Sehr gut gelungene Fortsetzung für Hardcore-Gamer, die auf alten Tugenden aufbaut.Einer der Überraschungshits des letzten Jahres war die Action-Strategie-Mischung
Kingdom Under Fire: The Crusaders, in der riesige Armeen aus Orks, Elfen, Untoten und Menschen nicht nur vom Spieler niedergemäht, sondern auch befehligt werden wollten. Nun steht die Fortsetzung in Form eines Prequels namens
Kingdom Under Fire: Heroes in den Läden und wartet auf Kundschaft. Ob der Titel mit seinem genialen Vorgänger mithalten kann, ist wie immer durch das entsprechende
Master-Review in Erfahrung zu bringen.
Von Orks, Trollen und DunkelelfenWie im Original geht es in
Kingdom Under Fire: Heroes vor allem um eines: spektakuläre Schlachten mit hunderten von Einheiten in einem gut ausgearbeiteten
,
klassischen Fantasyuniversum. Abermals liegen verschiedenste Völker im Clinch miteinander und versuchen sich gegenseitig Ländereien und Besitztümer abzujagen. In insgesamt
sieben Kampagnen darf der Spieler die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen erleben und sich sowohl mit den guten Kräften des Lichts als auch den dunklen Legionen in die epischen Schlachten stürzen. In jedem Feldzug übernimmt der Spieler die Rolle eines anderen Helden mit individuellen Kampffertigkeiten, was vor allem im Mann-gegen-Mann-Fight für Abwechslung sorgt. Damit die Qual der Wahl nicht all zu schwer ausfällt, müssen einige der Kampagnen zunächst durch das Lösen anderer freigespielt werden. Aufgrund des insgesamt
sehr hohen Schwierigkeitsgrades des Titels sollte ohnehin jeder Freizeitheld mit dem einfachsten Feldzug beginnen und nach und nach die schwereren Kampagnen in Angriff nehmen.
Heavy MetalAuf dem Schlachtfeld selbst hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger nichts verändert. Bis auf die neuen Helden - welche übrigens als Offiziere aus
Kingdom Under Fire: The Crusaders bekannt sind
-, ein paar neue Einheitentypen und natürlich komplett neue Missionen, ist
alles beim Alten geblieben. Nach wie vor gibt man mehreren Trupps mit Hilfe einer übersichtlichen
Minimap Marsch- und Angriffsbefehle, wirkt Zaubersprüche oder erkundet mit Spähern die Umgebung, um die sehr
abwechslungsreich gestalteten Hauptmissionen zu erfüllen. Mal wollen Burgen erobert werden, während andere Aufträge das Finden von versprengten Soldaten oder Zerstören eines Staudammes durch Pioniere fordern. Dank einer
durchdachten Bedienung geht das Befehligen der eigenen Leute nach kurzer Eingewöhnungszeit einfach und effektiv von der Hand. Treffen verfeindete Trupps aufeinander, kommt es zum Scharmützel. Ist der Protagonist, welcher stets einen der an der Schlacht teilnehmenden Einheitenverbände führt, selbst in solch eine Auseinandersetzung verwickelt, darf der Spieler aktiv am Geschehen teilnehmen und
mittels Buttonkombinationen ordentlich austeilen. Hierbei stehen dem Helden bis zu zwei vor der Schlacht deklarierte Leibwächter mit Magie- und Waffenfertigkeiten hilfreich zur Seite.
Taktische FinessenDer Ausgang eines Nahkampfes liegt nicht alleine am kämpferischen Geschick des Spielers, sondern vor allem an der Aufstellung der zur Verfügung stehenden Truppen sowie dem geschickten Einsatz von
» Die Guten schlagen zurück! |
Magie- und Spezialfertigkeiten. Geschlossene Formationen, die Sonne im Rücken und Wälder schützen beispielsweise vor dem Pfeilhagel feindlicher Fernkämpfer, während Heil- und Unterstützungszauber zahlenmäßige Unterlegenheit ausgleichen. Die
taktischen Möglichkeiten sind enorm und lassen dank vieler Truppentypen inklusive
Nahkampf-, Fernkampf-, Unterstützungs- und Lufteinheiten verschiedenster Art reichlich Spielraum für individuelle Vorgehensweisen. Zwischen den meisten Einsätzen ist es möglich, die
eigene Armee seinen Wünschen anzupassen.
Die Verteilung von gesammelten
Erfahrungspunkten sorgt für verbesserte Fertigkeits- und Kampf-Skills, während mit Hilfe von Gold neue Einheiten und bessere Ausrüstung finanziert werden. Das Truppenrepertoire hat man in
Kingdom und Fire: Heroes im Gegensatz zum Vorgänger durch wenige, aber sinnvolle Verbände wie die Elementarkrieger erweitert, was zusätzliche Armeezusammenstellungen ermöglicht. Neben dem Streitkräftemanagement werden die Kampfpausen für das Vorantreiben der Story mittels
solide vertonter Gespräche zwischen den zahlreichen Charakteren der Fantasywelt genutzt.
Langlebige HeldenAufgrund der hohen Komplexität des Titels und des
gnadenlosen Spielablaufs, in dem schon kleinere Fehler den Tod bedeuten können - was wiederum einen kompletten Neustart der Mission notwendig macht - spricht der Titel eindeutig
» Rückenschmerzen gefällig? |
sehr erfahrene Spieler an, die sich ausgiebig mit einem Game beschäftigen wollen. Dementsprechend lang ist die Spielzeit ausgefallen. Grob geschätzt dürften die sieben Kampagnen gute
30 Stunden vor den Bildschirm fesseln. Ein
Geplänkel- sowie Xbox-Live-Modus erhöhen die Langlebigkeit des Schlachtenepos zusätzlich. Grafisch kommt die gleiche Engine in unveränderter Form zum Einsatz, welche bereits im Vorgänger für
opulente Massenkeilereien mit zig detaillierten Figuren gleichzeitig und fetten Effekten sorgte. Lediglich die tristen Umgebungen lassen nach wie vor zu wünschen übrig, sind auf Grund der schieren Einheitenmassen aber zu verkraften.
Bei der Musik greift man abermals auf die volle Dröhnung
Heavy-Metal zurück, die dummerweise in den optionalen, recht lieblos dahingeklatscht wirkenden Nebenmissionen (Search & Destroy) vergessen wurde. Des Weiteren unterstreichen passende Sounds, allerlei Sprachsamples sowie die bekannte Action-Kamera, die fürs entsprechende Mittendrin-Gefühl sorgt, die
tolle Schlachtenatmosphäre.