eine oder andere Kriminalfall wartet auf eine Lösung. So unterschiedlich die Aufgaben auch ausfallen, so
geradlinig deren Erfüllung. Viel mehr als zwischen verschiedenen Stationen hin und her zu laufen und dabei immer wieder gleiche Aktionen auszuführen verlangt das Programm vom Spieler nicht.
Home, sweet home Doch was wäre
Die Sims ohne das eigene Heim? Dieses steht auch in vorliegendem Titel zur Verfügung, ihm wird aber bei weitem keine so große Bedeutung zugemessen wie in den Vorgängern. Man hat zwar noch immer
vielfältige Möglichkeiten und kann seine Bude nach Herzenslust dekorieren sowie mit Möbeln ausstatten, wirklich spielentscheidend ist das aber nicht mehr. Nahezu alle Gegenstände, die zum Befriedigen der Bedürfnisse von Mr. oder Mrs. Sim dienen, finden sich auch in den Nachbarhäusern kostenlos wieder. Wofür also Energie in dieses Vorhaben stecken? Auch Jobs oder etwa Lebenspartner gibt es in der PSP-Version nicht. Immerhin stehen sechs mehr oder weniger lustige
Minigames zur Verfügung.
Grafisch bietet der Titel mit lebensecht wirkenden Animationen und der stufenlos drehbaren 3D-Ansicht
durchaus solide Kost, holt einen angesichts der matschigen Texturen und Ruckler aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In akustischer Hinsicht fehlen einem schnell die Worte, denn außer ein paar dezent eingestreuten Sounds und seltener Hintergrundmusik gibt es nicht viel zu vermelden. Dafür sollte man über die Ladezeiten umso mehr und vor allem mahnende Worte verlieren: Nahezu jede Aktion, und sei sie noch so klein, wird von
sekundenlangen Ladepausen begleitet. Das nervt außerordentlich und sorgt für viel Frust. Die Möglichkeit, Sims kabellos mit anderen Spielern auszutauschen, ist dagegen nur ein Tropfen auf den heißen Stein.