Augenverwöhnende Ballerorgie mit leider viel zu kurzem Abenteuermodus.Deutsche Entwickler gibt es, im Vergleich zur internationalen Konkurrenz, leider nicht viele. Einer, der immer wieder mit Qualität überzeugen konnte, nennt sich
Shinen und begeisterte unter anderem mit der
Iridion-Reihe auf dem GBA. Nun schicken sie mit
Nanostray einen weiteren Shoot’ em Up-Vertreter ins Rennen – diesmal aber für den Nintendo DS. Was das Doppelbildschirm-Debüt aus deutschen Landen zu bieten hat, lest ihr in unserem Master-Review.
Von Planet zu Planet Eine echte Story ist in
Nanostray nicht vorhanden. Prinzipiell geht es um einen Piloten, der nach einer Explosion sein Gedächtnis verloren hat und sich in einem fremden Sektor des großen, weiten Universums wiederfindet.
» Riesige Explosionen sind in Nanostray an der Tagesordnung. |
So bringt einen der sogenannte
Abenteuer-Modus, welcher in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden vorliegt, in
acht verschiedene Gebiete, welche wiederum in Levels unterteilt sind. Diese kann man in einer beliebigen Reihenfolge spielen.
Das Ziel in jedem Level ist das Besiegen des jeweiligen Endbosses – wenn man es überhaupt so weit schafft. Vorher gilt es, sich durch Massen von gegnerischen Flugzeugen und ähnlicher futuristischer Kriegsmaschinerie zu kämpfen. Dazu benutzt ihr diverse Laserwaffen, welche via Touchscreen auswählbar sind – die eigentliche Action spielt sich auf dem oberen Bildschirm ab. Eingeteilt sind die Waffen dabei unter anderem in nach vorne gerichtete Laser sowie seitlich schießende Varianten und Suchgeschoße. Jede besitzt zudem eine
Sekundärfunktion, welche allerdings nur begrenzt einsetzbar ist. Dabei spielt wiederum der Touchscreen eine Rolle - er stellt eine Energieleiste dar, welche verdeutlicht, wie lang man die Sekundärfunktion der momentan ausgewählten Waffe noch nutzen kann. Aufladbar ist diese Leiste durch Objekte, welche von zerstörten Gegnern hinterlassen werden.
Seek and destroy! Des Weiteren sind Lebensanzeige und Radar auf dem Touchscreen ersichtlich. Dies hat den großen Vorteil, dass der obere Screen frei von jeglichen Anzeigen ist und man sich somit voll auf die Action konzentrieren kann. Die wird
in vollem 3D » Jede Waffe bietet eine zweite Funktion. |
aus einer Draufsicht dargestellt, was auch in einem sehr gelungenem Tiefeneffekt resultiert. Das Flugzeug kann per Steuerkreuz in alle Richtungen des Bildschirms gesteuert werden – insofern wichtig, da ihr nicht nur Gegnern, sondern auch Objekten wie beispielsweise Gebäuden ausweichen müsst. Zudem ist das Design der einzelnen Levels so angelegt, dass nicht nur geradeaus geflogen wird, sondern der Weg auch manchmal nach links oder rechts abzweigt.
Hat man sich erfolgreich durch einen Level geschlagen, steht natürlich der Bosskampf an. Während des Fights kann man mit einem Druck auf das Radar des Touchscreens einen Scan über den Widersacher laufen lassen, um seine Schwachstelle zu entdecken.
Kurzes Vergnügen? Die verschiedenen Endgegner sind hierbei wirklich interessant designt und bieten die nötige Herausforderung, ohne jemals unfair zu sein. Teilweise füllen sie sogar fast den ganzen Bildschirm aus, so dass wenig Platz zum Agieren zur Verfügung
» Die verschiedenen Gebiete bieten einiges an Abwechslung. |
steht und auch mal die seitlich schießenden Waffen zum Einsatz kommen müssen. Der große Negativpunkt des Abenteuer-Modus: Ein geübter Spieler hat ihn auf Normal in locker
zwei Stunden durch! Auch wenn es auf den schwierigeren Graden bereits anders aussieht, wünscht man sich doch eine Handvoll Levels mehr. Allerdings ist
Nanostray ein Spiel, welches nicht so sehr auf das Durchspielen fokussiert ist, sondern auf das Erreichen möglichst hoher Punktzahlen.
Dazu gibt es den Arcade-Modus, in dem alle Levels noch mal in
22 Varianten zur Verfügung stehen. Hier gilt es jeweils bestimmte Prüfungen zu bestehen und möglichst viele Punkte zu machen. Dabei gibt es mehr Punkte, je weniger Dauerfeuer man benutzt, so dass hier der Schwierigkeitsgrad um einiges ansteigt. Während das Abenteuer recht kurz ist, können begeisterte Punktejäger mit dem Arcade-Modus Stunde um Stunde verbringen, so dass der Umfang des Gesamtwerkes vollkommen in Ordnung geht.
Ich will einen Co-Piloten! In die Lebensdauer des Titels fügt sich zudem der
Mehrspieler-Modus ein, wobei man hier gleich positiv bemerken kann, dass lediglich ein Modul für Zwei-Spieler-Action benötigt wird. Vier Levels aus dem Hauptspiel sind zusammen spielbar
» Die Gegner wissen sich zu wehren. |
- zwar sieht man sich dabei auf dem Screen, kämpft aber dennoch für sich selbst. Vier verschiedene Modi stehen zur Verfügung, in denen es darum geht, innerhalb eines Zeitlimits so viele Gegner wie nur möglich zu eliminieren oder Münzen einzusammeln. Auch reine Scorevarianten, die als Ziel einen bestimmten Punktestand für den Sieger erfordern, sind verfügbar.
In technischer Hinsicht weiß
Nanostray zu begeistern: Das Gesamtbild aus Grafik und Sound beweist, dass auch der Nintendo DS einiges auf dem Kasten hat. Gerade das butterweiche Scrolling und dabei gebotene
Grafikfeuerwerk ist sehr beeindruckend. Satte Farben kombiniert mit vielen, psychedelischen Lichteffekten verwöhnen das Auge. Dabei kommt das Spiel auch beim Darstellen vieler Gegner auf einmal nie ins Stocken. Die Screenshots suggerieren leider den Eindruck, dass der Titel teilweise recht pixelig aussieht – in Bewegung ist dies absolut nicht der Fall.
Nanostray bietet die momentan
beste 3D-Grafik auf Nintendos Handheld. Doch auch der Sound überzeugt: sehr stimmige, futuristisch angehauchte Soundeffekte untermalen das Gameplay hervorragend und die Hintergrundmelodien sind nie störend oder nervig. Saubere Arbeit,
Shinen!