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Master-Review:   » drucken    » versenden

Kingdom under Fire: Heroes

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 30.11.2005
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Sehr gut gelungene Fortsetzung für Hardcore-Gamer, die auf alten Tugenden aufbaut.

Einer der Überraschungshits des letzten Jahres war die Action-Strategie-Mischung Kingdom Under Fire: The Crusaders, in der riesige Armeen aus Orks, Elfen, Untoten und Menschen nicht nur vom Spieler niedergemäht, sondern auch befehligt werden wollten. Nun steht die Fortsetzung in Form eines Prequels namens Kingdom Under Fire: Heroes in den Läden und wartet auf Kundschaft. Ob der Titel mit seinem genialen Vorgänger mithalten kann, ist wie immer durch das entsprechende Master-Review in Erfahrung zu bringen.

Von Orks, Trollen und Dunkelelfen
Wie im Original geht es in Kingdom Under Fire: Heroes vor allem um eines: spektakuläre Schlachten mit hunderten von Einheiten in einem gut ausgearbeiteten
» Don't feed the orks!
, klassischen Fantasyuniversum. Abermals liegen verschiedenste Völker im Clinch miteinander und versuchen sich gegenseitig Ländereien und Besitztümer abzujagen. In insgesamt sieben Kampagnen darf der Spieler die Geschichte aus verschiedenen Sichtweisen erleben und sich sowohl mit den guten Kräften des Lichts als auch den dunklen Legionen in die epischen Schlachten stürzen. In jedem Feldzug übernimmt der Spieler die Rolle eines anderen Helden mit individuellen Kampffertigkeiten, was vor allem im Mann-gegen-Mann-Fight für Abwechslung sorgt. Damit die Qual der Wahl nicht all zu schwer ausfällt, müssen einige der Kampagnen zunächst durch das Lösen anderer freigespielt werden. Aufgrund des insgesamt sehr hohen Schwierigkeitsgrades des Titels sollte ohnehin jeder Freizeitheld mit dem einfachsten Feldzug beginnen und nach und nach die schwereren Kampagnen in Angriff nehmen.

Heavy Metal
Auf dem Schlachtfeld selbst hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger nichts verändert. Bis auf die neuen Helden - welche übrigens als Offiziere aus Kingdom Under Fire: The Crusaders bekannt sind
» Fly away...
-, ein paar neue Einheitentypen und natürlich komplett neue Missionen, ist alles beim Alten geblieben. Nach wie vor gibt man mehreren Trupps mit Hilfe einer übersichtlichen Minimap Marsch- und Angriffsbefehle, wirkt Zaubersprüche oder erkundet mit Spähern die Umgebung, um die sehr abwechslungsreich gestalteten Hauptmissionen zu erfüllen. Mal wollen Burgen erobert werden, während andere Aufträge das Finden von versprengten Soldaten oder Zerstören eines Staudammes durch Pioniere fordern. Dank einer durchdachten Bedienung geht das Befehligen der eigenen Leute nach kurzer Eingewöhnungszeit einfach und effektiv von der Hand. Treffen verfeindete Trupps aufeinander, kommt es zum Scharmützel. Ist der Protagonist, welcher stets einen der an der Schlacht teilnehmenden Einheitenverbände führt, selbst in solch eine Auseinandersetzung verwickelt, darf der Spieler aktiv am Geschehen teilnehmen und mittels Buttonkombinationen ordentlich austeilen. Hierbei stehen dem Helden bis zu zwei vor der Schlacht deklarierte Leibwächter mit Magie- und Waffenfertigkeiten hilfreich zur Seite.

Taktische Finessen
Der Ausgang eines Nahkampfes liegt nicht alleine am kämpferischen Geschick des Spielers, sondern vor allem an der Aufstellung der zur Verfügung stehenden Truppen sowie dem geschickten Einsatz von
» Die Guten schlagen zurück!
Magie- und Spezialfertigkeiten. Geschlossene Formationen, die Sonne im Rücken und Wälder schützen beispielsweise vor dem Pfeilhagel feindlicher Fernkämpfer, während Heil- und Unterstützungszauber zahlenmäßige Unterlegenheit ausgleichen. Die taktischen Möglichkeiten sind enorm und lassen dank vieler Truppentypen inklusive Nahkampf-, Fernkampf-, Unterstützungs- und Lufteinheiten verschiedenster Art reichlich Spielraum für individuelle Vorgehensweisen. Zwischen den meisten Einsätzen ist es möglich, die eigene Armee seinen Wünschen anzupassen.

Die Verteilung von gesammelten Erfahrungspunkten sorgt für verbesserte Fertigkeits- und Kampf-Skills, während mit Hilfe von Gold neue Einheiten und bessere Ausrüstung finanziert werden. Das Truppenrepertoire hat man in Kingdom und Fire: Heroes im Gegensatz zum Vorgänger durch wenige, aber sinnvolle Verbände wie die Elementarkrieger erweitert, was zusätzliche Armeezusammenstellungen ermöglicht. Neben dem Streitkräftemanagement werden die Kampfpausen für das Vorantreiben der Story mittels solide vertonter Gespräche zwischen den zahlreichen Charakteren der Fantasywelt genutzt.

Langlebige Helden
Aufgrund der hohen Komplexität des Titels und des gnadenlosen Spielablaufs, in dem schon kleinere Fehler den Tod bedeuten können - was wiederum einen kompletten Neustart der Mission notwendig macht - spricht der Titel eindeutig
» Rückenschmerzen gefällig?
sehr erfahrene Spieler an, die sich ausgiebig mit einem Game beschäftigen wollen. Dementsprechend lang ist die Spielzeit ausgefallen. Grob geschätzt dürften die sieben Kampagnen gute 30 Stunden vor den Bildschirm fesseln. Ein Geplänkel- sowie Xbox-Live-Modus erhöhen die Langlebigkeit des Schlachtenepos zusätzlich. Grafisch kommt die gleiche Engine in unveränderter Form zum Einsatz, welche bereits im Vorgänger für opulente Massenkeilereien mit zig detaillierten Figuren gleichzeitig und fetten Effekten sorgte. Lediglich die tristen Umgebungen lassen nach wie vor zu wünschen übrig, sind auf Grund der schieren Einheitenmassen aber zu verkraften.

Bei der Musik greift man abermals auf die volle Dröhnung Heavy-Metal zurück, die dummerweise in den optionalen, recht lieblos dahingeklatscht wirkenden Nebenmissionen (Search & Destroy) vergessen wurde. Des Weiteren unterstreichen passende Sounds, allerlei Sprachsamples sowie die bekannte Action-Kamera, die fürs entsprechende Mittendrin-Gefühl sorgt, die tolle Schlachtenatmosphäre.
Pro
Perfekter Mix aus Action und Strategie
Sehr komplex
Großer Umfang
Sieben Kampagnen und Helden
Massenhaft Truppentypen
Schicke Optik
Rockiger Sound
Contra
Nichts für Einsteiger und Gelegenheitsspieler
Knüppelhartes Continuesystem
Lieblose Nebenmissionen ohne Musikuntermalung
Addon-Charakter
Fazit
Kingdom Under Fire: Heroes ist eines jener Spiele, die mich mit gnadenlosen Niederlagen überhäufen und trotzdem bis aufs Blut motivieren. Jedes Mal wenn ich eine Mission neu angehen muss, bin ich nicht wie in vielen anderen Titeln genervt, sondern analysiere meine Fehler und passe die Zusammenstellung meiner Armee so gut wie möglich an. Wer hier nicht bereits bei der Aufstellung knallhart kalkuliert und seine Ressourcen wirtschaftlich klug einsetzt, hat schon verloren. Doch gerade diese essenziellen Abhängigkeiten zwischen Wirtschafts-, Taktik- und Actionanteil machen Kingdom Under Fire: Heroes zu dem großartigen Spielerlebnis, welches bereits der Vorgänger war. Aufgrund fehlender vergleichbarer Spiele auf dem Markt stört da auch der Addon-Charakter, welcher dem Titel aufgrund nur marginaler Neuerung anhaftet, kaum. Wer also auf der Suche nach einem umfangreichen Mix aus Action und Strategie ist, sich von einem knüppelharten Schwierigkeitsgrad nicht abschrecken lässt, entsprechend viel Zeit ins Game investieren möchte und von einer Fortsetzung nicht viel mehr als neue Einheiten, Missionen und Charaktere erwartet, der ist hier genau an der richtigen Adresse!
Infos
Erhältlich für
Genre
Strategie • Action-Strategie
Publisher
Koch Media
Entwickler
Phantagram
Website
www.softunity.c...
Release
07. Oktober 2005
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86
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