Hat man fünf Freunde zu einer Konsolenparty eingeladen, macht sogar Everybody's Golf richtig Spaß.Nachdem die letzte PAL-Auflage von
Everybody's Golf für die PSone schon ein Weilchen zurück liegt, veröffentlicht
Sony kurz nach der
PSP-Version auch für die PS2 das für Jedermann zugängliche Golfspiel. Wie sich eine der ersten Portierungen von Handheld zu Wohnzimmerkonsole auf dem gepflegten Grün schlägt, klärt unser Master-Review.
Golf wie es sich Japaner vorstellen Golf gehört zum Urgestein der Videospiele. Bereits zu Beginn der Pixelära erfreute sich diese Art der Sportsimulation höchster Beliebtheit. Im Gegensatz zu den realitätslastigen Vertretern wie
PGA Tour oder dem frechen
Outlaw Golf schlägt
Everybody's Golf eine recht eigenwillige Richtung ein. Die Optik erinnert stark an einen
bunten Anime-Film und auch ansonsten nimmt sich das Spiel bei der Präsentation nicht sonderlich ernst. Leider bedeutet dies auch eine
wenig berauschende Optik, teils heftiges Kantenflimmern und spartanische musikalische Untermalung.
Die Entwickler konzentrierten sich darauf, ein
leicht zugängliches Spiel mit simpler Steuerung zu entwickeln.
Everybody's Golf versucht Gamer von drei bis 99 Jahren anzusprechen und das Konzept geht auch auf. Dass dabei Anspruch auf der Strecke bleiben muss, liegt jedoch auf der Hand: Trotz überraschenderweise nicht zu kurz gekommener Simulationsaspekte (Ballphysik, Wind, etc…) ist die Herausforderung durch das eigentliche Golfspielen eher unbefriedigend ausgefallen.
Birdie, Par oder Bogey Neben den Modi für Solo- und Multiplayer-Partien (bis zu vier Spieler gleichzeitig, per Turnier sogar max. 50 Spieler) darf sich der virtuelle Golfer auch über
recht spaßige Minigolf-Kurse freuen. Je nachdem, wie viele Punkte man pro Partie sammelt,
» Nichts wie raus aus dem Bunker. |
können Extras wie z.B. insgesamt 34 Charaktere frei geschaltet werden. Leider trägt dies nur recht bedingt zu einer hohen Langzeitmotivation bei. Auffällig sind leider vor allem die Dinge, die dem Spiel fehlen: Zwischensequenzen oder gar eine Story sucht man vergebens - man spielt eben Gaudi-Golf und sonst nichts. Anhand des
ausführlichen Tutorials zu Beginn des Spiels erlernt man die wesentlichen Gameplay-Elemente sehr rasch.
Everybody's Golf erfindet das Rad sicherlich nicht neu und setzt auf bewährte Praxis. Im Wesentlichen müssen nur das Eisen, die Spielrichtung und Schlagstärke (per Balken und Knopfdruck) ausgewählt werden. Geübte Spieler kalkulieren auch nach und nach verstärkt den Wind bei ihren Abschläge hinein und auch der Drall des Balls ist gut beeinflussbar. Veränderbare
Kamerawinkel bzw. entsprechend einstellbarer Zoom sorgen für brauchbare Übersicht. Hat man erst einmal das Grün erreicht und darf putten, wird ein
hilfreiches Gitternetz eingeblendet, das Unebenheiten vor dem Loch visualisiert.
Kunterbunter Knuddelalarm am Golfplatz Die durchaus witzig gestalteten,
zahlreichen Charaktere, welche nach und nach freigpielbar sind, präsentieren sich typisch japanisch. Etwas unförmige Proportionen und die nicht zu leugnenden Anime-Wurzeln
verleihen
Everybody's Golf eine
Bonbon-Optik. Die Umgebung des Golfkurses sieht durchaus passabel aus, nur hie und da stören pixelige Objekte das Gesamtbild. Leider enttäuschen auch die
unscharfen Texturen auf ganzer Linie - teilweise hat man das Gefühl, ein PSone-Spiel zu zocken. Auch die Abwechslung kommt etwas zu kurz, manche Golfkurse unterscheiden sich kaum - nur die Minigolfkurse sind wirklich abwechslungsreich ausgefallen.
Die Animationen der Charaktere lassen ebenfalls heftig zu wünschen übrig und nerven eigentlich die ganze Zeit über - hier zeigt
Nintendo mit
Mario Golf, wie man es besser macht. Schlimmer wird es noch, wenn man sich die Klangwelt des Golfspiels zu Ohren führt:
Langweilige generische Musiktracks, unspektakuläre Geräuschkulisse und praktisch nicht vorhandene Sprachausgabe lassen selbst Hartgesottene nach 20 Minuten die Musik/Sound-Untermalung aufgrund von Nervenzusammenbrüchen abschalten.