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Master-Review:   » drucken    » versenden

Nanostray

» Autor: Sacha Galgon
» Datum: 11.04.2006
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Augenverwöhnende Ballerorgie mit leider viel zu kurzem Abenteuermodus.

Deutsche Entwickler gibt es, im Vergleich zur internationalen Konkurrenz, leider nicht viele. Einer, der immer wieder mit Qualität überzeugen konnte, nennt sich Shinen und begeisterte unter anderem mit der Iridion-Reihe auf dem GBA. Nun schicken sie mit Nanostray einen weiteren Shoot’ em Up-Vertreter ins Rennen – diesmal aber für den Nintendo DS. Was das Doppelbildschirm-Debüt aus deutschen Landen zu bieten hat, lest ihr in unserem Master-Review.

Von Planet zu Planet
Eine echte Story ist in Nanostray nicht vorhanden. Prinzipiell geht es um einen Piloten, der nach einer Explosion sein Gedächtnis verloren hat und sich in einem fremden Sektor des großen, weiten Universums wiederfindet.
» Riesige Explosionen sind in Nanostray an der Tagesordnung.
So bringt einen der sogenannte Abenteuer-Modus, welcher in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden vorliegt, in acht verschiedene Gebiete, welche wiederum in Levels unterteilt sind. Diese kann man in einer beliebigen Reihenfolge spielen.

Das Ziel in jedem Level ist das Besiegen des jeweiligen Endbosses – wenn man es überhaupt so weit schafft. Vorher gilt es, sich durch Massen von gegnerischen Flugzeugen und ähnlicher futuristischer Kriegsmaschinerie zu kämpfen. Dazu benutzt ihr diverse Laserwaffen, welche via Touchscreen auswählbar sind – die eigentliche Action spielt sich auf dem oberen Bildschirm ab. Eingeteilt sind die Waffen dabei unter anderem in nach vorne gerichtete Laser sowie seitlich schießende Varianten und Suchgeschoße. Jede besitzt zudem eine Sekundärfunktion, welche allerdings nur begrenzt einsetzbar ist. Dabei spielt wiederum der Touchscreen eine Rolle - er stellt eine Energieleiste dar, welche verdeutlicht, wie lang man die Sekundärfunktion der momentan ausgewählten Waffe noch nutzen kann. Aufladbar ist diese Leiste durch Objekte, welche von zerstörten Gegnern hinterlassen werden.

Seek and destroy!
Des Weiteren sind Lebensanzeige und Radar auf dem Touchscreen ersichtlich. Dies hat den großen Vorteil, dass der obere Screen frei von jeglichen Anzeigen ist und man sich somit voll auf die Action konzentrieren kann. Die wird in vollem 3D
» Jede Waffe bietet eine zweite Funktion.
aus einer Draufsicht dargestellt, was auch in einem sehr gelungenem Tiefeneffekt resultiert. Das Flugzeug kann per Steuerkreuz in alle Richtungen des Bildschirms gesteuert werden – insofern wichtig, da ihr nicht nur Gegnern, sondern auch Objekten wie beispielsweise Gebäuden ausweichen müsst. Zudem ist das Design der einzelnen Levels so angelegt, dass nicht nur geradeaus geflogen wird, sondern der Weg auch manchmal nach links oder rechts abzweigt.

Hat man sich erfolgreich durch einen Level geschlagen, steht natürlich der Bosskampf an. Während des Fights kann man mit einem Druck auf das Radar des Touchscreens einen Scan über den Widersacher laufen lassen, um seine Schwachstelle zu entdecken.

Kurzes Vergnügen?
Die verschiedenen Endgegner sind hierbei wirklich interessant designt und bieten die nötige Herausforderung, ohne jemals unfair zu sein. Teilweise füllen sie sogar fast den ganzen Bildschirm aus, so dass wenig Platz zum Agieren zur Verfügung
» Die verschiedenen Gebiete bieten einiges an Abwechslung.
steht und auch mal die seitlich schießenden Waffen zum Einsatz kommen müssen. Der große Negativpunkt des Abenteuer-Modus: Ein geübter Spieler hat ihn auf Normal in locker zwei Stunden durch! Auch wenn es auf den schwierigeren Graden bereits anders aussieht, wünscht man sich doch eine Handvoll Levels mehr. Allerdings ist Nanostray ein Spiel, welches nicht so sehr auf das Durchspielen fokussiert ist, sondern auf das Erreichen möglichst hoher Punktzahlen.

Dazu gibt es den Arcade-Modus, in dem alle Levels noch mal in 22 Varianten zur Verfügung stehen. Hier gilt es jeweils bestimmte Prüfungen zu bestehen und möglichst viele Punkte zu machen. Dabei gibt es mehr Punkte, je weniger Dauerfeuer man benutzt, so dass hier der Schwierigkeitsgrad um einiges ansteigt. Während das Abenteuer recht kurz ist, können begeisterte Punktejäger mit dem Arcade-Modus Stunde um Stunde verbringen, so dass der Umfang des Gesamtwerkes vollkommen in Ordnung geht.

Ich will einen Co-Piloten!
In die Lebensdauer des Titels fügt sich zudem der Mehrspieler-Modus ein, wobei man hier gleich positiv bemerken kann, dass lediglich ein Modul für Zwei-Spieler-Action benötigt wird. Vier Levels aus dem Hauptspiel sind zusammen spielbar
» Die Gegner wissen sich zu wehren.
- zwar sieht man sich dabei auf dem Screen, kämpft aber dennoch für sich selbst. Vier verschiedene Modi stehen zur Verfügung, in denen es darum geht, innerhalb eines Zeitlimits so viele Gegner wie nur möglich zu eliminieren oder Münzen einzusammeln. Auch reine Scorevarianten, die als Ziel einen bestimmten Punktestand für den Sieger erfordern, sind verfügbar.

In technischer Hinsicht weiß Nanostray zu begeistern: Das Gesamtbild aus Grafik und Sound beweist, dass auch der Nintendo DS einiges auf dem Kasten hat. Gerade das butterweiche Scrolling und dabei gebotene Grafikfeuerwerk ist sehr beeindruckend. Satte Farben kombiniert mit vielen, psychedelischen Lichteffekten verwöhnen das Auge. Dabei kommt das Spiel auch beim Darstellen vieler Gegner auf einmal nie ins Stocken. Die Screenshots suggerieren leider den Eindruck, dass der Titel teilweise recht pixelig aussieht – in Bewegung ist dies absolut nicht der Fall. Nanostray bietet die momentan beste 3D-Grafik auf Nintendos Handheld. Doch auch der Sound überzeugt: sehr stimmige, futuristisch angehauchte Soundeffekte untermalen das Gameplay hervorragend und die Hintergrundmelodien sind nie störend oder nervig. Saubere Arbeit, Shinen!
Pro
Geniale 3D-Grafik
Gutes, intuitives Gameplay
Auswählbare Schwierigkeitsgrade
Multiplayer mit nur einem Modul
Abwechslungsreiche Endgegner
Contra
Abenteuermodus zu kurz
Fazit
In der Shoot’ em Up-Gemeinde gibt es normalerweise zwei Kategorien von Spielern. Da wäre erst mal die Gruppe, der ein Shooter nicht schwer genug sein kann und die Herausforderung darin suchen, möglichst ohne ein Leben zu verlieren das Ende des Titels zu erblicken. Dann gibt es die zweite Kategorie Zocker, die ihre helle Freude am Erreichen von nahezu perfekten Highscores haben. Letztere findet in Nanostray die Handheld-Offenbarung: Der Arcade-Modus, welcher auf Punktejagd ausgelegt ist, kann für Stunden an den DS fesseln. Gepaart mit einer absolut atemberaubenden Technik und dem Fakt, dass dank auswählbarer Schwierigkeitsgrade auch Genreneulinge eine faire Chance haben, machen Nanostray zu einem Pflichtkauf für eben diese Spieler. Der erstgenannten Kategorie von Shoot’ em Up-Fans wird Nanostray vielleicht nicht so gut gefallen – dafür ist der Abenteuermodus zu schnell beendet. Trotzdem sollten sie einen Blick riskieren, denn die gute Spielbarkeit lässt den Titel öfters im Modulschacht landen, auch wenn man längst schon alles gesehen hat. Ganz klar ist Nanostray, nicht nur aus Mangel an Konkurrenz, die momentane Flugshooter-Referenz auf dem Nintendo DS. Shinen hat die Messlatte ziemlich hoch gelegt und man darf gespannt sein, was in dieser Hinsicht noch alles auf DS-Besitzer zukommt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
THQ
Entwickler
Shin'en
Website
www.nanostray.c...
Release
10. Februar 2006
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User-Bewertung
85
3 Bewertungen
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