Abgefahrener Snowboard-Titel, der es Einsteigern nicht gerade leicht macht.Snowboarden hat sich längst vom Insidertipp hin zum Massenphänomen entwickelt. Diesem Trend folgend wurden zahlreiche Serien geschaffen, die den Sport auf die heimischen TV-Geräte brachten und das Verletzungs- sowie Erkältungsrisiko auf ein Minimum reduzierten. Eine davon ist die
SSX-Reihe von
Electronic Arts, welche mit "
on Tour" bereits den vierten Teil vorweisen kann. Neben den Konsolen-Versionen darf natürlich auch eine Umsetzung für die PSP nicht fehlen, die im folgenden
Master-Review näher beleuchtet wird.
Das Auge isst mit Eines sticht bei
SSX on Tour sofort ins Auge: das
abgefahrene Menüdesign im Skizzen-Look. Da kann es schon mal vorkommen, dass eine Katze auf dem Snowboard über den Ladebildschirm zischt. Weitaus konventioneller und
vergleichsweise eintönig geht es bei der Charaktererstellung zur Sache. Es darf lediglich das Geschlecht sowie eines von zwei Outfits gewählt werden. Das wars leider schon. Im Spielverlauf
schaltet man zwar weitere Kleidungen frei, diese dienen aber mehr der Anzeige veränderter Attribute denn der optischen Differenzierung. Die Figur wird durch Erhöhung von etwa Tempo und Stabilität zwar immer besser, aber nicht unbedingt individueller. Hier hat EA leider viel Potenzial verschenkt.
Etwas umfangreicher geht bei den zur Verfügung stehenden Spielmodi zur Sache. Neben den
unzähligen Herausforderungen im gleichnamigen Menüpunkt wie beispielsweise der Erzielung einer bestimmten Anzahl von Punkten oder der Durchführung eines Loopings ist hier vor allem die
Tour zu nennen, mit der man einen Großteil der Spielzeit verbringt.
Verschiedene Events in den Kategorien
Rennen,
Slopestyle und
Big Air warten hier darauf, mit einer Goldmedaille abgeschlossen zu werden. Hat man fünfzig dieser Auszeichnungen verdient, darf man sich in der besonders anspruchsvollen
SSX Legend Tour versuchen. Im Rennen zählt einzig und alleine Schnelligkeit, bei Slopestyle und Big Air hingegen gilt es, hohe Punktezahlen zu erreichen.
Trickreiche Unterhaltung Im Mittelpunkt von
SSX stehen seit jeher die Tricks - so auch im vorliegenden Teil. Die Voraussetzung dafür ist ein Druck auf den X-Button, wodurch der Läufer zu einem Sprung ansetzt. Hat man so etwas an Höhe gewonnen, dient das Digikreuz
» Das Geschwindigkeitsgefühl ist sehr ausgeprägt. |
für eine Drehung oder Rolle, die übrigen Buttons sowie die rechte Schultertaste führen verschiedene Grabs und Moves aus.
Je länger ein solches Kunststück dauert, desto schneller füllt sich der Boost-Balken am rechten Bildschirmrand. Hat diese Anzeige das obere Ende erreicht, kann man unter Zuhilfenahme der linken Schultertaste zu speziellen Monstertricks ansetzen, welche den Punktestand - wie auch Kombos - in die Höhe schnellen lassen. Alternativ darf der Fahrer auch kurzzeitig beschleunigt werden.
Erstaunlich gut funktioniert die Steuerung mittels Analogstick. Teilweise zwar etwas zu feinfühlig kann man aber jede noch so starke Biegung gut meistern. Selbst wenn das Tricksystem viele Möglichkeiten bietet, ertappt man sich meist doch immer wieder
bei denselben Tastenabfolgen. Wofür die Finger verknoten, wenn man auch durch einige wenige Kombinationen massig Punkte einheimsen kann. Bevor es aber überhaupt soweit kommt, wird einiges an Zeit vergehen, woran vor allem das
äußerst dürftige Handbuch schuld ist. Es verrät so gut wie nichts über die Spielmechanik, wodurch sich besonders Neulinge, die nie zuvor einen
SSX-Titel in Händen hielten, sehr schwer tun. Doch selbst wenn man diese Hürde überwunden hat, bleibt das Spiel eine große Herausforderung – knappe Zeit- und hohe Punktelimits sei dank. Lediglich Veteranen, die
EAs Reihe schon länger kennen, werden vor keine allzu großen Probleme gestellt.
Die Bretter, die die Welt bedeuten Erstmals in der
SSX-Reihe kommen auch Schi-Fetischisten voll auf ihre Kosten. Wahlweise darf man mit
einem oder zwei Brettern den Hang hinunter sausen. Große Unterschiede gibt es dabei nicht. Die
» Rails bringen massig Punkte. |
Tricks und Bewegungen sehen zwar naturgemäß anders aus, bei der Steuerung bleibt aber alles gleich. Egal welches Fortbewegungsmittel man jedoch wählt, die
Animationen sind allesamt auf einem
sehr hohen und lebensechten Niveau. Generell hat
SSX on Tour grafisch einiges zu bieten: schöne Lichteffekte, größtenteils stabile Framerate und ein vorbildliches Geschwindigkeitsgefühl. Der Titel vermag es sehr gut, die Intensität des Sports einzufangen. Man fühlt sich allseits wie mitten auf der Piste.
Besonders in Sachen Akustik weiß
EAs Entwicklung massiv zu überzeugen. Nicht weniger als
41 lizenzierte Musikstücke, welche größtenteils aus dem Rock-Genre stammen, aber auch HipHop- und langsamere Tracks bieten, sorgen für genügend Abwechslung und einen wahren Ohrenschmaus. Die Soundeffekte sind zwar nicht ganz so aufregend, passen aber sehr gut zum Geschehen auf dem Bildschirm. Bei den lediglich
sechs zur Verfügung stehenden Strecken kommt schnell der Wunsch nach mehr auf. Diese wurden zwar weitläufig gestaltet und bieten einige Abkürzungen sowie massig Sprungmöglichkeiten und Rails, zusammen mit den im Grunde doch sehr ähnlichen Events stellt sich auf Dauer aber doch eine gewisse Monotonie ein. Ein wenig Abhilfe kann da der Multiplayermodus via WiFi schaffen, welcher Duelle mit bis zu vier Spielern ermöglicht.