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Master-Review:   » drucken    » versenden

SSX on Tour

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 19.11.2005
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Abgefahrener Snowboard-Titel, der es Einsteigern nicht gerade leicht macht.

Snowboarden hat sich längst vom Insidertipp hin zum Massenphänomen entwickelt. Diesem Trend folgend wurden zahlreiche Serien geschaffen, die den Sport auf die heimischen TV-Geräte brachten und das Verletzungs- sowie Erkältungsrisiko auf ein Minimum reduzierten. Eine davon ist die SSX-Reihe von Electronic Arts, welche mit "on Tour" bereits den vierten Teil vorweisen kann. Neben den Konsolen-Versionen darf natürlich auch eine Umsetzung für die PSP nicht fehlen, die im folgenden Master-Review näher beleuchtet wird.

Das Auge isst mit
Eines sticht bei SSX on Tour sofort ins Auge: das abgefahrene Menüdesign im Skizzen-Look. Da kann es schon mal vorkommen, dass eine Katze auf dem Snowboard über den Ladebildschirm zischt. Weitaus konventioneller und
» Aufs Dach mit dir!
vergleichsweise eintönig geht es bei der Charaktererstellung zur Sache. Es darf lediglich das Geschlecht sowie eines von zwei Outfits gewählt werden. Das wars leider schon. Im Spielverlauf schaltet man zwar weitere Kleidungen frei, diese dienen aber mehr der Anzeige veränderter Attribute denn der optischen Differenzierung. Die Figur wird durch Erhöhung von etwa Tempo und Stabilität zwar immer besser, aber nicht unbedingt individueller. Hier hat EA leider viel Potenzial verschenkt.

Etwas umfangreicher geht bei den zur Verfügung stehenden Spielmodi zur Sache. Neben den unzähligen Herausforderungen im gleichnamigen Menüpunkt wie beispielsweise der Erzielung einer bestimmten Anzahl von Punkten oder der Durchführung eines Loopings ist hier vor allem die Tour zu nennen, mit der man einen Großteil der Spielzeit verbringt. Verschiedene Events in den Kategorien Rennen, Slopestyle und Big Air warten hier darauf, mit einer Goldmedaille abgeschlossen zu werden. Hat man fünfzig dieser Auszeichnungen verdient, darf man sich in der besonders anspruchsvollen SSX Legend Tour versuchen. Im Rennen zählt einzig und alleine Schnelligkeit, bei Slopestyle und Big Air hingegen gilt es, hohe Punktezahlen zu erreichen.

Trickreiche Unterhaltung
Im Mittelpunkt von SSX stehen seit jeher die Tricks - so auch im vorliegenden Teil. Die Voraussetzung dafür ist ein Druck auf den X-Button, wodurch der Läufer zu einem Sprung ansetzt. Hat man so etwas an Höhe gewonnen, dient das Digikreuz
» Das Geschwindigkeitsgefühl ist sehr ausgeprägt.
für eine Drehung oder Rolle, die übrigen Buttons sowie die rechte Schultertaste führen verschiedene Grabs und Moves aus. Je länger ein solches Kunststück dauert, desto schneller füllt sich der Boost-Balken am rechten Bildschirmrand. Hat diese Anzeige das obere Ende erreicht, kann man unter Zuhilfenahme der linken Schultertaste zu speziellen Monstertricks ansetzen, welche den Punktestand - wie auch Kombos - in die Höhe schnellen lassen. Alternativ darf der Fahrer auch kurzzeitig beschleunigt werden.

Erstaunlich gut funktioniert die Steuerung mittels Analogstick. Teilweise zwar etwas zu feinfühlig kann man aber jede noch so starke Biegung gut meistern. Selbst wenn das Tricksystem viele Möglichkeiten bietet, ertappt man sich meist doch immer wieder bei denselben Tastenabfolgen. Wofür die Finger verknoten, wenn man auch durch einige wenige Kombinationen massig Punkte einheimsen kann. Bevor es aber überhaupt soweit kommt, wird einiges an Zeit vergehen, woran vor allem das äußerst dürftige Handbuch schuld ist. Es verrät so gut wie nichts über die Spielmechanik, wodurch sich besonders Neulinge, die nie zuvor einen SSX-Titel in Händen hielten, sehr schwer tun. Doch selbst wenn man diese Hürde überwunden hat, bleibt das Spiel eine große Herausforderung – knappe Zeit- und hohe Punktelimits sei dank. Lediglich Veteranen, die EAs Reihe schon länger kennen, werden vor keine allzu großen Probleme gestellt.

Die Bretter, die die Welt bedeuten
Erstmals in der SSX-Reihe kommen auch Schi-Fetischisten voll auf ihre Kosten. Wahlweise darf man mit einem oder zwei Brettern den Hang hinunter sausen. Große Unterschiede gibt es dabei nicht. Die
» Rails bringen massig Punkte.
Tricks und Bewegungen sehen zwar naturgemäß anders aus, bei der Steuerung bleibt aber alles gleich. Egal welches Fortbewegungsmittel man jedoch wählt, die Animationen sind allesamt auf einem sehr hohen und lebensechten Niveau. Generell hat SSX on Tour grafisch einiges zu bieten: schöne Lichteffekte, größtenteils stabile Framerate und ein vorbildliches Geschwindigkeitsgefühl. Der Titel vermag es sehr gut, die Intensität des Sports einzufangen. Man fühlt sich allseits wie mitten auf der Piste.

Besonders in Sachen Akustik weiß EAs Entwicklung massiv zu überzeugen. Nicht weniger als 41 lizenzierte Musikstücke, welche größtenteils aus dem Rock-Genre stammen, aber auch HipHop- und langsamere Tracks bieten, sorgen für genügend Abwechslung und einen wahren Ohrenschmaus. Die Soundeffekte sind zwar nicht ganz so aufregend, passen aber sehr gut zum Geschehen auf dem Bildschirm. Bei den lediglich sechs zur Verfügung stehenden Strecken kommt schnell der Wunsch nach mehr auf. Diese wurden zwar weitläufig gestaltet und bieten einige Abkürzungen sowie massig Sprungmöglichkeiten und Rails, zusammen mit den im Grunde doch sehr ähnlichen Events stellt sich auf Dauer aber doch eine gewisse Monotonie ein. Ein wenig Abhilfe kann da der Multiplayermodus via WiFi schaffen, welcher Duelle mit bis zu vier Spielern ermöglicht.
Pro
Sehr gutes Geschwindigkeitsgefühl
Toller, abwechslungs-reicher Soundtrack
Schöne, weitläufige Strecken
"Mittendrin"-Feeling
Vielfältige Trick-möglichkeiten
Contra
Dürftiges Handbuch
Sehr schwer, besonders für SSX-Neulinge
Auf Dauer eintönig
Nur minimale Charakteranpassungen möglich
Fazit
Man muss Electronic Arts auf jeden Fall dafür loben, dass sie ihre Spiele auf möglichst vielen Plattformen veröffentlichen und meist auch speziell anpassen. Leider geht der Drang zur Veränderung bei den Handheld-Versionen aber oft ein wenig zu weit. So auch im Fall von SSX on Tour, dem durch einige Einschnitte der eine oder andere Dämpfer in Sachen Spielspaß versetzt wird. Speziell die auf ein Minimum reduzierte Charakterentwicklung sowie die strenge Linearität bei der Auswahl der Events stoßen sauer auf. Die PSP mag zwar in punkto Leistung limitiert sein, solche Einschränkungen sind aber nur schwer nachvollziehbar. Das größte Manko stellt ohne Frage das äußerst dürftige Handbuch dar, das einen längere Zeit im Dunkeln tappen lässt und für eine relativ lange Eingewöhnungszeit sorgt. Abgesehen davon ist es den Entwicklern jedoch gelungen, den Wintersport und besonders das Feeling, das man damit verbindet, sehr gut auf Sonys Kleiner einzufangen. Man rauscht mit mordsmäßigem Karacho den Hang hinunter, lässt einen um den anderen Trick vom Stapel und erfreut sich dabei an zahlreichen lizenzierten Musikstücken sowie sehr schöner Optik. Besser kann man den Sport auf einem Handheld nicht einfangen, das Drumherum leidet jedoch mehr oder weniger. SSX-Veteranen können nahezu blind zugreifen, Anfänger sollten aber einen tiefergehenden Blick riskieren, ob der gebotene Spielspaß für den ohne Zweifel auftretenden Frust entschädigt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
   Trendsport
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports Big
Website
www.electronic-...
Release
28. Oktober 2005
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User-Bewertung
79
1 Bewertung
0 Reviews
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