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Master-Review:   » drucken    » versenden

Need for Speed Most Wanted

» Autor: Klaus Fleerkötter
» Datum: 06.02.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Der mittlerweile neunte Ableger der Serie vereint alle Tugenden der Vorgänger.

Mit Need for Speed Most Wanted erwartet den Spieler nicht nur das vierte Need for Speed für die aktuelle Heimkonsolengeneration sondern auch die Frage: Was kann denn Electronic Arts überhaupt noch neues bieten? Tuning? Check. Nobelschlitten? Check. Verfolgungsjagden mit der Polizei? Check. Gerade die wild umworbenen Elemente des frischesten Abkömmlings waren in der einen oder anderen Art schon in früheren Teilen zentraler Spielbestandteil. Warum der Titel – getreu dem Motto: Evolution statt Revolution – dennoch gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

Streetracing in Rockport City
Dumm gelaufen: Bei einem Rennen gegen Razor, den Anführer der lokalen Blacklist in Rockport City, wurde an eurem BMW M3 GTR herumgepfuscht. Die Folgen treffen euch
» Ein Traum in Gelbtönen.
ins Mark: Das Auto bleibt mit Motorschaden liegen, die Papiere wandern umgehend an euren Gegner und auch die Polizei hat euch am Kieker. Nach einer kurzen Haftstrafe steht ihr nun völlig mittellos auf der Straße. Als Ausweg aus der Misere gilt es nun, sich in unzähligen Rennevents an die Spitze der Blacklist vorzuarbeiten und es dem linken Razor heimzuzahlen. Rache ist süß – und am besten wird sie kalt serviert.

Mit dem mickrigen Startbudget kauft ihr euch verständlicherweise zuerst einmal einen neuen fahrbaren Untersatz. Stehen zu Beginn nur Mittelklasse-Modelle wie Lexus IS300 oder VW Golf GTI zur Verfügung, so schaltet ihr im weiteren Spielverlauf auch Supersportwagen wie Porsche 911 turbo oder Lamborghini Murciélago frei. Entsprechendes Kapital vorausgesetzt dürfen diese freilich wieder optisch aufgemotzt werden: Von kompletten Bodykits, Felgen sowie Spoilern bis hin zu Lack, Scheibenfolien und individuellen Instrumenten ist alles vertreten, was das Tuningherz höher schlagen lässt. Im direkten Vergleich zum Monster-Tuning in Need for Speed Underground 2 wurde aber ein Gang zurückgeschaltet – sehr zur Freude von Spielern, die ihren Wagen in einem dezenteren Look vorziehen. Auch das Leistungstuning ist natürlich wieder mit von der Partie. Dieses bietet die klassischen Upgrades für Motor, Reifen und Co. und reißt besonders im späteren Spielverlauf tiefe Löcher in euer Haushaltsbudget.

600hp @ 5000rpm
Um in der Blacklist aufzusteigen und schlussendlich zum finalen Schlag gegen Razor auszuholen, müsst ihr euch zuerst einmal um seine 14 Lakaien kümmern, welche die Plätze zwei bis vierzehn
» Illegale Rennen? Nicht mit den Herren in Blau.
besetzen und nur darauf warten, euch von der Bahn zu drängeln. Bevor es zur klassischen One-on-One-Auseinandersetzung auf den Straßen Rockports kommt, wollen sie jedoch erst einmal von euren fahrerischen Qualitäten überzeugt werden. Pro Listenplatz gilt es somit, (1) aus einer Anzahl Rennen als Sieger hervorzugehen, (2) bestimmte Meilensteine zu absolvieren sowie (3) ein bestimmtes Kopfgeld beim RPD (Rockport Police Department) zu erreichen. Ersteres ist eigentlich selbsterklärend: in den unterschiedlichen Rennevents Rundkurs, Drag, Runden-K.O., Radarfalle, Sprint sowie Mautstelle als Erster das Ziel sehen und neben finanziellen Belohnungen auch einen Schritt hin zur nächsten Herausforderung auf der Blacklist tätigen.

Die Meilensteine hingegen beeinflussen nur eines: das auf euch ausgesetzte Kopfgeld. Bretzelt ihr zu schnell an Radarfallen vorbei, steigt nicht nur der Respekt des nächsten Listengegners sondern auch das Interesse der Polizei – neben der Uhr und anderen Tunern der dritte Kontrahent in Need for Speed Most Wanted. So solltet ihr immer einen Blick auf die Fahndungsstufe auf dem HUD werden. Stellen euch die Stufen eins und zwei noch vor keine größeren Probleme, so gilt es ab Stufe drei wachsam zu sein. Neben rammenden Polizei-SUVs und Straßensperren erwarten den notorischen Raser auch Hubschrauber und Nagelbretter. Besonders letztere wollen tunlichst gemieden werden, da ihr sonst mir nichts dir nichts Strafrunden im Gefängnishof dreht. Wohl dem, der sich aus der Misere rauskaufen kann, alle anderen geben den Wagen ab.

Most Wanted einmal sprichwörtlich
Aber keine Sorge: Wer viele Rennen fährt, kennt sich aus in Rockport. Um die blau-weiße Meute abzuhängen bedient sich der Raser von Welt so genannter Stopper. Das sind Baugerüste,
» Posing für die Kamera.
Wassertanks oder Tankstellen, welche ihr zum gezielten Abschütteln und Zerstören von Polizeiwagen verwendet. Danach gilt es nur noch, schnellstmöglich ein Versteck zu finden und den Abpfiff der Suchaktion auszusitzen. Gott sei Dank bekommt euer neues Hi-Fi-Radio den Polizeikanal rein – so seid ihr über den derzeitigen Stand der Dinge immer bestens informiert!

Auch der Speedbraker hat Einzug ins Need for Speed-Universum Einzug gehalen. Mit der entsprechenden Taste schaltet ihr in ein zeitlupenähnliches Geschehen und könnt so ganz gezielt Straßensperren und Nagelbretter umfahren. Reicht auch das nicht mehr aus, dem geballten Auftreten der Exekutive entgegen zu treten, sprüht ihr kurzerhand euren Wagen in einer anderen Farbe um oder wechselt kurzerhand das Gefährt. Mit anderen Worten: Need for Speed Most Wanted ist die moderne Abart des Katz- und Mausspiels. Ganz besonders auf höheren Stufen mit Hubschrauberunterstützung habt ihr teilweise richtig zu kämpfen, wenn ihr heil zuhause ankommen wollt. Verfolgungsjagden von 20 und mehr Minuten sind definitiv keine Seltenheit!

Stufe für Stufe für…
Die finale Auseinandersetzung mit den jeweiligen Blacklistfahrern ist allerdings ebenso wenig Zuckerschlecken wie die nervenaufreibenden Verfolgungsjagden mit der Polizei. In zwei bzw. drei Einzelrennen
» Mit Straßensperren sollt ihr gestoppt werden.
sollt ihr dem Widersacher zeigen, wer hier eigentlich die Hosen anhat – zur Belohnung erwarten euch unter anderem nicht käuflich erwerbbare Tuningteile und Entlassungs"gutscheine" der Polizei – wenn ihr Glück habt, dürft ihr auch im Wagen des eben Geschlagenen Platz nehmen.

Gameplaytechnisch gibt sich Need for Speed Most Wanted serienkonform: Spaß und Action vor Realitätsnähe. Wer einen der unzähligen Vorgänger gespielt hat, weiß also auch, was ihn im vorliegenden Ableger erwartet.

Zwar ist Need for Speed: Most Wanted vor allem aufgrund der realistischen und authentischen Grafik ein Zugpferd für Microsofts Xbox 360, jedoch macht das Rennspiel auch ohne HDTV-Auflösung Spaß. Im direkten Kopf-an-Kopf-Vergleich belegt die PS2-Fassung eindeutig den hinteren Platz, fährt aber relativ zur Hardwareleistung der Current-Generation-Konsole noch im guten Mittelfeld mit. Vor allem die Kunsteffekte wie Verzerrfilter bei hohen Geschwindigkeiten oder ausgeprägte Sonnenblendungen und Lens-Flares sorgen für eine gute Qualitätsbasis. Leider bleibt auf diesem Wege wenig Rechenleistung für die Kantenglättung, es bleibt ein unscharfes Gesamtbild mit intensiven Kantenfilmmern. Ebenfalls läuft das Geschehen aufgrund der niedrigen Framerate insgesamt langsam, weswegen sich im Vergleich zur neuen als auch zur alten Xbox ein weniger intensives Geschwindigkeitsgefühl einstellt. Sehr positiv fallen hingegen die Zwischensequenzen des Story-Modus auf, die mit einer Kombination aus realen Schauspielern und prachtvoll gerenderten Hintergründen ihre Wirkung voll entfalten.
Pro
"Best of" der NfS-Reihe
Umfangreiches Tuning
Optisch oberer Durchschnitt
Lange Spieldauer
Contra
Auffälliges Kantenflimmern
Niedrige Framerate
Verfolgungsjagden teilweise ausufernd
Fazit
Need for Speed Most Wanted darf getrost als "Best of" der Serie bezeichnet werden: Das gelungene Tuningfeature aus Need for Speed Underground 2 ist ebenso vertreten wie die Verfolgungsjagden aus Need for Speed Hot Pursuit 2 und die Nobelkarossen aus Need for Speed: Brennender Asphalt. Gameplaytechnisch gibt es freilich nicht viel Neues zu vermelden: Wer einen Ableger kennt, kennt im Prinzip alle. Nichtsdestotrotz ist ein Kauf aus vielen Gründen äußerst lohnenswert. Ganz besonders sticht einmal mehr das Baukastensystem im Tuningmenü hervor: Sich aus einem schicken 100.000€-Gefährt sein "individuelles" Traumauto zu basteln gefällt auch noch beim x-ten Mal. Hoch anzurechnen ist den Entwicklern auch die Entscheidung, zugunsten der Spielbarkeit auf einige Tuningaccessoires zu verzichten. Das "optische Übertunen" der beiden direkten Vorgänger gehört somit der Vergangenheit an. Auch das Polizeifeature entwickelt sich im Lauf der (Spiel-)Zeit: Eine einstündige Verfolgung heil zu überstehen um danach den fetten Bonus auf dem Strafkonto zu betrachten erfüllt das Herz eines jeden Untergrund-Rasers. Nicht unerwähnt darf jedoch bleiben, dass gerade dieses Spielelement auf höheren Stufen zum Martyrium werden kann. Nicht selten landet der Spieler in den Armen der Polizei und das Gamepad in der Zimmerecke. Frustgestählte Fans der Vorgänger greifen aber auf jeden Fall zu!
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Website
www.electronic-...
Release
25. November 2005
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